Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 44 (2.11.1864)
- Date
- 1864-11-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2447141-2447184--02965-2458335- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
>80 men. Jndeß wurde das Ortsgericht von der Sache benachrichtigt - dieses eilte herbei, selbst der hochw. Hr. Dechant des Ortes, so wie die gerade hier anwesende Gendarmeriepatrouille von Hainburg, und zerstreuten den Haufen. Verwundet wurde eine Frau an der Hand durch einen Steinwnri. Aus Mähren, 20. October. Das Gerücht von der Liquidation des mährischen Lanoesmaffasondes zum Behufe der Erhaltung jüdischer Gemeinden, tritt seit jüngster Zeit wieder mit Bestimmtheit aus, und gewinnt angesichts des ratb und thatlosen Zustandes vieler in faktischer Auflösung begriffener Gemeinden immer mehr und mehr an Connsienz. Zinn Beweise des oben erwähnten traurigen Zustandes io mancher mähr, jüdischen Gemeinde diene, daß es deren nicht wenige gibt, deren Rabbinate aus Mangel an Subsistenzmitteln unbesetzt bleiben muffen, und welche Rückschritte eine jüd. Gemeinde in ihrer Religiosität ohne einen Seelsorger macht, wird wohl jeder erkennen, dem nur ein einigermaßen jüdisches Herz in seiner Brust schlägt. Wersen wir ferner auch einen Blick ans den Status jüdischer Schulen, so werden mir finden, daß die Zahl der Zahlungsunfähigen die der Zahlungsfähigen unverhältuißmäßig übersteigt, indem die bemittelteren Eltern arößtentheils in Wien, Besinn, Olmütz oder Jglau sich etabliren. und am die'e Weist' die Unbemittelten in den Gemeinden unückbieiben. Wie also, wenn am diese Art die Gemeind? au Population einbüßt, für einen nachhaltigen Unterricht der Kinder sorgen d Woher nun die Mittel schasten, um uns tüchtige Lehrer anstellen zu können, die, wenn sie wirkliche Pädagogen sind, in der Regel gilt bezahlt 'ein wollen? Ip'di na - ar-d könnten wir mit jenem Könige tragen. - Herr Reisenrann aus Polnan in Böhmen har im Laufe des vergangenen Sommers das Poftgebände in Gr. - Meseritsch in Mähren sanunk Einrichtung käuflich an sich gebracht , und, verläßlichen Berichteil zufolge, bereits das Dekret als t. k. Postmeister von hoher Regierung erhalten. Ist es nun an und für sich schon erfreulich, daß heutigen Tages in Oesterreich auch Juden zur Würde eines Postmeisters gelangen können, io ist es nicht minder herzerhebend, wenn ein solcher Jude nicht oergißt, welcher Abstammung er ist. Dieses hat nun der Herr Postmeister Neiiemann durch die That bewiesen, indem er am heil. Berwhnungstage beim Ausrufe zur Herl. Thora nicht nur einen annehmbaren Geldbetrag spendete, sondern auch dem ehrw. Herrn Rabbiner und sonstigen Gemeindebediensteten ein alljährliches Deputat an Holz. Getreide und Viktualien zu verabsolmn den Vorsatz gefaßt, und denselben bereits in Ausführung gebracht hat. — In Nr. 31 des „Ben Ehananja" finden wir eine Mittheilung aus Gaya, in welcher den jüdischen Lehrern insinuirt wird, als strebten sie die völlige Autonomie und Unabhängigkeit der jüdischen Schule von Gemeinde und Rabbinat an. Wenn nun auch nicht zu läugnen ist, daß es hie und da eine Gemeinde gibt, in welcher Lehrer und Rabbiner nicht gerade präcis nach dem Satze 2-2X 222' 2'>p 22-, 212 22 "2' 2?, zu einander stehen, io gilt dieses wieder als eure Ausnahme von der Regel. Ich bin im Gegen theile der festen Ueberzeugung, daß es viele Lehrer, insbesondere diejenigen, denen das Wohl der ihnen anvertrauten Schuljugend und hierdurch das Wohl ihrer Gemeinde wahrhaft am Herzen liegt, als ihren sehnlichsten Wunsch ansehen. mit dem Rabdiner Hand in Hand an der Heranbildung der Jugend thntig zu sein, denn wo mehrere Kräfte im harmoni sehen Einklänge ein Ziel anstreben, da kann man ja an einem Gelingen des Werkes nicht zweifeln. Nur ein wenig Nachgiebigkeit in Bezug aus eingebildete 9k e ch t e von beiden Seiten, und Lehrer und Rabbiner können ganz gut neben einander zum Heile der Ge meinde wirken. c?e In Bisen;. einer ehemals st'hr würdigen Ge. meinde Mährens, hat die falsche Richtung der Zeit den dortigen Rabbiner Herrn Toss in den Himer grnnd gedrängt, um dem Prediger, Herrn Herze!, den Vordergrund einzurüumen. Hierdurch bildeten sich zwei pager. di.- mit der größten Erbitterung einander gcgenüdersrchen; inan nennt st? Toffiarree und Herzelianer. Angenommen, daß die Predigten des neuen Predigers ohne dessen Charakter, Wissen oder Fähigkeiten nahe treten zu wollen, da ich weder die eben berührten Persönlichkeiten, noch denjenigen kenne, von welchem diese Mittheilung stammt, weck mir selbe erst aus zweiter Hand wurde - allen Regeln der Rhetorik entsprechen, und daher vollkommen kunstgerecht gezim merk sind, bleibt dennoch die Frage offen, ob dieselben io viel Heil stiften werden, als durch die Diffidenz Unheil für jedes einzelne Mitglied einer Gemeinde erwächst. In Holleschau har die Gemeinde den Herrn Grasen Vrbna, k. k. Kämmerer zum Bürgermeister gewählt. Der Herr Grat nahm die auf ihn gefallt ne Wahl an und verbrach der an ihn entsandten Depu tation, der Gemeinde Holleichau seine geneigte Anfmcrk iamkeit zu schenken. Als dessen Bürgermeister-Stell Vertreter wurde Herr Knövielmacher designirt. I t n l i e n. Aus Rom wird geschrieben, daß der junge Eo<"n am Mickmelistage, seinem Namenstage, die