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Der Israelit · 1865-01-11 · Heft 2 (11.1.1865) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 2 (11.1.1865)
Date
1865-01-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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24 dische gibt, ausgestellt wurde, so betheiligten sich diese doch nicht daran, sondern wohnten unserm Feste bei. Möge dieses in allen jüd. Schulen Eingang finden. — Zum Schlüsse muß ich noch aus die Person des Herrn M. G. Levy zurückkommen. Dieser hat selbst keine Kinder. Aber das Interesse der Schule, der Gemeinde, überhaupt des ganze» Judenthums liegt ihm so am Herzen, daß er unermüdlich für dasselbe wirkt und schafft. Möge der Allgütige diesen würdigen Mann noch recht lange dem Judenthum, seiner Gemeinde und seiner Familie erhalten! R. Beudit, Lehrer und Cantor. Österreichischer Kaiserstaat. Wien, im Dez. Im hiesigen allgemeinen Krankenhause befand sich ein israelitischer Spenglerlehrjunge in Behandlung dessen Krankheit einen tödtlichen Ausgang nahm. Der Sterbende, welcher bewußtlos war, wurde ohne weitere Fragen mit den Sterbsakramenten versehen, und als er kurze Zeit darauf verschied, nach katholischem Ritus "eingesegnet und am 16. d. M. Nachts mit dem allgemeinen Spital-Leichenwagen nach dem katholischen Friedhofe in Währing überführt. Der Meister des verstorbenen Lehrjungen, ebenfalls ein Jsraelite, kam nun am 22. d. M. in das Spital, um den Kranken zu besuchen, und erfuhr zu seinem nicht geringen Erstaune-- was geschehen war, worauf er sogleich bei der israelitischen Gemeinde die Anzeige machte. In Folge dessen wurde am 23. d. M. der Leichnam, welcher sich im höchsten Grade der Verwesung befand, ausgegraben und einstweilen in der Leichenkammer des Währinger Friedhofes beigefetzt, bis endlich Mittwoch den 28. d. M. Hurch die betreffende Kommission dessen Uebertragung nach dem israelitischen Fried Hofe veranlaßt wurde. (W. Ll.) S. A. Ujhely, im Januar. Von der hiesigen Gemeinde wurde auf Anregung des provis. Direktors Hrn. Moritz Stern ein erweiterter hebräischer Unterricht an unserer Schule eingeführt, der sich die nicht geringe Aufgabe stellt, unsere Aufgeklärten mit den wahrhaft Frommen zu versöhnen und schließlich zu vereinigen. Zu bedauern ist, daß zu diesem erweiterten hebräischen Unterricht die vorzüglichste hebräische Kraft der Anstalt, Herr Jakob Heinrich Löw, den Lesern dieser Blätter seit Jahren vorteilhaft bekannt, nickt hinzugezogen ward und dieses Alles nur deßhalb, weil Herr Löw, obwohl ein vorzüglicher Lehrer, einige Groschen, die er sich mühsam erspart hat, besitzt. Wir überlassen es anderen Blättern, die Gründe zu untersuchen, warum man in Ujhely so und nicht anders vorgeht; doch die eine Thatsache können wir nicht verheimlichen, daß in dieser Gemeinde seit Jahren die vorzüglichsten Kräfte von Dämonen verfolgt werden, und können Sie aus dem Gesagten nur zu leicht schließen, was von den Ausfällen Ihres „Phila leih es" Correspondenten aus Ujhely in Nr. 51 Ihres geschätzten Blattes zu halten ist. Ist es dem „Philalethes" jedoch gleich feinen Gönnern dahier darum zu thun, die Stellung der deutschen Kräfte der Musterhauptschule wankend zu machen, so möge er bedenken sw" xvi vw 'v br-riL" und daß er gerade von den deutschen Kräften der Ujhelyer Schule mit noch manchem literarischen, wahrhaft jüdischen Produkte, so Gott will, in deutscher, ungarischer, vielleicht gar in hebräischer Sprache überrascht wird.*) Emes. S. A. Ujhely, im Januar. Herr Oberlehrer Jsaac Rosenmeyer dahier hat mit Hilfe des gelehrten Seminardirektors Joseph Arvai in S.Patak eine biblische Geschichte für isr. Schulen und Familien (in Ungar. Sprache) soeben veröffentlicht Das Büchlein, 127 Seiten stark, ist in einem gemüthlichen und herzgewinnenden Tone gehalten, recht entsprechend seinem Zwecke, um Liebe zu der in unserem Heimathlande noch ziemlich vernachlässigten senntniß der biblischen Geschichte den Herzen der Jugend und insbesondere der Mädchen einzuflößen. Nicht zu läugnen ist, daß wir manche Partien abgerundeter gewünscht hätten, doch macht der wahrhaft jüdische Geist, der das Büchlein durchweht, das Erstlingsproduct dieses gebildeten Pädagogen zum eigentlichen Schullesebuch. Möge das Büchlein die verdiente Verbreitung und ebenso warme Aufnahme in Schule und Familie finden! Jacob Heinrich Löw. Poliz an der Mettau. Eine hier wohnende jüdische Familie erhielt die Concession zur Errichtung einer Traiteurie, zumeist in Berücksichtigung zener den hiesigen bedeutenden Wochenmarkt besuchenden Israeliten. Dem jüdischen Besitzer wurde es nun verboten, an Christen Speisen zu verkaufen. Der Wirth soll gegen das amtliche Verbot an die Statthafterer recurrirt haben. Wenn das dortige Stadtamt, um die Gleichberechtigung zu wahren, auch den christlichen Gastwirthen *) Es liegt uns eine beglaubigte Abschrift eines Zeugnisses vor, das über die Kenntnisse des Herrn Rosenmeyer, insoweit sie die ungarische Sprache betreffen, das Borthcilhafteste aussagt. — Red.

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