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Der Israelit · 1864-11-16 · Heft 46 (16.11.1864) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 46 (16.11.1864)
Date
1864-11-16
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zu Nr. 46 des Israelit. Aettrrngsnachrichten und (Korrespondenzen. D e u t s ch l a nd. Frankfurt, 1L. Nov. Dem „Fr. I." wird geschrieben: „Der Vorsänger der israelitischen Religions- Gesellschaft, Herr Frieslander, hat, wie wir vernehmen, einen ehrenvollen Ruf als Cantor der größten Gemeinde in New-Dort erhalten, welche Stellung mit einem fixen Gehalt von?0t^0 Dollars verbunden ist. Herr Friesländer, aus Hamburg gebürtig, bekleidet seine hiesige Stellung seit 8 Jahren und wurde damals unter 12 Aspiranten einstimmig gewählt. Derselbe, höchst bescheiden in seinen Ansprüchen, hat eine liebliche Stimme und ragt namentlich durch seinen angenehmen und verständnißvollen Vortrag unter vielen seiner Collegen hervor. Es wäre zu wünschen, daß Herr Friesländer, der sich hier viele Freunde erworben und zur vollständigen Zufriedenheit seiner Gemeinde functionirt, seiner hiesigen Stellung erhalten werde." Aus Württemberg. Dem inneren Berufe folgend, hat am Anfang dieses Monats ein Mann das Schwabenland verlassen, dessen Verlust nicht nur die Gemeinden, in deren Mitte er als Lehrer und Vorsänger gewirkt hat, sondern nahezu das ganze Württemberg empfinden dürfte, für das er besonders in jüngster Zeit in edelster Weise, ersprießlich und wacker gewirkt und gekämpft hat. Ludwig Stern, bisher in Freudenthal angestellt, hat die Lehrer¬ und Hausmeister-Stelle an der Lehrerbildungsanstalt in Würzburg angenommen,welche von den dortigen hochherzigen Rabbinen unter Protektion der baierischen Regierung ins Leben gerufen worden ist. Wie unser Stammvater folgte auch er der inneren Himmelsstimme und zog weg 12271221 122^2 1'2« n'221, verließ Vaterland, Heimath, Verwandte und Freunde, um zu wirken für das Ideal, das er auch bei uns zu erstreben bemüht gewesen, um vereint zu sein mit den Verwandten des Geistes, die seinem Edelmuthe mehr gelten als irdische Beziehungen. Rastlos wie seine pflichttreue Thätigkeit stieg auch er in seiner äußeren Stellung von Stufe zu Stufe und bewährte sich an ihm jener göttliche Segen, der solchen Männern verheißen ist, .2222 .2'.2i -sve? .2v-um. Von der kleinen Filialgemeinde Deufstetten aus, für die er ein Faktotum war, wie von Margelshdim und Creglingen, wo die Gemeinden zu jedem Opfer bereit waren, um ihn länger besitzen zu dürfen, wie durch die größere Kehilla Freudenthal, wo sein hervorragendes Wissen und Wirken, obschon neben einem Rabbinen, doch in der ehrenvollsten Weise Anerkennung gefunden hat, verbreitete sich sein Name immer weiter in den Gauen Württembergs. Sein rednerisches Talent und seine theologischen und pädagogischen Kenntnisse fanden ihren besten Lobredner in seinen Predigten, seinen Vorträgen und seinen schriftstellerischen und publiciftischen Werken und Aufsätzen , welche auf der Kanzel vernommen worden, oder durch die Presse in Büchern, Zeitschriften und Broschüren an das Licht der Oeffentlichkeit getreten sind. An der Spitze steht hierin das von ihm erschienene „Deutsche Lesebuch für israelitische Schulen in 5 Abtheilungen" (Stuttgart 1862), das im Anslande fleißig gebraucht wird, obgleich unsere israelitische Oberkirchenbehörde, deren meisten Mitglieder nicht wohl die wahren Freunde eines solchen Strebens sein können, es nicht officiell in dm württembergischen Schulen eingesührt Hai. Mit einem wahren Eliasmuthe aber ist er als wackerer Kämpe in die Schranken getreten, um eine Revision des israel. Kirchenwesens in Württemberg zuerstreden, um die jetzt das ganze Land in allen seinen Parteien einstimmig und sehnlich petrtionirt. So hat sich sein Verdienst über das Weichbild der Gemeinden hinaus durchs ganze Land nicht nur ausgebreitet undunvergeßlich gemacht, sondern auch — gestützt aus Sam. 1. 12, 23. — die Hoffnung erzeugt, daß die politische Grenze, die ihn nun von un. trennt, keine Scheidewand zwischen uns sein werde in den religiösen Bestrebungen, die wir bis jetzt gemeinschaftlich unternommen haben und bald zum segenreichen Ziele führen werden. Möge er in Würzburg die Liebe und Achtung finden, die er unter uns besitzt, seine Aufnahme dort so herzlich sein, wie sein Abschied von hier und sein Wirken immer allgemeiner und segensreicher sich entfalten! 21X2 .2ZL" ^2*22X1 2PLÜ 22'^X2 2'21. Im Namen der Freunde im Neckanhale, im Taubergrunde und am Donauftrome. S. Levy in Stuttgart. Oesterreichischer Kaiserstaal. Tucap (Böhmen), den 4. Nov. In Nr. 9 des 2. Jahrg. des „Israelit" haben Sie, geehrter Herr Redacteur, mit kräftigen Worten die Rabbinen des österreichischen Kaiserstaates aufgefordert, mit vereinten Kräften dahin zu wirken: daß die 12000 jüd. Soldaten, die in den Reihen der ruhmgekrönten österr. Armee dienen, ihren christl. Kameraden in religiöser Beziehung gleichgestellt werden. Sie haben aus die Nothwevdigkeit der Anstellung von Rabbinen beim Heere aufmerksam gemacht, damit auch die jüd. bol-

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