Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 51 (21.12.1864)
- Date
- 1864-12-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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674 die Religion ihres Mannes, die sie kennen und schätzen gelernt hatte, auzunehmen. Nachdem sie vor dem zu diesem Zwecke zuscunmengetretenen pi N'2 (unter dem Vorsitz des Herrn Rabbiners vr. Rahmer und dem Beisitze des Herrn Hirsch Kalischer und eines hiesigen Gemeindemitgliedes) ihren durch Nichts erschütterlichen Entschluß ausgesprochen hatte nnd von dem Beth-Din auf die Bedeutsamkeit dieses Schrittes und die Bedeutung der jüd. Religion, die von ihren Bekennern Opfer und Entbehrungen fordere, aufmerksam gemacht morden war, nahm sie nach JorehDeah § 268 das vorgeschriebene Tauchbad. In nächster Woche soll auch die Trauung nach jüdischem Gesetze an dem Ehepaare vorgenommen werden, worauf dann auch die Beschneidung der drei aus dieser Ehe bereits entsprossenen Knäblein erfolgen soll. Oesterreichischer Kaiserstaal. Debreezin, im December. Von Herrn Jsak Rosenmeyer, einem gebornen Hessen, erschien soeben eine biblische Geschichte in ungarischer Sprache unter dem Titel: „Lidliai alvoswän^ak". Der geehrte Herr Verfasser ist gegenwärtig Lehrer an der isr. Musterhauptschule zu S.-A.-Ujhely, wo er der Achtung der dortigen Gemeinde und der Liebe seiner Amskollegen in gleich hohem Maße sich erfreut. Das Büchlein ist mit vielem Takte und Sachkenntniß abgefaßt. Es wäre zu wünschen, so Herr Rosenmeyer auch eine deutsche Ausgabe dieses trefflichen Merkchens veranstalten wollte, damit auch seine fernen Landsleute dieser köstlichen Spende theilhaftig würden. Max Ernst. Sator-A.-Ujhely, im December. Wie wir soeben vernehmen, soll ein Lehrer an der hierorts bestehenden isr. Musterhauptschule zum Mitglieds der ungarischen Gelehrten-Gesellschaft gewählt werden. Diese hohe Ehre soll ihm deßhalb zu Theil werden, da derselbe das gewiß schwierige Problem gelöst: ohne ein Wörtchen ungarisch zu wissen, in dieser Sprache als Schriftsteller auftreten zu können! Wir wären in der Lage, eine bedeutende Anzahl von Männern namhaft zu machen, die hierin die Priorität beanspruchen könnten; doch wir wollen der Bescheidenheit Anderer nicht zu nahe treten. Philalethes. Kirn Szt. Miklos, in k. Comanien 6625 "2 cm. Dieser Tag war für uns ein Tag hoher Freude und innigster Rührung. An ihm ist unser längst gehegter Wunsch, unsere bereits fünf Jahre erledigte Rabbinerstelle wieder durch einen Seelsorger zu besetzen, in Erfüllung gegangen. Bei dieser Gelegenheit erlauben wir uns, die bei diesem Akte stattgefundene Feierlichkeit aus zweifachem Grunde der Oeffentlichkeit zu übergeben: erstens kann man Gelegenheit haben, die Preßburger Hochschule in ihrer wahren, inhaltsvollen Bedeutung daraus kennen zu lernen, und zweitens leuchtet ein schöner Lichtstrahl von Intelligenz und Fortschritt daraus hervor. Am 30. v. M., Morgens um 7 Uhr, versammelte sich der isr. Cultusvorftand in dem Gememdehaüse, wo denselben mehrere vornehme Bürger und Würdenträger der hiesigen Stadt mit einer vierspännigen Kalesche, bestimmt, unfern ehrwürdigen Gast von der letzten Schifffahrtsstation abzuholen, erwarteten. Zug an Zug gereihet ging es fort, bis wir um 11 Uhr unfern künftigen Seelsorger, Herrn S. D. Tauber aus Raab Szigeth, gebildet in der Hochschule zu Preßburg, mit einer Begrüßungsrede zu bewillkommnen das Glück Hallen. Er erwiderte ebenso geistreich wie bescheiden, indem er den Ausspruch pr-r erörterte. Dann setzte sich der Zug nach seinem Bestimmungsorte in Bewegung, und dort angelangt, hielt der Einsender, Oberlehrer der hiesigen öffentlichen Schule, im Namen der ganzen Gemeinde eine Empfangsrede, worauf der Herr Rabbiner mit besonderem Scharfsinne und vortrefflichem Rednertalente unter nicht aufhören wollenden Vivatrufen erwiderte. Darauf folgte das Minchcv Gebet in der Synagoge. Nach vollendetem Gebete hielt unser künftiger Seelsorger, im Beisein aller städtischen Beamten, Professoren und Direktoren der Gymnasialschulen eine Rede, in welcher er die Pflichten eines Seelsorgers und die einer isr. Cultusgememde auseinandersetzte, und der Elite der Stadt für die ihm geschenkte warme Theilnahme derart seinen Dank aussprach, daß Alles tief ergriffen war. Nach dem Maarib-Gebet beschloß eine festliche Mahlzeit unfern Freudentag. Mögen alle Jünger der Preßburger Hochschule unter der segensreichen Leitung des Gaon, Herr Schreiber, einen solchen schönen Lohn für ihr Forschen in der heiligen Thora finden! Möge jede Stadt, die Israeliten in ihrer Mitte birgt, diesem schönen Beispiele der Humanität folgen, wie unsere Stadt Kün Szt. Miklos bei diesem Akte durch ihre warme Theilnahme an unserem Feste es bethätigt hat! Und endlich möge jede isr. Cultusgememde, wie die unserige, von echt jüdischem Geiste durchdrungen sein, wie diese es schon bei der Ankunft unseres Seelsorgers an den Tag gelegt hat. Joachim Vogel. Italien. Aus Oberitalien, 28. October. Von einer kleinen Rundreise zurückgekehrt, die ich in den letzten Wochen unternommen, kann ich nicht umhin, Ihnen das wehmüthige Gefühl zu äußern, welches der Besuch