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Der Israelit · 1865-01-04 · Heft 1 (4.1.1865) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 1 (4.1.1865)
Date
1865-01-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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13 sind. Wir bitten nochmals um recht baldige Aufklärung von London und Paris aus. Während wir dieses schreiben, geht uns von Zell bei Würzburg die Nachricht zu, daß der Aufgabeort des die Medaille enthaltenden Paquets „Frankfurt a. M." und das Siegel „K. S." sei; unsere oben ausgesprochene Vermuthung wird dadurch fast zur Gewißheit. — Beim Schluffs des Blattes erhalten wir vom löblichen .Vorstände der ^.Uianos isr. nniv. zu Paris die Mitteilungen, daß die ^.llianve bei Versendung einer Montefiore-Medaille ni cht beteiligt sei. Feuilleton. Athenischer und jerusalemischer Witz. Von Die Athener waren ihres Witzes wegen bekannt; aber auch die Hierosolymitaner rühmten sich ihres Witzes, und wann ein Mann aus Jerusalem irgendwohin kam, bot man ihm sogleich einen Stuhl und stellte sich um ihn her, um sich an seinen klugen Reden und sinnreichen Einfällen zu erfreuen, und nicht selten trugen die Hierosolymitaner im Wettstreite mit den Athenern den Sieg davon. — Einst kam ein Mann aus Jerusalem nach Athen und ging zu einem jKaufmanne daselbst, in dessen Gewölbe zugleich Wein ausgeschenkt ward. Er fand noch mehr Gäste da, setzte sich nieder und aß und trank. Nachdem er gegessen und getrunken, bat der Hierosolymitaner um ein Nachtlager. „Wir haben," antwortete man ihm, „unter uns festgesetzt, keinen Fremden zu beherbergen, bis er drei Sprünge vorwärts gethan." — Sogleich stand Einer auf und that eiuen Sprung bis in die Mitte des Gewölbes. Alles sprang ihm scherzend nach, der Hierosolymitaner hintendrein. Zum zweitenmal that der Vorspringer einen Sprung bis auf die Schwelle des Gewölbes, und abermals sprang ihm Alles nach. Nun sprang er bis auf die Straße und die Uebrigen sämmtlich ihm nach. Aber jetzt schloß der Mann aus Jerusalem die Thüre hinter ihnen zu, indem er sagte: „Bei Euerem Leben! wie Ihr habt thun wollen, habe ich Euch gethan." — Er hatte nun Raum und Ruhe zu seinem Nachtlager. — * » * Ein Athener, der sich in Jerusalem befand, gab einem Knaben da einiges Geld und sprach: „ Gehe lieber Junge, und hole uns Feigen und Trauben!" — „Schön von dir," sagte der Knabe, „daß du uns sagst! Dir für dein Geld und mir für meine Mühe." — Als der Knabe mit den Früchten kam, sprach der Mann: „So theile auch!" — Der Knabe nahm die schönsten Früchte und legte sie vor den Mann, die schlechter» aber legte er vor sich hin. — „Abermals gut gethan!" sagte der Mann. „ Mit Recht rühmt man die Leute von Jerusalem als verständig. Weil Du kein Geld dazu gegeben, nimmst Du für dich die schlechtem, während Du mir die bessern Früchte vorlegst; indessen laß uns darum loosen. Ziehe ich Deinen Namen, so nehme ich was vor Dir liegt; ziehst Du meinen Namen, so nimmst Du das Meine." — Sie loosten, und der Knabe gewann des Mannes Theil. — * Ein andermal gab ein Athener, ebenfalls in Jerusalem, einem Knaben da einige geringe Kupfermünzen und sprach: „Gehe und hole mir Etwas, wovon ich zur Genüge essen, übrig lassen und noch mit auf die Reise nehmen kann. — Der Knabe nahm das Geld, ging, kam bald zurück und brachte Salz dafür. — „Habe ich Dir gesagt," sagte der Athener, "daß Du mir Salz bringen sollst?" — „Hast Du," antwortete der Knabe, "mir nicht gesagt, ich sollte Dir Etwas bringen, wovon Du zur Genüge essen, übrig lasten und noch mit auf die Reise nehmen kannst? Das Salz da reicht hin, daß Du davon zur Genüge esten übrig lassen und noch auf die Reise mitnehmerr kannst." — 2- 4- * Eines Tages fand ein Athener in Jerusalem die weggeworfene Stücke eines zerbrochenen Mörsers. Er hob sie auf und brachte sie zu einem Schneider und sprach: „Nähe mir doch dielen zerbrochenen Mörser zusammen!" Da holte der Schneider eine Hand voll Sand und sprach: „ Zwirne mir zuvor die nöthigen Fäden hieraus, so will ich Dir Deinen Mörser zusammcnnähen." — -i° Ein anderer Athenergab in Jerusalem einem Knaben einiges Geld und sprach: „Gehe und hole mir Eier und Käse dafür!" — Als der Knabe beides gebracht, sagte der Mann: „Zeige mir doch, Junge, welcher Käse ist von einer weißen Ziege und welcher von einer schwarzen?" — „Du bist ein alter Mann," antwortete der Knabe, „so zeige Du mir zuerst, welches Ei hier von einer weißen Henne gelegt ward und welches von einer schwarzen?" — * « Zu einem Priester in Jerusalem sprach ein Athener: „Du bist ein Priester und hast also täglich Zeit und Gelegenheit, es bei den Opferbränden zu beobachten, so sag mir: eine Last Späne, wie viel Rauch macht diese?" — 1) Nach Echah rab. par. rabbathi f. 43 b, ff. —

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