Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 41-42 (12.10.1864)
- Date
- 1864-10-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Die Festtage aber, die uns Gott gegeben hat, von ihnen heißt es: (Psalm 111, B. 8) 7pd v'2i2O 7V'1 22^2 2'iwp 2-ipb „Sie sind gegründet für die Ewigkeit, sie sind eingerichtet in Wahrheit und Gradheit." Es kömmt nur darauf an, daß wir unsere Feste erheben zu Festen Gottes. 27222 'Itb 222' ^7 222' „ Du hast hinzugesügt dem Volke, o Gott, Du hast hinzugefttgt dem Volke, durch das Du geehrt wirst" (Jesaias C. 26, V. 15); hierzu bemerken unsere Weisen im Midrasch: 27H .7272 .72X 2"212.7 72X '2 7^1^' -Z2P2 '21 21N2?7P '22V1 2i-i'272 '227 s'2^211 P12121 P21L71 j'>2ir<;2 P'X dr<7V' 72dr 2.7'L'P221 2.7'7272 "218 PO'P221 O'22L71 P21I71;'7218;.7 2'212 2'2' 27^7;21^ 228 O'2721 2172.72 2'2721 ^772 ^22^1 21'2^2 '227 ^'OI2^1 8121 2'2 ^87L"7;2N 2281 2H27s72 2'2721;'22122;21^ 228 ,2pp2 ib 2Vip 8'2i 17;2>i^ 228 21112 p2ip 7^ü "2722: 21L7772 '227l 21'2^2 '227 12'7l2 8121 12 l7 "712271 ^7 28 1272 72181 21'1 21' „Wer ist, wie Dein Volk, Israel, ein einziges Volk! Auch die Heiden haben viele Festtage, die sie nur zum leichtsinnige': Genuß, zum Besuche der Theater und Cirkus benutzen, bis sie Gott erzürnen mit ihren Reden und mit ihren Thaten. Nicht also die Israeliten; auch sie genießen, aber ihr Genuß ist Gott geheiligt, sie besuchen Lehrhäuser und Beihäuser, erheben ihre Seele im Gebet, weihen sich durch die Erinnerung an den einstigen Dienst im Heiligthum, läutern ihre Seele durch Gesetzesstudien; und hat Gott den: Israeliten ein Haus verliehen, so weihet er dessen Schwelle dem gütigen Geber, und hat ihm der Herr ein schirmendes Dach geschenkt, so umzieht er es mit der Gottbefohlenen Schutzwehr, und hat der Allgütige ihn mit einem Sohne begnadigt, so erzieht er ihn in der Gotteslehre, so weiht er ihn dem Gottesdienste, bis daß er spricht Tag für Tag: O, preiset Gott, den Hochgepriesenen!" — Israels Ruhe soll also nicht sein nur geweiht dem Genüsse und dem Vergnügen, sie soll belebt werden durch den Gottesgeist. Die Festeszeit soll uns Muße geben zur Erhebung unserer Seele im Gebet, zur Bildung unserer Seele durch Thora - Studium, zur Werhe unseres Familienlebens, deß Zeichen ist die Mesusah, die Heiligung der Schwelle des Hauses, zur Weihe unseres Verkehrs mit der Außenwelt, deß Zeichen ist das Maakah, die Schutzwehr an: Dache des Hauses, die uns bewahre vor Schuld und Fehl; die Festeszeit soll uns Muße geben zur treuen und unverfälschten Fortpflanzung des voll den Vätern ererbten Gottesgeistes, zur sorgfältigen Erziehung der Kinder. I. Unsere erste Pflicht am Feiertage also ist die Erhebung unserer Seele im Gebet. Nicht etwa, wie wenn der Israelit nur am Festtage zu beten verpflichtet sei; nein, Tag für Tag muß sich unsere Seele erheben zum Allgewaltigen; denn der schwache Erdensohn hat keinen Augenblick das stützende Bewußtsein zu entbehren, daß droben ein allmächtiger Hort jeden seiner Schritte lenkt und leitet, er darf es daher nicht unterlassen, dieses erquickende Bewußtsein auszusprechen und den Allgütigen um fernere Leitung und Führung zu bitten. Lebt er doch ohne den eignen Willen, stirbt er doch, er weiß nicht wann, hängt doch die Ausführung eines jeden seiner Pläne vom Allgewaltigen ab, ist doch in jeder Minute der Mensch zum Danke gegen den Allgütigen verpflichtet! br-riw' 2"'2 728 2227P1 2-2212 217222. Aber am Festtage sei unser Gebet ein längerwährendes; frei von allen störenden Gedanken der Alltagszeit fliege unsere Seele auf den Flügeln ungetrübter Andacht zum Vater im Himmel empor, es seien geweihct einige Festesstunden der Erinnerung unseres einstigen Lebens im heiligen Lande, unserer einstigen Wanderung nach der heiligen Stadt, unseres einstigen Dienstes im heiligen Hause! — Dereinst hielt Jerobeam die Israeliten von der Wanderung nach der heiligen Stadt ab, und auch in unfern Tagen will man aus unfern Gebetordnungen die erhabenen Gesänge gottbegeisterter Männer entfernen, die uns an das leider jetzt zerstörte Gotteshaus erinnern, wo die Priester in Reinheit die Festopfer darbrachten, wo die Leviten sangen die Gottesgesünge, wohin das Volk strömte in unabsehbaren Schaaren, um vor dem Angesichte des Allgegenwärtigen zu erscheinen. Daß wir in uns diese Erinnerungen treu und lebendig bewahren, daß wir in uns recht wachrufen die Sehnsucht nach dem Wiederaufbau des Beth Hamikdosch, das ist eine Hauptaufgabe unserer Festesfeier-, das bezwecken die Pintim und Mussaphim, die unser Festgebet mehren und verherrlichen.! n- § „Aber", wird Mancher entgegnen, „die heilige! Sprache ist uns fremd geworden; kann denn das Gott! wohlgefällig sein, wenn unsere Lippen hersagen, was! wir nicht verstehen, und wobei daher unser Herz theilj nahmlos bleiben muß?' > Und soll, antworten wir hierauf, um der Thoren! willen, die Nichts gelernt haben, unsere heilige Sprache - vergessen werden, durch die allein es möglich ist, daß! wir uns mit dem Geiste der Gotteslehre zu erfüllen! vermögen? 72"27 2'2wr ^7-^' 2"'2i An seinen Festtagen versammele sich Israel in den Lehrhäusern und widme seine Festesstunden dem Thora-Studium l Nicht! etwa, daß nur am Festtage der Jude verpflichtet sei,! in der Thora zu forschen, nein, 27-7i 221' 12 22.71 „du sollst darin forschen bei Tag und bei Nacht " kein Tag sollte vorüber gehen, an dem der Israelit sich nicht heimischer fühlte in der Gotteslehre, keine Nacht sollte dahin ziehen, die uns nicht mehr hineingeführt