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Der Israelit · 1865-01-25 · Heft 4 (25.1.1865) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 4 (25.1.1865)
Date
1865-01-25
Page
– (sequence 8)
Language
German
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48 war die Pflanzstätte jüdischen Lebens und jüdischer Sitte. Hier hat seit vielen Jahren gar Mancher die zuvorkommendste Gastfreundschaft erfahren; denn in der Perlenkette edler Tugenden war v'n-n-r nicht die unscheinbarste, und die Lehre unserer Weisen "tN'2 '^2 war dem Verewigten kein leerer Ausspruch. Er weihte seine freie Zeit von frühester Jugend an dem Studium der ."wir, und war eines der Würdigsten Glieder der und so ist es natürlich, daß er sehr bewandert und erfahren im heiligen Gesetze war. Jacob Moses Kann gehörte, ww es sich nicht anders erwarten läßt, zu den ersten Begründern unserer Gemeinde, und war namentlich in den ersten Jahren nach ihrer Entstehung für die Entwickelung ihrer Angelegenheiten thätig. Acht Jahre war er Mitglied des Schulraths, und nur mit dem Gefühle der innigsten Rührung und Wehmuth können wir, in der Erinnerung an jene Zeit, jener edlen Männer gedenkm, die mit ihm in den für die Entfaltung unserer Gemeinde-Institutionen so wichtigen Tagen sich verbanden, der Männer, von denen man sogen kann: -0-^-2 O'PV'Z? und von denen schon Mancher ihm in die Ewigkeit vorangegangen ist. Möchte doch das jüngere Geschlecht an ihrem Beispiel sich stärken, daß Frankfurts alter Ruf in Israel erhalten bliebe I Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien. Unter der Überschrift „Ein industriellesMusteretablissement" sagt die „Neue Freie Presse" über die gegenwärtig in Wien ausgestellten Fabrikate der Herender Porzcllanfabrik: „Wer die zur Zeit im österreichischen Museum ausgestellten Porzellanfabrikate aus der Fabrik in Herend bei Veßprim in Ungarn zu sehen Gelegenheit hatte, der wird mit uns übereinstimmen, wenn wir den Besitzer und Leiter dieser Fabrik, Herrn Moritz Fischer, in die Kategorie jener Männer reihen, denen es um die Veredlung und künstlerische Ausbildung ihres Industriezweiges ernstlich zu thun ist. Die Porzellankollektion nimmt nicht blos einen hervorragenden Platz unter den ausgestellten Sammlungen ein, sie rcpräsentirt auch an sich Meisterwerke der heimischen Industrie unübertroffen, was Material sowohl als Technik anbelangt. Die Porzellanindustrie unterscheidet sich von vielen anderen Produktionszweigen wesentlich auch dadurch, daß ihre eigentlich verdienstliche Errungenschaft in der vollendeten Nachbildung des Alten besteht, in der Wiederausfindung der im Laufe der Zeit vergessenen Mittel zur Besiegung der kolossalen technischen Schwierigkeiten, gewissermaßen in der Wiederentdeckung jener höheren künstlerischen Technik, welche allein die Erzeugung der Wunderwerke chinesischer Porzellanarbeit in früheren Jahrhunderten möglich machte. Der Weg zu diesem Ziele setzt nicht blos Unverdrossenheit im Studium und Versuchen voraus, er fordert auch einen Mann des Genies, und diesenWeg hat derBesitzer derHerenderFabrik, man darf sagen als derELnzige in Europa zurückgelegt; die ausgestellten Werke sind unwiderlegliche Beweise dafür. Aus dem abseits von jedem regen Verkehrsleben gelegenen Herender Etablissement, nach jahrelangem Forschen und Versuchen von Seite seines in ungewöhnlich hohem Grade regsamen Besitzers, gingen die Meisterwerke des Porzellankunstgewerbes hervor, die in den Sälen des österreichischen Museums den verständigsten Sachkenner in Erstaunen versetzen und in Zweifel, ob er wirklich ein Produkt moderner oder ein Erzeugniß der Blüthezeit chinesischer Porzellanarbeit vor sich habe. Die große Schale von anderthalb Klafter Umfang mit dem kunstvoll auf chinesisch ornamentalem Grunde ausgeführten Gemälde sucht ihresgleichen, nicht blos in Bezug auf Dimensionen, auch in Bezug auf die Vollendung der Austragung der die Harmonie der chinesischen Porzellanmalereien erreichenden Farben. Geradezu unübertroffen aber sind die Porzellangeräthe mit durchbrochenen Wandungen; da ist beispielsweise eine Trinkkanne in der Form eines Vierkruges mit im Charnier beweglichen Deckel, ohne jede metallische Verbindung mit doppelter Wandung, die äußere durchbrochen und von der Feinheit eines Netzes — ein ähnliches Kunstwerk ist hier noch kaum gesehen worden. Niemandem vor Herrn Fischer ist es gelungen, den Widerstand des Feuers gegen das ungleichartige Verhalten der massiven und der durchbrochenem Theile an dem nämlichen Gegenstände zu besiegen und die Schwierigkeiten völlig zu überwinden, die in der Verschiedenheit des für die verschiedenen Farben erforderlichen Hitzegrades obwalten. Darin sowohl als in der Wahl und der Zusammensetzung der dem chinesischen Kaolin fast gleichkommenden Porzellanmasse, wie auch der die chinesischen Muster völlig erreichenden Farben liegt das Geheimniß, das Herrn Fischer allein eigen ist und das kaum auf jemand Andern, als aufseine Söhne, die jetzt seine eifrigen Mitarbeiter sind, übergehen wird!" Wir fügen hinzu, daß Herr Moritz Fischer, Ritter rc., nicht allein Jude, sondern auch orthodoxer Jude ist, der an den gegenwärtigen Kämpfen im Interesse unserer heiligen Religion den regsten Antheil nimmt. — Hierzu eine Beilage. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hosbuchhandlung. — Dampf-Schnellprefsendruck von I. Gottsleben in Mainz.

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