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Der Israelit · 1864-10-12 · Heft 41-42 (12.10.1864) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 41-42 (12.10.1864)
Date
1864-10-12
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Zweite BeilagezuRr.41 L42 desZsraelit. ZeitungsnachrLchteu und Correfpondeuzeu. Deutschland. Frankfurt a. M., 5. Oct. Die Abstimmung der christlchen Bürgerschaft über die Frage der Gleichberechtigung der Juden und Landbewohner ist beendigt, und gaben nur 923 Bürger ihre Stimmen ab, d. h. der neunte Theil der Stimmberechtigten. In der ersten Claffe stimmten 251, davon 241 mit Ja und 10 mit Nein; in der zweiten Claffe 311, davon 283 mit Ja und 28 mit Nein; in der dritten Claffe 361, davon 239 mit Ja und 122 mit Nein. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien. An unseren Glaubensgenoffen, den Dichter Hrn. Karl Beck in Wien, ist das nachfolgende Schreiben Sr. Excellenz des Herrn Staatsministcrs gelangt: „Ich fühle mich erfreut, daß ich über Vorschlag der ständigen Staatsministerial-Commiffion, welche ich! berufen habe, um über die Art und Weise der Verwendung des durch das Finanzgesetzes vom 29. Februar 1864 für Künstler bewilligten Betrages von; 25,000 fl zu berathen, in der Lage bin, Ew. Wohlgeboren in Anerkennung Ihrer ausgezeichneten, dem Gesammtverbande bleibend zur Ehre gereichenden Leistungen auf dem Gebiete der Poesie Namens der k. k. Regierung einen einjährigen Pensionsbetrag von 600 fl. zuzuwenden. Indem ich mich der schmeichelhaften Hoffnung hingebe, daß Ew. Wohlgeboren die Annahme dieses Zeichens ehrender und dankbarer Anerkennung nicht zurückweisen werden, erlaube ich mir beizufügen, daß jener Betrag bei der Landeshauptkaffe in Wien im nächsten Monat Oktober zur Zahlung angewiesen wird. Wien, den 25. August 1864. Schmerling." (Z-St.) Nudweis« In der hiesigen Kreis- und Bergstadt, wo bis zum Jahre 1848 kein Jude übernachten, ja ohne Meldung bei der Polizei nicht einmal den Tag über verweilen durste, hat sich unter Führung des Landes-Repräsentanten Hrn. E. Fürth eine behördlich anerkannte Kultusgemeinde constituirt, die heute über 50 Mitglieder mit 300 Seelen zählt. Kreisrabbiner ist Herr Jakob Mahler in Kaladei; Lokalrabbiner, Matrikenführer und Religionslehrer an den hiesigen öffentlichen Lehranstalten Herr Adam Wunder, Kantor uud Gemeindelehrer ist der geprüfte Hauptlehrer Herr David Horner, Schächter ist Herr M. GanS. Der Gottesdienst wird in einem gemietheten, würdevoll ausgeschmückten Lokale abgehalten; doch ist bereits ein geeigneter Platz zum Baue einer Synagoge und eines Schulgebäudes angekauft, — auch die Aneignung eines Grundstückes zu einem Friedhofe ist im Zuge. Es befindet sich hier eine M. A. Pollak'sche Zündhölzchenfabrik, die Fürth'sche Waschgoldleistenfabrik; die übrigen Mitglieder sind sämmtlich ziemlich wohlhabende Geschäftsleute, worunter 8 zugleich Hausbesitzer — doch wurde keinem von ihnen noch das Glück (!) zu Theil, in den Verband der Stadt-Gemeinde ausgenommen zu werden. (Z.-St.) Unterkralowitz. Bei der zu Ende des v. M. hier stattgehabten Gemeindewahl wurde der hiesige allgemein geachtete Postmeister Hr. Alois Wertheimer mit entschiedener Stimmenmehrheit der Israeliten und Nichtisraeliten zum 1. Gemeinderath und der sehr verdiente Cultusvorsteher, Herr Leopold Wertheimer, in den Gemeindeausschuß gewählt. (Z.-St.) Aus Jeke schreibt man: Am 20. August erschien ein israelitischer Taschenspieler in Pußmos und producirte dort seine Kunststücke. Die Intelligenz des Dorfes, der lutherische Geistliche und der lutherische Lehrer mit ihren Frauen und mehrere Andere wohnten der Produktion bei, die bis 11 Uhr dauerte. Am Schluß der Vorstellung stürzten der rumänische Dorfrichter und acht Andere, mit Knütteln bewaffnet und die Hüte auf dem Kopfe herein, löschten die Kerzen aus und fingen zu prügeln an. Die Lehrerin erhielt an der rechten Schulter eine schwere Wunde. Der Richter erfaßte den sich flüchtenden Taschenspieler an der Kehle und schleuderte ihn seinen Genoffen mit

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