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Der Israelit · 1864-12-14 · Heft 50 (14.12.1864) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 50 (14.12.1864)
Date
1864-12-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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6S8 Literarisches. Moor, im Kislerv. Unter den Citaten aus den Targumim und Midraschim, die Di-. M. Sachs s. A. in seinem Buche „Beiträge" als von den Abschreibern korrumpirte Worte bespricht, wird aus Targum Jonathan zu 4. M. 24, 6 angeführt, das ohne Weiteres in „wie die Zedern des Libanus" verbessert werden sollte. (Beiträge I. S. 171 Anm.) Ich glaube jedoch, daß es hier nicht vonnöthen sei, zu einer Emendation die Zuflucht zu nehmen. Der Libanon — raä. pd — verdankt seinen Namen dem ewigen Schnee, der auf seinen Höhen liegt. (S. Jeremias 18, 14.) Jedoch bedeutet nicht bloß „weiß", sondern auch „glänzend, leuchtend", so: i'SOTi „der leuchtende Saphir" (2. M 24, 10. s. Ab. Esra z. St.). Gleich dem Libanon wurde von den Griechen ein Berg am Gestade von Epirus „^er'x«§" genannt — der weißschimmernde Berg (von ^rxoc, weiß, glänzend); und bei Homer ist dieser Berg ein Symbol des Tageslichtes. (S. Oä^88. 24, 11 u. Ou8iu8 W. B. 8. v. o.) — So mochte auch der Paraphrast Jonathan den weißschimmernden Libanon, der in der That eine Leuchte in finsterer Nacht ist, als Symbol des Lichtes auffassen: demnach ist das angeführte identisch mit dem griech. — Leuchte, Leuchter, Lampe; und -rnirn" bedeutet: wie die Zedern des Leuchtberges. » * 4- Sehr dunkel sind im Midrasch rabbah zum Hohen Liede (1, 2.) die Worte: .-iv'-in ns bp; und anknüpfend an „n '-nci" heißt es daselbst: n p-r-ipvx iQdV. Die Interpreten stehen rathlos vor dieser unbekannten Persönl chkeit; wer mag wohl dieser gewesen sein? Nach Rappaport im Erech Millin sollte korrigirt werden in oraeulura, und in /UttrrLr/u« — Prophetie. — Der Verfasser des Bickoret Hatalmud gibt folgende Deutung: „Die Sylbe b-r wird hier gebraucht als arabischer Artikel; pr-rvip — Oilliws d. i. Hermes, O^HsuiuZ, Sohn der Maja, dem die Erfindung der Künste und Wissenschaften zugeschrieben wurden; .-iv'i.i ist eine mit Absicht entstellte Abbreviatur von: ckea Der Sinn ist: Es wurde dem Volke Israel derart die heilige Thora geoffenbart — — so wie dem Hermes die Schätze der Kunst und Wissenschaft entdeckt wurden; und: niuiTi d. i. die Goldmacherkunst (anklingend an 2m '->n), deren Erfindung ebenfalls dem Hermes zugeschrieben wurde. — Diese Deutung ist schon deshalb nicht befriedigend, weil es gar nicht denkbar ist, daß der fromme Weise des Midrasch die Offenbarung der heiligen Thora auch nur im Entferntesten mit den Erfindungen des mythischen Hermes parallelisiren wollte. Nach meinem unmaßgeblichen Dafürhalten würde die Leseart : Ov'nn p (oder: O'i^i p —) zur vollkommenen Lösung dieser allerdings sehr rätselhaften Worte führen. Es erfordert keine große Kenntniß der Nomenklatur im Alterthume, um zu wissen, daß die Personennamen zumeist aus Begriffswörtern gebildet wurden. Daher konnte es leicht geschehen, daß der eigentliche Name^ einer bestimmten Person in einen andern, der den appellativen Begriff des ersten bezeichnet, umgewandelt zu werden pflegte; so wurde der Name ->riu in n->i umwandelt, weil beide gleich sind in der Bedeutung „glänzen". (S. Raschi zu 4. M 26, 13 u. die Einleitung zu Chronik von I. Weiße.) Um so mehr fand man Veranlassung zu einer solchen Umwandlung des Namens durch die Uebertragung desselben in eine andere Sprache, so: ->'8v in 'x-om — der Leuchtende. (Sabbath kol. 147 K.) — Der Name David ist stammverwandt mit dem Worte mi, dessen erste Bedeutung „lieblich, freundlich, anmuthig" ist; da nun die griechischen aHeotiva: „lieblich, freundlich, anmuthig" bedeuten— so kann das Wort OwiTi oder im Midrasch als treue Uebertragung des Namens David genommen werden. — Das verkam: X«/^M bedeutet „rufen zur Versammlung" (S. Nvrk: — x«-.kw); demnach ist das xartioip der Sammler. — Daß die Sylbe dx im Midrasch als arabischer Artikel gebraucht wird, ist recht annehmbar. (S. Raschi, Sanhedrin toi. 82, d. s. v. mp-vn und den Biur zu Ezechiel 13, 11 8. v L"2>dx.) Somit ist: OO'N.-I — -!M p li^.-!p; auf diesen dürfte der Midrasch mit vollem Rechte sagen: vs dp denn eben dies hat ja Kohelet selber ausgesprochen mit den Worten: — und so war es auch dieser „Weiseste aller Menschen", der in der Thora geforscht: .12"?.-, npn — PH. Schlesinger, Rabbiner. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Karlsruhe, den 30. November. Der Oberschulrath hat der Schulordnung entsprechend die Lehrer neuerlich darauf hingewiesen, wie es durchaus unstatthaft sei, die israelitischen Schulkinder zum Lernen von Sprüchen und Sätzen aus den Lehrbüchern der christlichen Bekenntnisse zu nöthigen. Der betreffende Unterricht ist an das Ende oder den Anfang der Schulzeit zu setzen, so daß keinerlei Zwang in diesem Punkte gegen andere Konfessionen geübt werde. (Schw. M.) Bom Neckar. (Württemberg.) Das bekannte

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