Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 49 (7.12.1864)
- Date
- 1864-12-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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644 und der „Neuzeit" veröffentlichten, die Errichtung einer Rabbinerschule betreffenden, Petition der orthodoxen Rabbinen und zwar mit vollem Rechte sehr verwundert sein werden, erkläre ich hiermit, daß ich bei den » über diese Frage seit Jahren brieflich und durch die Presse vertretenen Ansichten unwandelbar verharre, Md mit Vergnügen meinen Freunden jede briefliche Aufklärung darüber geben werde, wie dies nach dem Obigen möglich ist. Ich ersuche die Leser dieser Erklärung, dieselbe möglichst zu verbreiten. ElsenftM, am 15. Marcheschwan 5625. vr. Israel Hildesheimer, Rabbiner. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Wittclshofen (Bayern), am Fuße des imposanten Hesselsberg, zählt zwar zu den kleineren Gemeinden im R.-B. Mittelfranken; dennoch wird manches Gute hierorts geleistet, und bedürfte nur der herrschende religiöse Sinn öfterer Anregung namentlich durch Predigten, um Größeres zu schaffen. — So wurde, durch einige Artikel in Ihrem schönen Blat e angeregt, eine Kollekte bei nur einigen Mitgliedern der hiesigen Gemeinde veranstaltet, und zum Zwecke der Sustentation des neubegründeten israelitischen Lehrer-Seminars in Würzburg dem ehrwürdigen Direktor desselben übermittelt — Namentlich bewährt sich der religiöse Sinn der hiesigen Gemeinde durch Gründung und Pflege von wohlthätigen Stiftungen, die sich bereits auf circa 5o00 fl. "beziffern, und deren Zinsen zu verschiedenen guten und gemeinnützigen Zwecken regelmäßig vertheilt und verwendet werden. — Bei der in gegenwärtiger Zeit herrschenden Neigung der wohlhabenden Klasse zur Einwanderung in größere Städte sind derartige wohlthätige Stiftungen für die Zu ückbleibenden als ein wahrer Segen zu betrachten. — Um die Organisation und Verwaltung dieser Stiftungs-Kapitalien haben sich besonders die beiden HH. Vorstände H. und I. Freundlich große Verdienste erworben. — In Bezug auf unsere Nachbargemeinde Feuchtwangen ist namentlich ihre hochherzige Fürsorge um die WiLLwe und Familie des daselbst verstorbenen Lehrers Lissauer rühmlrchst heroorzuheben. — In Schoppfloch, dem Sitze des Rabbinats, wird durch den Eifer des «ackern Hrn. Rabbiners Ehrlich in Verbindung und bei thätiger Mitwirkung des würdigen Hrn. Lehrers Schweizer in Synagoge, Schule und Gemeinde viel Gutes ausgestreut und gefördert. — In dem nahen Mönchsroth ist besonders der Fleiß und die Thatigkeit des daselbst wirkenden H m. Lehrers Braunschweig hervorzuheben; indeß der Hr. Vorsänger Ansbacher — der streng orthodoxen Richtung zugethan — auch in diesem Sinne daselbst zu wirken sucht, worin er von demHrn. Vorsteher Marx vielseitig unterstützt wird. — Als Schattenseite unserer sonst befriedigenden religiösen Verhäitnisse kann ich jedoch nicht umhin, eines Umstandes zu erwähnen, der vornehmlich unsere Frauen und die reifere weibliche Jugend betrifft. — Dieselben hielten es in guter, alter Zeit als eine heilige Pflicht, als ein unabweisliches Bedürfniß die heilige Schrift, die Quelle aller wahren und Geistes-und Herzensbildung, oder mindestes die betreffenden Wochenabschnitte zu lesen. Anstatt dieser figurrren in den meisten Häusern an diesen Tagen belletristische Zeitschriften) die Romane und Novellen enthalten, wie wenn man sich schämte, beim Lesen der heiligen Schriften überrascht zu werden! — Möchte es hierin in der Folge zum Heil unserer Glaubensgenossen besser werden, wozu die Hausväter wohl am Meisten beitragen könnten, wenn sie mit Josna sprechen würden: „Ich und mein Haus wir wollen dem Herrn dienen!" — I. Löwenmayer. Hamburg. Die Vorsteher-Collegien der israel. Gemeinden haben jetzt die in dem betr. Gesetze vorgeschriebenen Anordnungen zum Erlaß neuer Gemeindeftatuten zu treffen, und namentlich der bedeutenderen der beiven Gemeinden — der sogenannten deutsch-israel. — steht die schwierige Arbeit der Liquidation des Gemeindevermögens bevor. Zu diesem Zweck wird demnächst die Wahl einer Liquidations-Commission aus der Mitte der Gemeinde stattzufinden haben. Preußen. Berlin. Die Wahl für die Direktorstelle der Auerbach'schen Waisenhäuser ist auf Hrn. Dr-. Bernhard Auerbach, den Sohn des verewigten Baruch Auerbach, gefallen; der Wahlakt geschah unter Leitung eines vom Magistrate deputirten Stadtraths und ergab ein einstimmiges Votum für den Gewählten. Möge die Anstalt unter ihrem neuen Direktor ebenso gedeihlich wirken, wie sie bisher segensreich gewesen; an mildherzigen Spenden seitens unserer Gemeindemitglieder und besonders ihrer edlen Frauen wird es nicht fehlen. Die Berliner Gemeinde hat von jeher im Rufe aufopfernder Wohlthatigkeit gestanden und, mit Genugtuung darf ich es aussprechen, sie sucht noch jetzt ihren Ruhm im Wohlthun;