Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1865)
- Date
- 1865-01-04
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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14 „Wenn die Späne," antwortete der Priester, „feucht sind, gibt es nichts als Rauch; sind sie aber trocken, so geht ein Drittel in Rauch auf, ein Drittel wird zu Asche, und ein Drittel verzehrt das Feuer." — Ein Athener trat einmal in Jerusalem in eine Schule daselbst. Er fand die Schüler sämmtlich auf ihren Plätzen sitzend, doch war der Lehrer noch nicht da. Er richtete mehrere Fragen an dieselben, und die Knaben wußten ihm sehr verständig zu antworten. Endlich sagten die Knaben: „Höre, wir wollen unter uns ausmachen: Wer dem Andern eine Frage vorlegt, die derselbe ihm nicht beantworden kann, darf ihm sein Obergewand nehmen." — „Ich Lin es zufrieden ," sagte der Athener, „und da Ihr von hier seid, ich aber fremd bin, so müßt Ihr zuerst antworten." —- „Nicht doch," riefen die Knaben, „Du bist ein beinahe schon alter Mann, wir aber sind noch junge Bürschchen, und daher geziemt es Dir zuerst zu antworten. Also höre: Neun entfernen fick; Acht treten heran; Zwei schenken ein; Einer trinkt und Vierundzwanzig warten auf — Was ist Das?" — Da der Athener keine Antwort wußte, so sprangen die Knaben jubelnd auf und nahmen ihm sein Obergewand. Der Mann trat vor die Schule und wartete da, bis der Lehrer kam. Als er denselben kommen sah, ging er auf ihn zu und sprach: „Ist Das so Recht und Sitte bei Euch, daß man einem Fremden, der zu Euch kommt, sein Obergewand nimmt? Deine Schüler haben mir also gethan." — „Sie haben Dir vielleicht," sagte der Lehrer, „eine Frage vorgelegt, und Du hast sie nicht beantworten können." — ,»Freilich," sagte der Athener. — „Und was war es?" frug der Lehrer. — Der Mann sagte es ihm. — i „Nun" sagte der Lehrer," ich will Dir die Deutung I sagen, so kannst Du den Knaben sie bringen und Deinen Mantel damit einlösen. Es ist — das neugeborne Kind. — Mit neun Monaten tritt eS in die Welt, mit acht Tagen wird es in den religiösen Bund aufguommen, und vierundzwanzig Monate findet es gewöhnlich seine Nahrung an der Mutter Brust. — Der Mann dankte, ging sogleich in die Schule zurück und sagte die Lösung und erhielt sein Gewand wieder. Aber die Knaben, die wohl merkten, woher ihm die Deutung geworden, sagten bei der Rückgabe des Gewandes ihm sogleich die Worte Simsons:?) „Hättest Du mit unserm Kalbe nicht gepflügt, Du hättest unser Räthsel nimmer getrosten." —' * » Der alte R. Josua, ein Schriftgelehrter, der selbst seines Witzes wegen sehr berühmt war, begegnete einmal auf seinem Wege nach der Stadt einem Knaben mit einem zugedeckten Topfe in der Hand. „Was hast Du in Deinem Topfe, Junge?" frug Josua den Knaben. „Hätte die Mutter gewollt," antwortete der Knabe, „daß Du es wissen sollst, so hätte sie mich nicht geheißen, einen Deckel darauf thun." — Er ging weiter. Da traf er einen andern Knaben und sprach zu ihm: „Sage mir, Junge, wie ist dasM asser in der Stadt?" — ,Was liegt Dir daran?" aniwcrtele dcr Knabe; „Kraut und Rüben sind sehr gerathen." — In der Stadt selbst fand er ein Mädchen am Brunnen, das in einem Kruge Wasser holte. „Laß mich doch ein wenig trinken?,, sagte Josua zu dem Mädchen. „Dich und Deinen Esel" antwortete das Mädchen. Als er getrunken hatte und schon im Begriffe war, wieder weiter zu gehen, saate er noch dankend zu dem Mädchen: „Meine Tochter! Du hast gethan, wie Rebekka." — „Wohl," sagte das Mädchen lächelnd, „ich habe gethan, wie Rebekka; aber Du nicht, wie Elieser." — Elieser hatte nämlich Rebekka reichlich beschenkt. — Eine andere merkwürdigere Erzählung vom alten R Josua wollen wir, so Gott will, nächstens folgen lassen, in welche indessen, wie wir jetzt schon bemerken wollen, Mancke, und wohl mit Recht, einen tieferen Sinn legen. 2) Rchter, 14, 18. — unter Aussicht dts Rabbinats stehende Fleischwaaren-Handlung von Herrberg Rosenstraße, lut. 29 in Berlin, empfiehlt zu den billigsten Preisen: Schlag-, Leber-, Knobel- und Gänse-Wurst, Spickgänse, Keulen und Schmalz, Räucherfleisch, Zungen und Pökelfleisch.