Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 44 (2.11.1864)
- Date
- 1864-11-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2447141-2447184--02963-2458333- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
578 gen werden, habe ich es gewagt, wenn auch nicht das erste Wort in dieser Sache zu sprechen, was vielmehr im „Lebanon" und im „Israelit" und, wie erwähnt, schon im Jahre 1848 in den „^rebives Isra^Iites" geschehen, doch mit dem ersten Worte zur realen Ausführung hervorzutreten. Ich bin für heute zu Ende. Mein übervolles Herz hat sich aussprechcn müssen. Erbarmt Euch, theure Glaubensbnider, rettet, nehmt um Gottes Willen die Angelegenheit in die Hand, bildet Comite's, überwindet, wie ich es auch habe thun müssen, jede Scheu; bieret euch zu Comitsmitgliedern, bietet euch zu Agenten in dieser hochheilig gen Nationalanaelegenheit an Spendet, spendet reichlich, viel und oft, und das so unmöglich Scheinende wird leicht und schnell von Statten gehen. Machet in Bezug auf gegenwärtigen Aufruf recht viele Gegenvorschläge, wenn er, wie wahrscheinlich, mangelhaft scheint. Tretet so kritisch als irgend möglich dagegen auf, ihr werdet Niemandem mehr Freude damit machen als mir; denn ich bin mir bewußt, auch hier der Wahrheit, und nur der Wahrheit dienen zu wollen. Nehmet aber die Sache so heiß aus, wie sie es gebieterisch fordert. Eisenstadt, den 11. Tischri 5625. Dr. I. Hildesheimer, Rabbiner. (Wir haben zu vorstehendem Aufrufe nur Weniges hinzuzufügen, da wir bereits oft in diesen Blättern unsere Ansicht über diese wichtige Angelegenheit ausgesprochen haben, und da die Sache für sich selbst spricht. Schon im rein wissenschaftlichen Interesse wäre eine jüdische Mission an jene fernen Glaubensgenossen von der höchsten Wichtigkeit; um wievielmehr drängt die heilige, religiöse Aufgabe, die uns hier geworden! Wir erklären uns auch bereit, am hiesigen Orte ein Localcomite für den in Rede stehenden Zweck zu bilden. Das Erste und Nothwendigste jedoch ist wohl die Bildung eines Hauptcomitö's; wir sehen geeigneten Vorschlägen entgegen, die wir in diesen Blättern veröffentlichen werden. — Die Redaction.) Zeitungsnachrichten und Correspon denzen- D e u t s ch l a > d. Hannover, den 26. October. Unlängst wurde hier der neue israelitische Friedhof eingeweiht; ungefähr 120 Kohanim halten sich eingefunden, um an dem ersten Grabe den ersten Spatenstich zu thun. Die Einweihungsrede hielt Landrabbiner Or. Meyer in der von dem Architekten Oppler erbauten Predigthalle. Nicht dem Ernste allein, meinte der Redner, dürfen wir uns in diesem Augenblicke überlasten, wie sehr auch der Ort, an dem wir uns befinden, und die Gedanken, denen wir uns bei der Liebespfiicht, die wir soeben geübt, so leicht hingeben, dazu mahnen möchten, sondern auch den Gefühlen der Freude und des Dankes und zwar nicht allein in Berücksichtigung des Festes, das wir gerade feiern, sondern auch im Hinblicke auf die Vergangenheit und die Gegenwart. Wie sollte auch ein Vergleich zwischen dem Sonst und Jetzt uns nicht zur Freude und zum Danke gegen Gott veranlassen, wenn wir bedenken, daß man sich ehedem kein Gewissen daraus machte, den Begräbnißplatz der Juden zu verletzen, und daß es, wie die Inschrift eines in der Mauer des alten Friedhofs befindlichen Steines bezeugt, eines besonderen landesfürstlichen Befehles bedurfte, um zu verhüten, daß man jenen nicht ferner vivlira und turbire, während es jetzt, wo wir in Folge der Gesittung unserer Zeit als gleichberechtigte Bürger des uns Allen gleich theuren Vaterlandes betrachtet werden und im Stande sind, unseren Todten eine solche Ruhestätte zu widmen, gewiß Niemandem, der auf den Namen eines Gebildeten Anspruch macht, in den Sinn kommen wird, sich einer solchen Verletzung schuldig zu machen, und vielmehr sicher ein Jeder auch in diesem Friedhose eine heilige, der Pietät geweihte Stätte erkennt. Aber Freude rufe auch der Hinblick auf die Gegenwart insofern hervor, als er davon Zeugniß gebe, wie die viel gerühmte und viel bewährte Opserfähigk it in Israels Mitte auch jetzt noch nicht abhanden gekommen sei und sich auch in Rücksicht auf diesen Friedhof auf's Glänzendste kund gegeben habe, eine Opferfähigkeit, die um so anerkennenswerther sei, als sie noch für die spätesten Geschlechter fruchtbringend sein werde, indem sie ihnen von dem Gemeinsinne ihrer Vorfahren den Beweis liefern, und ihnen Sporn sein wird zu gleichem Thun und Schaffen. Alsdann zollte der Redner dem Baumeister für den so herrlich von ihm ausgeführten Bau, wie allen denen, die an demselben mitgeholfen halten, seinen Dank, und mit dem üblichen Gebete für den Verstorbenen schloß die erhebende Feier. Mainz, den 26. October. Das Londoner „Jewish Chronicle" hat die in diesen Blättern veröffentlichte Entgegnung des Herrn Rabb. Hirsch Kalischer zu Thorn in's Englische übertragen und in seine Spalten ausgenommen; jetzt nun erklärt der Correspondent des genannten Blattes, daß er durchaus kein Gegner des Colonisationsvereins für Palästina sei, daß er nur zu angemessener Vorsicht habe ermahnen wollen; in dieser Beziehung sei er durch Herrn Rabb. Kalischers Antwort durchaus nicht befriedigt, da bereits viele Versuche zur Colonisirung Palästina's gescheitert