Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 2 (11.1.1865)
- Date
- 1865-01-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Mohel 1× ep/1006163
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20 chen aufhöre, ein Israel von anderen Völkern unterscheidendes Merkmal zu sein.*) Es ist gewiß angemessen und verdienstlich, dahin zu wirken, daß einem solchen Mohel die Vornahme heiliger Functionen auch in allen den Fällen entzogen werde, in welchen denselben die (von Jenem nicht gewürdigte) heilige Bedeutung innewohnen soll. Düsseldorf, den 3. Tebeth 5625. vr. Feilchenfeld. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Kassel, im Januar. Wenn ich seit einiger Zeit mein Referat über die hiesigen Gemeindezustände ausletzte, so war nichts weniger, als Mangel an Stoff, die Ursache dieser Unterbrechung. Stoff genug bietet das religiöse Leben und Treiben in der Hauptstadt des Kurstaates noch immer, und die Bedeutsamkeit desselben nimmt unser Aller Interesse um so mehr in Anspruch, als sich ihr Einfluß auf die Religionsverhältniffe von Hunderten von Landgemeinden erstreckt. Aber entmuthigend für den Berichterstatter, und mehr noch für den Leser mußte es endlich werden, wenn die Berichte immer nur Klagen enthalten konnten; Trost, Erhebung, Glaubensstärkung möchten wir den Männern unserer Richtung so gern bieten, und des Tröstlichen und Erhebenden trifft unser Blick hier so wenig. Aber wenn auch für die Erhaltung des Judenthums seit Decennien nichts Positives bei uns geschehen ist, so ist doch auch des Erfreulichen nicht wenig zu berichten, was theils, ein Vermächtniß früherer besserer Zeiten, auf uns herabgekommen und noch immer als bestehend in die Statistik der Kasseler Gemeinde ausgenommen werden kann, theils in der Neuzeit von Männern gestiftet worden, die ihre jüdische Bildung noch jenen schönen Tagen zu verdanken haben. Von diesen Instituten zu berichten fei denn der Zweck der nächstfolgenden Artikel, und möge dann der Leser entscheiden, ob Kassel nicht eine Bildungsstätte für jüdische Wissenschaft und für jüdische Sitte hätte werden dürfen, wenn an maßgebender Stelle ihm die Pflege und Aufmerksamkeit zu Theil geworden wäre, deren es bedürftig war, und auf welche seine Gemeindeglieder so gerechten Anspruch hatten. Hi:r wäre denn vor Allem unsere älteste Wohlthätigkeitsanstalt hervorzuheben, die v'bin iip2 71121 2"L?.1L? '"Lpr< OL? i"v)/,11 p"O 2"c>i (* .'.'1212 N12.1 1WL8 O'-On mb'vn, welche alle Pflichten der Nächstenliebe übt, wie sie dem Sinne des Judenthums und seinem Geiste entspricht Dieselbe ist im Jahre gestiftet und besteht demnach seit zwei und neunzig Jahren. Wenn man bedenkt, daß Kassel überhaupt keine alte Gemeinde ist, so darf man mit Recht unfern Verein einen alten nennen. Wir werden vielleicht Gelegenheit haben, später die Entstehung der Gemeinde und ihre Geschichte in diesen Blättern darzustellen. — Die Aufgabe der.1-1211 ist: Unterstützung von armen Kranken und deren Verpflegung, Bestatten der Tobten und alle damit verbundenen Liebesdienste, und es athmen die Statuten ein wahrhaft jüdisches Leben. Die den Bedürftigen zufließende Unterstützungen werden aus den Beiträgen bestritten, indem die Zinsen des Vereinsfonds bisher zum Kapital geschlagen wurden. Dieses Kapital ist durch hochherzige Legate entstanden, und hat die Höhe von mehr als 6000 Rthlr. erreicht. Indessen ist Aussicht vorhanden, daß die Zinsen in Zukunft ebenfalls zu mildthätigen Zwecken verwandt werden, und halten wir eine desfallsige Bestimmung für vernünftig und zweckentsprechend. Denn der Verein hat kein Geld nöthig, und mit 200—300 Thalern mehr kann mancher Seufzer gestillt und manche Thräne getrocknet werden. Erfreulich ist für uns Kasseler hierbei, daß seit langen Jahren ein wackerer Mann Präsident der ,i->2i ist, der noch um einige Jahre älter als diese, also schon in seinem 96. Lebensjahre steht. Dieser Ehrenmann, Herr A. Neunert, ist noch immer der Trost aller Kranken, die Hoffnung aller Leidenden, und der Stolz aller seiner Glaubensgenossen. Unermüdlich thätig in seinen: Ehrenamte, läßt der liebenswürdige Greis keine Gelegenheit md .1122 vorübergehen, und seiner Verwendung haben schon viele armen Familien ihren gänzlichen oder theilweisen Unterhalt zu verdanken; denn wer konnte seiner Fürsprache widerstehen oder ihm eine Bitte abschlagen? Möge der allgütige Vater Herrn Reunert noch viele rüstige Jahre schenken, daß er sich noch lange des Segens freuen könne, den seine reine edle Menschenliebe hinieden gestiftet. Der 1"^ n"2 ni2n aber, auf deren Wirksamkeit und ächt-jüdisches Streben wir wohl später noch einmal zurückkommen werden, wünschen wir ewigen Fortbestand, stete Zunahme und ferneres Gedeihen. B. M. Frankreich. Pari-. Der „Ilvivsrs Israalits" wirft die Frage auf, ob die neu zu erbauenden Synagogen dem deutschen oder portugiesischen Ritus geweiht werden sollen. — Es ist immerhin bemerkenswerth, daß den Lehrstuhl des Herrn Rönan, welcher in seinem bekannten Werke sich so viele Ausfälle gegen Juden und Juden-