Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 4 (25.1.1865)
- Date
- 1865-01-25
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage z« Nr. 4 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspon -enzen Deutschland. WittelsHofen (Bayern). Als Fortsetzung meiner im v. Jahrg. Ihrer weitverbreiteten Zeitschrift enthaltenen Berichte, gebe ich Ihnen hiermit folgende Notizen: Wassertrüdingen, an der Eisenbahn gelegen, ehedem ein Rabbinats-Sitz, ist nunmehr dem Nabbinats- Bezirk Oellingen - Wall erstem einverleibt. Die aus nur 25 Familirn bestehende Gemeinde besitzt eine neue, in sehr gefälligem Style erbaute, zweckmäßig eingerichtete Synagoge. Dem damaligen Landrichter Herrn v. Merz, nunnn brigen Bezirks-Amtmann in Dinkelsbühl, gebührt hierbei das Verdienst, mit rastlosem Eifer den Bau dieser schönen Synagoge gefördert und bewerkstelligt und sich auch sonst hierbei in sehr toleranter und humaner W ise ausgezeichnet zu haben. Rabbiner Weiskopf, der seit Berufung des ehemaligen Distr-R bbiners Om Feuchtwang nach Ungarn die Verwaltung des ganzen Rabbinats Sprengels übernommen, vertritt die streng-orthodoxen Ansichten konsequenter Weist'. Hierbei kann ich nicht umhin. eines schönen Erfolges und Sieges zu gedenken und zur Kenntniß in weiteren Kreisen zu bringen, welchen obengenannter, ehrwürdiger Rabbiner Weißkopf, in Verbindung mit anderen gleichgesinnten Amtsbrüdern des schwäbischen Kreises, in neuerer Zeit auf dem Gebiete der Gewissensfreiheit errungen. Bisher waren nämlich die israel Schüler — in jenen Gemeinden, wo besondere Religions-Schulen bestehen — gehalten, sich beim Besuch der christlichen Elementarschulen der daselbst eingeführten im rein christlichen Sinne verabfaßten Lehrbücher bei'm Lesen und Lernen zu bedienen. Daß man dann. namentlich bei'm Unterrichte in der biblischen Geschichte, mit unserer israel. Religion, deren Grundsätzen und dessen unsterblichem großen Stifter nicht immer auf's Glimpslichste verfuhr, und sich hierbei nicht selten gar manche unser Volk und unsere heilige Religion verletzende Bemerkungen erlaubte, dürfte wobt vielen w. Kollegen aus eigener Erfahrung bekannt sein! Auf das für's Gute sowie für's Böse leicht empfängliche und offene jugendliche Gemüth mußten solche Eindrücke nothwendig verderblich wirken; obgleich andererseits durch einen guten und eindringlichen R. - Unterricht des israel. R.-Lehrers diese in der christl. Elementarschule empfangenen Eindrücke wieder zumeist paralysirt werden dürften. Diesen Uebelstand bemerkend und ermessend, hat es nun erwähnter Herr Rabb. W. durch seme Bemühungen, gemäß Ministerial - Rescript, durchgesetzl, daß ein derartiger Zwang in den christl. Elementarschulen bei'm Gebrauch der vorgeschriebenen Lehrbücher gegen die israel. Schüler hinfort nicht mehr geübt werden darf So ist es nun an den treffenden Rabbinen, C. - Vorständen und Lehrern, diese neue Errungenschaft auch in ihren Kreisen, im Interesse der Religion und der auch uns garantirten Gewissensfreiheit, auszubeutcn und wo dieß noch nicht geschehen, die desfallstgen Schritte zu thun l O'imii rix iiw-v. Zum Heil und Segen der Gesammtheit! I. Löwenmeyer, Lehrer. Pr e u H e n. Pr.-Minden, Januar. W nn auch Ihr geschätztes Blatt nur das Organ für das orthodoxe Judenthum ist, so gestatten Äe wohl doch, daß ich Ihnen von Zeit zu Zeit auch aus unserer Gegend, in welcher man sehr liberal gesinnt ist. von den jüdischen Zuständen berichte. Der „Israelit" hat auch in seinen früheren Jahrgängen, soweit ich mich erinnere, zuweilen Correspondenzen ausgenommen; ein Beweis, daß Alles, was ein jüdisches Interesse involvirt. von den Spalten des „Israelit" nicht ausgeschloffen wirti Von unserer Gemeinde selbst habe ich Ihnen mitzutheilen, daß dieselbe bald in dem Besitze einer neuen, schönen Synagoge sein wird. Sie dürfen von dem prachtvollen Gebäude indess n keincsweges auf den strenggläubigen Sinn der Besucher schließen. Im Gegenteil: als das Leben im häuslichen Kreise noch ein gottesdienstliches war, da genügten bescheidene Synagogen für die Andacht unserer Väter und Mütter; jetzt, wo das Iudenthum mehr aus dem Hause schwindet, da muffen prangende Gotteshäuser den Mangel an religiösem Sinn ersetzen. Wir werden uns darum auch nickt mit unfern einfachen und clasfischen Gebeten zufrieden geben; im Gegelltheil. wir werden uns ein neues Gebetbuch anschaffen, nur sind wir noch nicht iinig, welchem reformistischen Autor wir den Vorzug geben. Auch in Betreff der einzuführenden Orgel sind wir noch nicht einig. Dem Principe nach allerdings; aber der Geldpunkt spricht hierbei noch mit. Beide Fragen werden bis im April entschieden sein, da um diese Zeit die Synagogenweihe sein wird, und werde ich mir dann erlauben, Ihnen das Resultat alsdann mitzutheilen. Le Arsi. Strasburg in W.-Pr. Vor einigen Monaten kaufte der Kaufmann H. von hier bei seiner Anwesen^ heit in Berlin in einer dort befindlichen jüdischen Buchhandlung ein Paar Durch Unvorsichtigkeit wurde, durch einen heftigen Schlag an dieselbe ein kleiner Riß'