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Der Israelit · 1864-10-12 · Heft 41-42 (12.10.1864) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 41-42 (12.10.1864)
Date
1864-10-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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544 er sogleich seinem Schöpfer für die mit großem Erbarmen zurückgeführte Seele; trocknes Brod wird dem wahrhaften Juden zur Himmelsspeise durch den ausgesprochenen Gedanken, daß es der Allherr zu unserer Sättigung aus dem Schooße der Erde herausgeführt hat, und das armseligste Gewand wird zum Königsmantel, da es der Allgütige mit seinen Schaufäden geschmückt hat; hat doch Gott dem Israeliten die Tephillin-Krone aufs Haupt gesetzt, damit alle Völker sehen, daß er der Träger des göttlichen Namens ist, hat Er doch seinem Arme, dem Herzen gegenüber, den Tephillin-Schmuck befestigt, ein Sinnbild der Stärke des Gedankens, der alle Kräfte der Natur sich unterwirft. Wollten wir all die beglückenden Momente aus dem häuslichen, Gottgeweihten Leben des Juden aufzählen, so würde es uns wie jenen weisen Lehrern in p-,2 am Pessach-Ft-ste ergehen, denen die Zeit entschwand, ohne daß sie den eilenden Lauf der Stunden bemerkten; ist doch jede Minute des wahren Juden von Gottes Segen erfüllt, und kein Leid ist so stark, das ihn ganz darniederwerfen könnte; die Anzahl der Freuden aber, der wahrhaften Himmelsfreuden, die Quelle und Ursprung haben im Gotterfüllten Herzen, wer vermöchte sie aufzuzählen, wer vermöchte sie zu schildern, wie das Herz sie empfindet? Aber nicht allein das Innere des Hauses sollen wir Gott zu weihen lernen am Festtage .-ipp2 ri'^pi „auch um das Dach Deines Hauses sollst du eine Schutzwehr ziehen iri'22 Q'2i xdi, damit du nicht Blutschuld ladest auf dein Haus". Vom Dache des Hauses aus hat man den Blick frei nach der Außenwelt. Da liegen sie alle vor uns, die prahlenden Güter der Erde und suchen, uns hinauszulocken aus unserm stillglücklichen häuslichen Kreise. Wenn es galt, das Leben im Hause dem Herrn zu weihen, so gilt es nunmehr, das Streben nach Außen zu beschränken durch die von der Thora vorgeschriebene Schutzwehr ir>'22 2>'2i 2'L7ri x°?i, damit auch das innere Leben nicht blutbefleckt werde. Wehe dem, der sich verlocken läßt, durch die prangende, gleißende Außenseite der auf Kosten des Judenthums und der Jsraelssitte zu erwerbenden Güter — für ihn hat aufgehört das vom Frieden des Hauses beglückte Leben, für ihn sind vernichtet all die himmlischen Mittel, die uns ein Leben in der Verbannung, in Zurücksetzung und Zurückgezogenheit zum Paradieses- UMgkstalteN I2'2 v 2'L'>'21 7I21L'2 ririx .-».-w .->2' '2 X2N 2vip "N 222 2vip2. Wiegt doch eine Stunde des Sichhinwendens zum Vater im Himmel und der Vollendung Gottgebotener Thaten das ganze Wonnelebey künftiger Seligkeit auf! Es ist wahr, unsere hochheilige Religion tritt dem Juden bei seinem rastlosen Streben nach Außen gar oft hemmend in den Weg, verschließt ihm diese und jene glänzende Laufbahn, versagt ihm diese oder jene Thätigkeit, auf der sich ihm ein Feld hellstrahlenden Ruhms eröffnete, die Sabbate und Feste hindern den rastlosen Erwerb, schließen von der Wahl des Beamten- und Kriegerstandes aus, selbst in der Kunst wird gehemmt der Meißel des talentvollen Bildhauers: es ist wahr, aber dürfen wir es bellagen? Die Schutzwehr am Dache des Hauses soll uns eben abhalten von rastlosem Streben nach Außen, soll am Rande des Daches uns wieder zur Umkehr mahnen nach Innen, damit wir nicht vorziehen die werthlose Muschel der köstlichen Perle, die unnütze Nußschale dem rm Innern wohnenden süßen Kern, damit wir es wieder lernen, wenn wir in Gefahr sind, es zu verlernen, die Sabbatruhe Wonne zu nennen, verherrlicht durch den heiligen Hüter Israels, damit wir es wiederum lernen, daß das Leben in Gott ist eine reiche Quelle des Glücks, dessen Verlust nicht ersetzbar durch allen Erdenschmuck, durch allen Flitter der Erdengröße, durch allen Tand irdischer Herrlichkeit. Laß es dir darum nicht leid sein, du gesinnungstreuer Israelit, daß du viel, sehr viel entbehren mußt auf der Reise durchs Leben — du hast Ersatz dafür, reichlich Ersatz dafür; deine Entbehrungen selbst werden dir eine Quelle nimmer versiegender Freuden. Die Vollendung der Weihe unseres Lebens ist die Erziehung, die sorgfältige Erziehung der Kinder. 21L7222 '22^1 ril'212 "7>2l I2'dl2 X1.-N p st22 ,-INX 1212212 '2 NX 12-0 ->21X1 21'1 21' 122 122221 „Schenkt der Allgütige dem Israeliten einen Sohn, so führt er ihn ins Gotteshaus und ins Lehrhaus, auf daß er gottgefällig lebe und Tag für Tag spreche: Preiset den Herrn, den Hochgepriesenen!" An der sorgfältigen Erziehung der Kinder haben die Mütter den bedeutendsten Antheil. Von jeher waren die israelitischen Frauen die Hauptstützen, wo es galt, einen Bau des Heiles aufzurichten, wo es galt, die Saat des Heiles und der Wohlfahrt auszustreuen. Durch frommer Frauen Verdienst wurden unsere Eltern aus Mizrajim befreit, und neben den Helden unseres Volkes waren es stets edle, gottbegeisterte Frauen, die auf die Entwickelung unserer Geschichte stets den größten Einfluß übten. Moses und Aaron stand Mirjam zur Seite, Barak ward von Debora überragt, eine Channa war Samuels Mutter, bei der Prophetin Hulda fragte der fromme ^önig Joschiahu an, Esther war die Retterin ihres Volkes. Zu allen Zeiten haben hochbegabte Frauen in Israel viel Gutes und Edles vollbracht. Möchten doch auch die israelitischen Mütter unserer Zeit sich ihrer Ahnfrauen würdig zeigen, indem sie ihre Hauptaufgabe erfüllen und für die würdige, Gotterfüllte Erziehung ihrer Kinder sorgen; möchten sie die Männer ermahnen, ermuntern, begeistern, daß sie

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