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Der Israelit · 1865-01-04 · Heft 1 (4.1.1865) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 1 (4.1.1865)
Date
1865-01-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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12 7l"2i2 roo!. Aus seinem unsterblichen Werke 250.1 ^2p.-n wurden einige Stellen citirt, die darthun, wie der gelehrte Verfasser die Lehren der Tradition so ganz passend in den Wortlaut legt, so daß selbst ein Reformrabbiner, hätte er diese Stellen gelesen und verstanden, kaum noch im Stande sein würde, in einem sogenannten Religionsbuche die Behauptung aufzustellen, daß die mündliche Lehre eine zeitgemäße Verbesserung der schriftlichen sei. — Darauf folgten: der in Jerusalem vorigen Winter verstorbene, frühere Rabbiner zu Kuttna, der Verfasser des Werkes rn-rsn O'vLii', eines Kommentars zur Mischna. Des in Nr. 50 unter den der Cholera unterlegenen erwähnten Rabbi Joseph Saundel aus Galant, der des Kollel Haperuschim war, und Rabbi Nachum Prosto wurden ebenfalls rühmend gedacht. Rabbi Elieser Posen, Stiftsgelehrter und in Frankfurt, wurde ebenfalls beweint. Endlich wurde eines Mannes, den wir aus unserer Mitte 'inn -"2 verloren, gedacht. Rabbi Jesel Schlesinger, ebenfalls Stfftsgelehrter, hier. Derselbe war in seiner Jugend ein wohlhabender Kaufmann, gerieth aber durch verschiedene unverschuldete Umstände, besonders in dem Theuerungsjahre 1847 in solche Armuth, daß er sein Geschäft aufgeben mußte. Um seine Schuldner zu befriedigen, verkaufte der Fromme seine Werthgegenstände aus Silber und Gold. Gerade in diese Zeit der drückenden Noth, der Rabbi Jesel mit einer Familie von zehn Kindern ausgesetzt war, fällt eine Begebenheit, die ich nicht unerwähnt lassen kann. Nach dem Tode des seligen Rabbi Herz Scheuer lernte Rabbi Jesel bei seinem späteren Freunde Rabbi Ephraim K.... Dieser Mann brachte kurz vor seinem Tode verschiedene Summen und Werthgegenstände nach und nach seinem Schüler und Freunde mit dem Ersuchen, ihm dieselben aufzubewahren. Kurz darauf erkrankte Rabbi Ephraim K. Als ihn eines Tages Rabbi Jesel Schlesinger fragte, was cs mit dem ihm übergebenen Vermögen für Bewenden habe, antwortete ihm ersterer, daß das Geld und die übrigen Gegenstände ihm, Herrn Schlesinger, geschenkt seien. Noch in derselben Nacht starb Rabbi Ephraim. Derselbe hiuterließ einen Sohn und eine Tochter, die damals in drückenden Verhältnissen lebten. Rabbi Jesel ließ, trotz seiner großen Dürftigkeit, die Kinder des Verstorbenen zu sich kommen, und händigte ihnen, zu ihrer größten Ueberraschung, den ganzen Werth von 8 bis 900 fl. aus. Von Vieser Zeit an versah er die Stelle eines Klausners. — Der Redner ermahnte noch zur Nacheiferung in Bezug auf das reine Leben und die edlen Thaten dieser Hingeschiedenen. .i2"Lir>. H. G. lH München, 26. Dez. Vor längerer Zeit bereits sah sich der hiesige Gemeindevorstand veranaßt auf die Spendentafel eine weitere zu setzen und zwar die „zur Unterstützung armer Fremden." O'siii-r. Es bestehen nun in hiesiger Synagoge sechs dergleichen und zwar 1) .ipiL „Wohlthätigkeits-Kasse" 2) iw'vz „Frommen (und zugl. Verein; 3) o Lp r2ip „Holz-Vertheilungs-Verein" 4) nilp rmiirr „Frauenverein" 5) .id2 220.1 „Aussteuer-Verein" und endlich 6) obige rioo.i „Unterstützung armer Fremden. — Hr. Baron von Rothschild in Frankfurt a. M. hat von Sr. Mas. dem Könige von Bayern den Orden „der bayerischen Krone" erhalten. — Die Allg. Ztg. schreibt: In Persien beabsichtige ein Israelite Hr. Isak Savadan ein I. Credit-Jnstitut zu gründen. - In Jaffa und Beyrut find französische Postbureauö errichtet worden. — Der berühmte isr. Palästina-Reisende Herr Tobler berichtet, welch' bedeutende Fortschritte der Bau der neuen Synagoge in Jerusalem mache. — (Die betreffende Synagoge ist längst vollendet, wie bereits vor längerer Zeit in diesen Blättern mittgetheilt wurde. — Die Red.) ReqenSburg. Nach dem Programme des hiesigen königlichen Lyceums, waren die Schüler jüdischer Confefsion seither gezwungen, am Samstage zu schreiben. Herr Frankenburger, Professor der jüdischen R'ligion an dieser Anstalt, der seine Pflichten mit Gewissenhaftigkeit und Treue erfüllen will, ersuchte schon häufig die Professoren Kleinsteuber und Meillinger aus das Ernstlichste und Dringendste, diesen Uebelstand zu beseitigen. Die Professoren erklärten jedoch, daß sie nicht im Stande seien, den Unterrichts - plan, der von dem Rectorat genehmigt sei, umzuändern, versprachen jedoch Herrn Frankenburger, seine Bitte geeigneten Ortes zu befürworten. Dem unermüdlichen Bestreben des Herrn Frankenburger ist es endlich gelung-n, den Rector, Herrn Halbhuber zu bewegen, dieser so gerechten Anforderung zu entsprechen. Dänemark. AuS Kopenhagen geht uns die Mittheilung zu, daß ein gewisser Karl Sonnenberg aus Frankfurt a. M. als Bevollmächtigter eines Sir. M. Montefiore comm. Comitv's und der Alliance isr. univ. an isr. Gemeinden Dänemärks Montefiore- Medaillen gegen Postnachnahme von 25 Frcs. versandt hat; das Geld ist angeblich für die geplünderten Juden in Tunis bestimmt. Vergleicht man hiermit unsere Mittheilung in voriger Nummer und ähnliche Nachrichten, die wir im vorigen Jahre ans Württemberg brachten, so erscheint es wohl zweifellos, daß Herr vr. Falken st ein und Herr Karl Sonnend erg identisch, und daß es sich hier um Vorgänge handelt, die in höchstem Grade veroäHtiA

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