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Der Israelit · 1864-11-02 · Heft 44 (2.11.1864) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 44 (2.11.1864)
Date
1864-11-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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582 Palästina. Jerusalem. In neuester Zeit geschieht sehr viel für die materielle Hebung der heiligen Stadt. Bereits sind einige Engländer angekommen, die hier eine Wasserleitung einrichten werden. Die Straßm werden weiter gemacht und neu gepflastert. — Die iSr. Gemeinde zu Kopenhagen hat durch den Rabbiner vr. Wolf 150 Fr. zum Bau der Armen- und Pilgerwohnungen übersandt. Feuilleton. Israels Hoffnung. (Aus dem Hebrew.) Was zagest du, mein Volk so sehr? Was lastet aus dir drückend schwer? O, trage muthig Bürd' und Sorgen! Einst kommt für dich ein neuer Morgen, Schon strahlet dir sein elles Licht; Drum Muth mein Volk, und zage nicht! Siehst du den Eichbaum mächtig steh'n? — Und wenn Jahrhunderte vergehn, Noch unerschüttert steht die Eiche; Des stärksten Sturmes grimm'ge Streiche Bezwingen ihre Stärke nicht; Des Wetters Macht an ihr sich bricht. Du sah'st an dir vorübergeh'n Jahrtausende; doch mächtig steh'n, , O Israel, noch deine Eichen; Ist das vom Himmel nicht ein Zeichen, Daß mit uns seine starke Hand? Drum wanke nicht und halte Stand! Zwar Vornrtheil und Glaubenshaß Verfolgten dich ohn' Unterlaß; Dich drückten mächtige Tyrannen; Doch alle Qual, die sie ersannen, Sie beugte nicht den stolzen Muth; Du trotztest kühn der Pein'ger Wuth. Dich marterte der Dränger Zahl Mit grausenhafter Folterqual, Und von der heißgeliebten Erde, Vom traulich süßen Heimathsheerde Hat man dich schonungslos gebannt! Du irrtest fremd in fremdem Land. Du wandertest von Thür zu Thür; Doch Keiner fühlte, litt mit dir; Man drückte dich mit bitt'rem Hohne — Das war für dich die Marterkrone; Mit frommen Muth trugst du dein Leid, Du hofftest still auf bess're Zeit. Du hast des Leidens Kelch geleert, Wie kein Volk auf der weiten Erd'; Doch nach so vielen tausend Jahren, Nach so viel Stürmen und Gefahren, Steht unversehrt dein Stamm noch heut Und prangt im schönsten Blüthenkleid. Der Völker unzählbare Schaar, Die vor dir und die mit dir war, Sie ist vom Erdball ganz verloren; In dir mein Volk, das auserkoren, Lebt jetzt der alte Stamm noch fort: Du bist noch treu dem Gotteswort; Der alten Satzung bist du treu, Trotz hartem Joch und Tyrannei, Der Satzung, die von seinem Sitze Dir Gott einst gab aus Sinai's Spitze; Da schwurst du heilig-schweren Eid Und hieltest ihn getreu bis heut. Drum blüh'st du heute noch so schön, Drum sels ich deine Eichen steh'n, Noch hente majestätisch prangen, Drum machen Feinde dich nicht bangen; Drum hältst du, nimmer wankend, Stand; Liegt doch dein Loos in Gottes Hand. Einst kommt der Tag, o Israel, Wo des Gesetzes klarer Quell Ausströmcn wird von dir auf's Neue, Geweiht durch Gottes heil'ge Weih-'. Dann wird dir, Israel, dein Recht, Dann bist du frei, bist nicht mehr Knecht. Drum Muth, mein Volk, nnd zage nicht! Blick' nur mit gläub'ger Zuversicht Zum Herrn empor; dein Gottvertrauen Wird herrlich die Erfüllung schauen! Hoff' nur, schon steigt am Himmelsraum Empor der Morgenröthe Saum. Münster, im Mai 1864. S. W. Hierzu zwei Beilagen. Lerantwortliche Redaktion: Vr. Lehmann. — Verlag drr L« Roux'schen Hofbuchhandlung.— Dampf-Schnellpressendruck von I. GotlSlcbcn in Mainz.

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