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Der Israelit · 1865-01-11 · Heft 2 (11.1.1865) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 2 (11.1.1865)
Date
1865-01-11
Page
– (sequence 11)
Language
German
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25 verbieten möchte, an Juden Speisen zu verabreichen, so wären wir mit dieser Maßregel einverstanden. (Nach dem Abendland.*) Kremnitz (Bergstadt), deren Mauern vor gar nicht langer Zeit den Juden verschlossen waren, hat einen Israeliten, Herrn Or. Adolph Langfelder aus Thurdojsin, zum Stadtarzte ernannt. (Abendland.) Dänem ark. Aalbrog. Der König und der Kronprinz besuchten bei der Anwesenheit in unserer Stadt die Synagoge; auch hat der König mehreren Glaubensgenossen Auszeichnungen verliehen. Der gegenwärtige König scheint gegen unsere Glaubensgenossen von denselben Gesinnungen beseelt zu sein, welche seine Vorgänger in hohem Grade auszeichneten. (Jew. Chr.) Rußland uud Polen. Warschau. Ein junger Russe von vornehmer Familie, dem Cadettencorps ang-chörend, Namens Wladimir Sabanin, machte die Bekanntschaft einer jungen Jüdin von außerordentlicher Schönheit, der 17jährigen Tochter eines gewissen Landstein. Der junge Militär erklärte, das Mädchen heirathen zu wollen. Hiermit waren die Eltern einverstanden und gestatteten seitdem dem Junker den vertrautesten Umgang mit ihrer blutjungen Tochter. Man sah seitdem das Paar im Theater und auf Spaziergängen immer zusammen und oft ohne alle Begleitung. Am 29. December, Mittags, holte Sabanin seine Braut ab, um mit ihr eine Spazierfahrt nach Wilanow zu machen. Sie fuhren in einem geschloffenen Wagen. In Wilanow angekommen, befahl Sabanin dem Kutscher, vor die Wohnung seines Vorgesetzten, des Commandirenden des Garde-Regiments, in dem er diente, zu fahren. Als der Wagen jedoch dort anhielt, und nach einiger Zeit Niemand ausstieg, wurde die Thüre geöffnet und die beiden jugendlichen Insassen desselben wurden leblos gesunden. Von zwei Revolvern, die Sabanin bei sich halte, waren zwei Läufe des einen abgefeuert; durch die Schläfe des Mädchens, sowie durch die Stirne des Junkers waren die Kugeln gedrungen, die ihnen die Gehirnkasten zerschmetterten. In der Tasche des Junkers wurde ein Brief gefunden, in welchem er das Vorhaben und dessen Motiv miltheilt; der genaue Inhalt des Briefes wird jedoch dem Publikum verschwiegen. Die Eltern des Mädchens sind auf Befehl der Militärbehörde gleich nach Bekanntwerden! der That in Verwahrsam genommen worden, wo sie! über Nacht blieben. Ebenso ist der Kutscher verhaftet worden und noch in Haft. Derselbe will zwar mitten im Fahren zwei aufeinanderfolgende Knalle gehört haben, von denen es ihm aber, wie er sagt, nicht ein-! fallen konnte, daß es Schüsse gewesen seien. Der große Pelzkragen, der seine Ohren einhüllte, hat natürlich zur Dämpfung des Tones beigetragen. (Didaskalia.) Amerika. Cincinnati. In dem nächsten Congreß werden zwei Juden ihren Sitz haben, Herr Strauß aus Pensylvanien und Oberst Benjamin aus Missouri. Da jeder Abgeordnete 93,000 Seelen repräsentirt, so ist das Verhältniß ungefähr das richtige, da die jüdische Bevölkerung der Union auf 200,000 Seelen geschätzt wird. Zu bemerken ist, daß die beiden Abgeordneten in solchen Distrikten gewählt wurden, wo keine Juden wohnen. (Jew. Chr.) Feuilleton. Werth gehalten ist vor dem Herrn -er Tod seiner Lrsmmen.*) Von Als einst zu Schrttim**) Israel sich schwer versündigte, dem Dienste des Baal-Peor sich buhlerisch hingab und der Zorn Gottes darob schwer entbrannte und Tausende in Israel deßhalb dem Tode übergeben werden mußten, da empörte sich der Stamm Simon und versammelte sich bei seinem Stammfürsten Simri, dem Sohne Salus, und der Stammsürst entblödete sich nicht, durch eine neue Schandthat auf's neue den Zorn Gottes schwer zu wecken. Da entfiel Moses selbst aller Muth, und er und ganz Israel standen weinend am Eingänge des Stistzeltes, bis Pinchas, der Sohn Elasars, sich eifernd für Gott aus der Gemeinde erhob und dem Bösen und seinen Folgen Einhalt that. Da ward Pinchas zur Belohnung der Bund des Friedens, der Bund des ewigen Priesterthums; doch Moses fuhr der Herr hart an und sprach:***) „Räche noch die Kinder Israels an den *) Ps. 116, 15. — Nach Sanhedrin 32. — Tanckuma Waethch. 70 L — Jalkut Matt. par. 31. — **) 4. B. M. 25, 1—15. — **") 4. B. M. 31. 1—3. — *) Warum gibt das Abendland selbst dann die Quelle nicht an, wenn es unserer Zeitschrift Originalcvrrespondenzen entnimmt?

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