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Der Israelit · 1864-12-21 · Heft 51 (21.12.1864) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 51 (21.12.1864)
Date
1864-12-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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671 ähnlich wäre in der Erkenntniß des Guten."*) — Aber ach, der Menschengeist ist dem JrrLhum unterworfen; die Sinnenlust halt ihn gefangen und umhüllt ihn mit dem Gewände der Täuschung, und deßhalb ist noch eine andere Quelle der Erkenntniß nothwendig, die, von Gott gegeben, in ihrer ursprünglichen Reinheit und Lauterkeit beharret und deßhalb untrüglich ist. Das ist die Thora, die Gottrslehre, die neu und schön und rein uns seit Jahrtausenden geblieben ist und immerdar bleibt. Ist der Menschengeist die für die Erkenntniß passende und fähige Form, so ist die Thora der einzig wahre und vollkommene Inhalt derselben. „Die Thora und die Menschenseele in ihrer Verbindung, das ist das Licht Gottes auf Erden. .Wenn sie sich mitsammen vereinen, so füllet sich das Haus mit Licht. Da werden aufgedeckt vor deinen Augen die Schätze der Weltleitung und es fließen dir die Quellen ruhmwürdiger Thaten, die deine Fordauer bedingen, da beherrschest du die irdischen Begierden, wie deine unsterbliche Seele es wünscht." **) Das sind die beiden Quellen, die uns mit dem himmlischen Oele versorgen, die Thora und die Seele. Betrachten wir nunmehr, welches wohl die sieben Lampen sind, die von diesen erhabenen Quellen mit Oel versorgt werden. „Die Lehre Gottes ist vollkommen, erquickt die Seele;" das ist der Schaft, der Stand des Leuchters; die Vereinigung der Gotteslehre mit der menschlichen Seele, das ist die Grundlage unseres ganzen geistigen Lebens. Die drei Lampen zur Rechten sind wohl folgende: 1) Die Belehrung des Unwissenden durch Gottes Wunderthaten m-ip „das Zegniß Gottes ist wahrhaft, macht weise den Unerfahrenen." Wer nur ein aufmerksames Auge für den Gang der Weltgeschichte hat, der sieht in ihr das Walten des allmächtigen Gottes; und namentlich in der Geschichte Israels ist das Zeugniß ein unwiderstehlich überzeugendes. Aus den Nachkommen Adams sind es immer Einzelne, die Gott sich ausersieht aus der großen Menge der Menschen, bis daß Er den Gottesfreund, Abraham, gefunden hat, der da fähig und geeignet ist, der Stammvater eines ganzen Volkes zu werden, das zur Beglückung des Weltalls ein Werkzeug sei in der Hand des Allweisen. Wie schützt Er da seine Frommen, da sie als um herirrende Wanderer leben inmitten einer feindlichen Welt l Wie schützt Er die kleine Familie , welche die Aegypter vergeblich auszurotten sich bemühten l Mit welchen Wundern erlöst Er Seine Erwählten aus Mizrajims Fesseln, führt sie durch das *) Aus dem Bechinat Olam. **) Aus dem Bechinat Olam. Schilfmeer und die Wüste und läßt sie erben das den Vätern verheißene Land. Dieses Land aber ist gerade die Völkerbrücke für die feindlichen Nationen des Osten und des Westens, des Nordens und des Südens. Allein Gott schützt und errettet und befreit Sein Volk, da all die bösen Nachbarn: Ammon und Moab, Midjan und Amalek, Peleschet und Aram, es zu verschlingen drohen. Gott läßt es selbst dann nicht untergehen, da die assyrischen und babylonischen Weltreiche es seiner Heimath berauben; Er errettet es von dem Mordschwerdte des Perserfürsten Haman und läßt es nicht vernichtet werden von der siegreichen, welterobernden Macht des Griechenthums; und da das neue Weltreich, da Rom die Welt sich zu Füßen legt, da geht uns zwar das Heimathland auf Jahrtausende verloren; aber Gott schützt immer noch die zerstreute Lämmerheerde Israels und läßt sie den gierigen Wölfen nicht zur Beute werden. Wohin die über die ganze Erde zerstreuten Israeliten gelangen, finden fie die erbittertsten Feinde. Sie werden in's Elend gestoßen, mit einem Drucke beschwert, der für Menschcnkräft? unerträglich scheint, beraubt und gemordet, aber dennoch nicht vernichtet. In ewiger Jugendfrische erhält sie des Allgütigen schützender Arm und Hunderttausende von Wundern vollziehet Er, um Sein Volk ewig zu erhalten, damit Er es dereinst der hohen Bestimmung, die sein noch wartet, entgegenführe. Wer möchte blind fein gegen ein solches Zeugniß? Dieß Zeugniß muß weise machen den Thoren, muß Jeden belehren über das Walten des Allherrn und über die Aufgabe Israels. Die zweite Leuchte ist die Sittlichkeit, die Gedankenreinbeit, 2b '-! '1'ps, „die Befehle des Ewigen sind gerade, erfreuen das Herz." — Was ist Freude? Gewährt etwa der Taumel der Vergnügungen dauernde Freude? Der echte Quell wahrhafter Freuden ist das eigne Herz, das gute Herz; aber nicht das gute Herz, das sich auf der schwankenden Leiter der Gefühle hin und her bewegt, das sich von jedem äußern Eindrücke bestimmen läßt und durch Thorheit selbst durch die Gutthat üble Folgen hervorbringt, sondern das gute Herz, daß sich nach dem Maßstab der unwandelbaren Gottesgebote veredelt hat. Das ist die Quelle der reinsten und herrlichsten Freuden: das Gute zu wollen, die Wahrheit zu lieben und an wahrhafter Schönheit sich zu erquicken. Das rechte Licht aber spendet erst die 3. Lampe; das ist die der Erkenntniß und der Gedankenreinheit entspringende That. Die Erkenntniß gleichet dem Keime, die Gedankenreinheit der Blüthe, aber die That ist die vollendete Frucht; fie setzet des Gedankens Klarheit und des Wollens Gediegenheit erst an's rechte Licht, O'2'p 71^2 ^-! NMO, „das Gebot Gottes ist lauter, erleuchtet die Augen." Haben wir nunmehr die drei Lampen betrachtet, welche gleichsam nach Außen leuchten und aller Welt

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