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Der Israelit · 1864-10-26 · Heft 43 (26.10.1864) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 43 (26.10.1864)
Date
1864-10-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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wichtigen Edictes darzubieten, um dieselbe im Archive der City aufzubewahren. Indem ich meiner langen Verbindung mit der Londoner City gedenke; indem ich mich jenes hohen und wichtigen Amtes erinnere, welches mir die City im ersten Jahre der Regierung unserer geliebten Königin übertragen hat, wenn ich ferner bedenke, wie edel und erfolgreich Ihre alte Corporation stets für religiöse Freiheit sich bemüht hat: so fühle ich mich doppelt und dreifach ausgezeichnet durch die hohe Ehre, welche mir heute wiederfahren ist, eine Ehre, der ich immer ein dankbares Andenken widmen werde Verehrter Lord-Mayor, verehrte Herren! Ich danke Ihnen aufs Herzlichste für Ihre Freundlichkeit, und ich biete Ihnen meine ernstesten Wünsche für das dauernde Gedeihen der City und für Ihre persönliche Wohlfahrt!" — London. Bei der bevorstehenden Wahl eines Lord-Mayors der City von London hat unser Glaubensgenosse, Herr Aldermann Philipps, gegründete Aussicht, den ersten Magistratsposten der Welt zu erlangen. — Unsere Leser werden sich erinnern, daß vor einigen Jahren ein Jude, Herr Solomons, Lord- Mayor der City von London gewesen, daß derselbe während der Zeit seiner Amtsführung den Palast des Lord-Mayors mit Mesusoth versehen ließ, und daß er bei Gelegenheit des großen Essens, welches der Lord- Mayor beim Antritte seines Amtes den bedeutendsten Männern Englands, zu geben pflegt, seine Gäste mit koscheren Speisen bewirthete. London. Ein Verein von Männern, an deren Spitze die Herren Capel H. Berger und Professor John Stenhouse in London stehen, hatte an die bekanntesten britischen Gelehrten ein Schreiben gerichtet, worin sie ersucht wurden, eine Erklärung folgenden Inhalts zu unterzeichnen: „Wir, die Unterzeichneten Jünger der Naturwissenschaft, wünschen unser aufrichtiges Bedauern darüber auszusprechen, daß die Forschung nach wissenschaftlicher Wahrheit heutzutage von Manchen dazu mißbraucht wird, die Wahrheit und Echtheit der heiligen Schrift anzuzweifeln. Wir denken, daß das im Buche der Natur geschriebene Wort Gottes, und Gottes Wort, wie eS in der Helligen Schrift enthalten ist, wie sehr sie von einander abweichen mögen, doch unmöglich einander widersprechen können. Wir können nicht vergessen, daß die Physik nichts Fertiges ist, sondern sich nur im Zustande des Fortschritts befindet, und daß wir gegenwärtig mit unserem, durch die Endlichkeit beschränkten Verstände nur dunkel, wie durch ein Glas, zu sehen vermögen, und wir glauben zuversichtlich, daß eine Zeit kommen wird, wo die Menschen sehen werden, daß die beiden Bücher in allen Einzelheiten ubereinstimmen. Wir können nicht umhin, es zu beklagen, daß dse Naturwissenschaft von Bielen, die kein Studium aus ihr machen, nur wegen der übelberathenen Weise, in der Manche sie in Opposition zur heiligen Schrift setzen, mit Mißtrauen betrachtet wird. Wir glauben, es ist die Pflicht jedes Jüngers der Wissenschaft, die Natur einfach zur Aufhelürng der Wahrheit zu erforschen; und wenn er findet, daß einige seiner Resultate dem geschriebenen Wort oder vielmehr seiner eigenen, möglicher Weise irrigen Auslegung desselben widersprechen, sollte er nicht anmaßlich behaupten, daß seine eigenen Schlüsse richtig und die Angaben der Schrift unrichtig sein müssen; er sollte lieber die beiden neben einander stehen lassen, bis es Gott gefällt, uns die Art, wie sie mit einander in Einklang gebracht werden können, einsehen zu lassen, und anstatt auf den anscheinenden Abweichungen zwischen Wissenschaft und Bibel zu bestehen, wäre es besser, sich im Glauben auf die Puntte zu stützen, in denen sie übereinstimmend Mehr als zweihundert Gelehrte, worunter die Herren David Brewster, Oberst Rawlinson, vr. Balfour, James Glaisher, haben diese Erklärung bereits unterzeichnet. P a l ä st i n a. Jerusalem. Da ich erst vor Kurzem eine Reise von Jaffa hieher machte, glaube ich, daß folgende Notizen über das heilige Land nicht ohne Interesse für die geehrten Leser dieses geschätzten Blattes sein dürften. Vor Allem will ich den allgemeinen Glauben, als ob seit der Zerstörung des h. Tempels das gelobte Land sehr unfruchtbar fei, als einen ganz und gar irrigen bezeichnen. Meine Studien in der Agrikultur und der Botanik erlauben mir, das entschiedenste Dementi diesem dem h. Lande angedichteten Mährchen von Dürre und Unfruchtbarkeit entgegenzusetzen. Die Fruchtbarkeit Galiläa'S bezweifelt Niemand, da ja dieses Land einen großen Ueberfluß an Cerealien, Baumwolle, Oel und Sesamkraul produzirt. Zahlreiche Schiffe verladen diese Produkte zur Ausfuhr in Kalut-^ss.n-ä'^.vrs, Ca'iffa oder Jaffa. Die BaumwollauSfuhr von dort beträgt jährlich ungefähr 10,000 bis 12,000 Ballen mit einem Werthe von ca. 3 bis 4 Millionen Gulden. Die Olivenbäume sind beladen mit Früchten und versprechen für dieses Jahr eine reichliche Ernte. Das eigentliche Judäa ist noch immer das Land, wo Milch und Honig fließt. Die Ebene von Saron war bei meiner Durchreise (Mitte Juli) grün durch Baumwollfelder, Pflanzungen von Sesamkraut und Mais, welche ohne künstliche Befeuchtung die glänzendsten Aussichten biete«. Man muß dies der üppigen Vegetation und dem sehr hohen Humus zuschreiben.

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