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Der Israelit · 1864-11-16 · Heft 46 (16.11.1864) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 46 (16.11.1864)
Date
1864-11-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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607 sein 25jähriges Doctor-Jubiläum. Der greise Professor nimmt, wie Sie auch aus diesem Berichte ersehen, noch regen Antheil an allen gemeinnützigen Anstalten zur Hebung des Judenthums. Naab, den 4. Nov. In der Ueberzeugung, daß folgende Mittheilung die vielen Freunde des Herrn S. D. Tauber angenehm berühren wird, ersucheich Sie, geehrter Herr Redacteur, folgenden Zeilen einen kleinen Raum in Ihrem geschätzten Blatte zu gönnen: Herr S. D. Tauber, ein Schüler der Preßburger Rabbinatsschule, wurde in Kun St. Miklos, nachdem er daselbst im Tempel vor der versammelten Gemeinde und in Gegenwart der dortigen Geistlichkeit und Gymnasialprofessoren eine in correcter deutscher Sprache abgefaßte Probepredigt abgehalten hatte, als Rabbiner ausgenommen. Am 3. Nov. wurde dem Herrn S. D. Tauber durch die beiden Herren Vorsteher und ein anderes allgemein geachtetes Gememdsmitglied aus Kun St. Miklos das Acceptationsschreiben überbracht. Dies möge auch vielen und größeren Gemeinden Ungarns als Beweis dienen, daß die Preßburger Schule noch immer in ihrem alten Glanze dasteht, und daß ihre jungen Sprößlinge von dem alten aber dennoch jugendlich starken Lebenskeime unserer durchdrungen, noch immer als kräftige Stütze unserer Religion und als treue Leiter unseres Volkes dienen können. Obwohl wir ungern diesen Mann aus un-erer Mitte scheiden sehen, da er auch hier ein steter O'2-,2 .-!-nr> war, so freuen wir uns dennoch vom ganzen Herzen, daß er in einen neuen Wirkungskreis tritt, wo er seine rabbinischen und klassischen Kenntnisse verwerthen wird können, und möge er auch dort die wohlverdiente Achtung genießen, wie er sie hier in allen Familienkreisen genossen; denn glücklich ist die Gemeinde, welche diesen talentvollen jungen Mann zum Seelsorger erhält. P. Pefth, Ende Sept. *) Seit einigen Tagen weilt der rühmlich bekannte k. k. Hofwechsler, Herr Ignatz Deutsch aus Wien, in unserer Mitte; er soll, wie die Fama wissest will, die Negotiation eines bedeutenden Anlehens mit der hiesigen Stadt zu Stande gebracht haben. Der Herr Hofwechsler hat sich aber wie immer außer seinen Berufsgeschäften als Banquisr auch als eifriger Jehudi erwiesen. Am Rüsttage zum Sabbat wurde er von einer Deputation des seit einiger Zeit hier bestehenden Talmudvereins **) feierlich begrüßt und als Ehrenmitglied ausgenommen; Herr Deutsch hielt an die Deputation eine sehr *) Durch Zufall verspätet. — Corr. **) Mit gütiger Erlaubniß der löbl. Red. schreibe ich über diese, für die Zukunst vielversprechende Anstalt, ausführlicher. Corr. — Wird gern ertheilt. Red. — erhebende, vom Geiste jüdisch-religiöser Gesinnung durchwehte Ansprache, verpflichtete sich zu einem jährlichen Beitrage von 100 fl. ö. W., und legte es dem Vorstande des Vereines in sehr warmen Worten an's Herz, daß er bestrebt sein möge, eine Talmud- Thora-Schule mit dem Vereine zu verbinden, damit derselbe stets erstarke und sich in den Kindern neu verjünge. Am Sabbat in der alten Synagoge im Orgi'schen Hause zur Thora gerufen, spendete Hr. Deutsch bedeutende Spenden, u. A. ward der Talmudverein wieder reichlich und die Armen des heiligen Landes mit 200 fl. ö. W. bedacht. In unserer Zeit, wo man leider nur zu selten Reichthum, religiöse Gesinnung und Splendidität vereint sieht, üben solche Erscheinungen einen wahrhaft wohlthätigen Einfluß, und halte ich daher die Berichterstattung hierüber, um auch weitere Kreise zu erfreuen und zur Nacheiferung zu bringen, nicht nur für angemessen, sondern auch für Pflicht. R. Wien. Im „Wanderer" vom 2. Oct. 1864, Morgenbl. Nr. 272, ist folgende Erklärung zu lesen: Erklärung. Ich erkläre hiermit, daß herunter meinem Namen erschienene Artikel in Nr. 26 und 27 der Zeitschrift „Ben-Chananjah" d. I., namentlich die Uebersetzung einer hebräischen Kritik über die neue Broschüre „Offen und ehrlich" auf einer schamlosen und lügenhaften Fälschung beruhe; da mir nie irgend eine Kritik über die genannte Broschüre zu Gesicht gekommen, und ich daher auch nicht eine Uebersetzung derselben schreiben konnte. Zugleich gebe ich im Namen des Herrn H. L., Rabbiner zu Sikso, und für ihn die Erklärung ab, daß er die angezogene Broschüre nie gesehen und sich auch nie darüber schriftlich geäußert habe. Die Frechheit, in einem Zuge eine zweifache Fälschung öffentlich zu begehen und unter Anderer Namen Worte und Gedanken anzusühren, die keinem vernünftigen Menschen in den Sinn kommen, ist grauenerregend; dieß hiermit zur Rüge, die Beurtheilung jedem redlich Denkenden überlassend. Pechy-Neudorf, 29. September 1864. S. Diamant, Ober - Rabbiner. Somit findet die Komp. Preßprozeß-Affaire einen, ihrem ganzen Verlaufe würdigen, Abschluß. Herr Oberrabbrner Löw, der natürliche Verbündete der Messiasverleugner, hat sich der frechsten Fälschung, der niedrigsten Verleumdung öffentlich schuldig gemacht. Sein Schildknappe, Herr H. B. Fassel, der eitle ipr NMbn i-wrr^, welcher in seinen Auslassunngen „Neuzeit" Nr. 6 und 12 eine Masse von Fälschungen und Irrthümern niedergelegt, wie sie sobald kein Sterblicher zusammenbringt, und der dafür auch die verdiente Züchtigung in der Broschüre „Offen und ehrlich" erhalten, brachte nun noch einmal seine abgeschmackten Witze, falschen Lehren und Jrrthümer zu Markte. Unfähig, auch nur ein Wort der Widerlegung auf die ihm

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