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Der Israelit · 1865-01-25 · Heft 4 (25.1.1865) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 4 (25.1.1865)
Date
1865-01-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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46 gegenüber, welches die „a.Z.d.J." beklagt. Es mag sein, es komme auf das whv über dem Kopf nicht an, aber ob ein paar mehr odet weniger legen; den Bart mit dem Rasirmeffer abnehmen, NDr? dhnv find, darauf kommt sehr viel an, für alle Diejenigen, denen die Thora eine Wahrheit ist. Denn dD ^1 rinx O"pO!^>. Was nennen denn die Herren ein höheres Geistesziel innerhalb des Judenthums, wenn nicht das Hinwirken auf die Erfüllung der göttlichen Gebote es ist? Auf welches höhere Geistesziel arbeiten denn die Rabbiner hin, mnter deren Wirksamkeit der von der „a. Z. d I." genannte Dämon so mächtig geworbt n ist. Doch weiß man weit über Bayerns, ja Deutschlands Grenzen hinaus, daß sich die Thätigkeit des in Rede stehenden hochverdienten Mannes noch auf andere Dinge erstreckt. Es besteht unter seiner Vorstandschaft eine isr. Realschule, die alljährlich die Anerkennung der K. Aufsichtsbehörde erntet, die nicht nur von ielen nahen und fernen bayerischen Orten, sondern auch aus dem benachbarten Baden und Württemberg Schüler hat: auch den Schulen der Bezirksorte wird sehr viele Aufmerksamkeit gewidmet; es hält sich hier fortwährend eine große Anzahl junger Leute auf, welche die Universität frequentiren und. von dem Herrn Rabbiner umfassende Talmud- und Poskim-Unterricht erhalten; es ist nicht minder bekannt, daß derselbe für das Militär und die Strafgefangenen bezüglich der Verköstigung und der Sabbath- und Festseier bedeutende Concessionen erwirkt hat; nicht unerwähnt darf bleiben, daß Herr Rabbiner Bamberger auf dem Gebiete der rabbinifchen Literatur, schon mehrere allgemein*) anerkannte Arbeiten geliefert hat; wie prm', ein Commentar und Quellennachweis zu dem früher nie gedruckten Buche .-1x2 von rix^ , ODx'dO O'QL' und L'rwnd elfteres "DV2 letzteres mit merkwürdiger Genauigkeit in sehr praktischer Anordnung auf Grund tiefer Forschung darstellend. In einer Zeit, da das talmudische Quellenstudium leider abgenommen hat, ist es gewiß ein großes Verdienst, das Feld rabbimscher Casuiftik in dieser Weise anzubauen, und daß nach kurzer Zeit von den beiden zuletzt genannten Werken eine zweite Auflage nöthig geworden ist, das dürfte genügend beweisen, wie sehr dieselben einem Bedürfnisse entsprochen haben. Ebenso ist bereits in zweiter Auflage erschienen Dpp' die religiösen Pflichten der jüdischen Ehefrau in deutscher Sprache auf die gründlichste und deutlichste Weise darstellend, ebenfalls *) Anmerkung des Einsender?. Die „a. Z. d. I." hat diese Arbeiten noch keines Wortes gewürdigt. Wohl behandeln sie rin Wissensgebiet, auf dem der ehemalige Rabbiner von Magdeburg nicht allzubekannt ist; allein wir glauben kaum, daß sein Schweigen in der ihm sonst ziemlich fremden Tugend der Bescheidenheit seinen Grund hat. kein Luxusartikel in einer Zeit, da viele Rabbiner es für unwürdig halten, sich mit der Belehrung über Fragen abzugeben, von deren richtiger Entscheidung es theilweise abhängt daß nicht das künftige Geschlecht, statt in Israels würdiger Heiligkeit und Reinheit, in ri-D -nox gezeugt werde. Wir glauben, daß nur die ungezügelfte Frechheit einem Mcmne, der auf praktischem und wissenschaftlichem Gebiete solche Leistungen aufzuweisen hat, vorwerfen kann, „sein Eifer diene keinem höheren Geistesziele." Aber für die „a. Z. d. I." sind solche Leistungen nicht nur nicht vorhanden, sondern, wie die Redaktion zu dem Artikel aus Bayern in Nr. 50. v. Js. anmerkt, „sie schaden — schaden viel." Natürlich; Thora durch Wort und Schrift verbreiten, dem Abfall durch Beispiel und Belehrung sich entgegen stellen , das ist das Schlimmste, was man im Sinne dessen thun kann, der sich's zur Lebensaufgabe gemacht, die Thora mit der Wurzel auszurotten und es dahin zu bringen, daß es keine andere Thora mehr gibt, als seine von Niemanden als ihm selbst citirte, von den gröbsten Jrrthümern wimmelnde Peter-Pferd*)-Bibel. Wir begreifen auch hier seine Galle. Warum sollte er den Mann nicht hassen, dem es nächst dem seligen -gdxn 2".-, hauptsächlich zu verdanken ist, daß die Reform in Bayern, wo sie schon so frech als anderwärts ihr Tyranneulcepter schwang, von dem usurpirten Thron gestürzt wurde? Schließlich möchten wir den Herrn Korrespondenten in Nr. > der „a.Z.d.J.", dernochohneKemrtnißderStatnten sein Urtheil über die Lehrer - Bildungs - Anstalt fertig brachte, Einiges zur Beruhigung über das von ihm beklagte Unglück der darin befindlichen Zöglinge und seine sonstigen Besorgnisse mittheilen. Die Statuten sind von der Königl. Regierung, unter deren hoher Aussicht die Anstalt fortwährend steht, geprüft und genehmigt, und hat sich diese auch Vorbehalten, zu den jährlichen Prüfungen einen Kommissär abzuordnen. Das Unglück der Zöglinge wird ihm milder erscheinen, wenn er weiß, daß der Besuch fakultativ also die Anstalt kein Recht hat, Zöglinge zu pressen , oder wenn sie zur Erkenntniß ihres Unglücks kommen, ihnen den Austritt zu versagen. Einige Einsicht wird man den Eltern der Jünglinge auch zutrauen dürfen. Mit — als solche betrachten wir den fälschlich behaupteten Widerspruch mit dem christlichen Seminar — mit ist hier nichts zu machen. Nach dem jetzigen Stand der Gesetzgebung sind in letzlern auch nur zwei Bildungsjahre vorgeschrieben; unsere Anstalt weicht nur be- *) Anm. Bekanntlich dehnt Philippson mit einer von kleinem Schulknaben zu erwartende« Unwissenheit den 2">D von "M2N "DD zum auf alle unreinen Thiere aus.

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