Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 40 (5.10.1864)
- Date
- 1864-10-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage z« Nr. 4V des Israelit. Aeitungsuachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Stuttgart, 25. Sept. Am verflossenen Samstag hielten die hiesigen Israeliten ein Dankfest für die nun in Württemberg durchgeführte volle Emancipation derselben. Durgpreppach, den 21. Sept. In Folgendem erlaube ich mir, über die am 20. Septbr. von unserem Herrn Distrikts-Rabbiner Adler hier abgehaltene Neligionslehrer-Conferenz in Ihrem geschätzten Blatte Bericht zu erstatten. Diese Conferenz wurde von unserem Herrn Distrikts-Rabbiner durch eine schöne Anrede eröffnet. Nach geschehener Eröffnung wurden mehrere von den Herren Lehrern des Rabbinats-Bezirks eingelieferte schriftliche Ausarbeitungen über das Thema: „Aus welchen Stellen und Geboten der h. Schrift ist die Existenz der Tradition, wie deren Unentbehrlichkeit für unser praktisch religiöses Leben erwiesen, und auf welche Weise soll dies im Unterrichte nutzbringend angewendet werden," von den Verfassern öffentlich vorgetragen. Diese sehr guten und praktischen Ausarbeitungen zeugten von dem religiösen Sinn, von dem Ernste und Diensteifer der Herren Neligionslehrer des diesseitigen Bezirks, welches auch von Seiten unseres Herrn Conferenz - Vorstandes und eines unserer geschätzten College« öffentliche Anerkennung erhielt. Nachdem man hierauf dieses gegebene Thema collegialisch erörtert, und nach allen Seiten hin fürs praktische Schulleben besprochen, und der Hr. Distrikts- Rabbiner herrliche und lehrreiche Bemerkungen hierüber gegeben hatte, schloß derselbe diese Conferenz 'mit einem herzlichen Abschiedsgruße. Alle anwesenden Lehrer des Bezirks waren hocherfreut, gehoben und belehrt über die treffliche Behandlung dieser fürs praktische Religionsleben tiefeingreifenden Conferenz-Aufgabe unseres Herrn Distrikts- Rabbiners, welcher durch seine vieljährige fruchtreiche, der Orthodoxie gewidmete Praxis, wie durch seine Demuth und Bescheidenheit sich die ungetheilte Liebe und Verehrung der ihm unterstellten Lehrer, wie die seines ganzen Bezirks zu erfreuen hat. Referent entspricht dem Wunsche seiner College« mit Vergnügen, diesen Gefühlen hierdurch öffentlichen Ausdruck zu geben. Nach geschloffener Conferenz wurde auch die materielle Besserstellung der Neligionslehrer besprochen und besonders ein Antrag dahin gestellt, daß für die Retteten der Religionslehrer ein Fond gebildet werden möge, aus welchem dieselben Pension erhielten. Da die Verwirklichung dieses Planes sehr schwierig ist, und einer reiflichen Ueberlegung und Auseinandersetzung bedarf, wurde eine weitere Zusammenkunft der Religionslehrer des Bezirks beantragt, um die Ausführung dieser Angelegenheit zu besprechen und Beschluß hierüber zu fassen. Es dürfte vielleicht nicht ungeeignet sein, wenn die Herren Neligionslehrer des unterfränkischen Kreises eine Petition an das Königliche Staatsministerium um Unterstützung aus verfügbaren Staatsmitteln in dieser wichtigen Angelegenheit richteten. Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus dem Neogradei: Comitale, im Sept. Nachdem der Dämon der Zwietracht soviel Unheil in verschiedenen Gemeinden gestiftet, will er auch als gefahrdrohendes Gespenst eine unserer friedlichen Gemeinden betreten. Doch gibt es hier G. f. D. noch Macht genug, den bösen Dämon zurückzuschrecken. Die Gemeinde zu Losoncz baut gegenwärtig eine neue Synagoge. Der überwiegend größere Theil der Gemeinde sowie der ganze Bezirk, in dem das echte Judenthum vorherrscht, und der fromme und gelehrte Herr Rabbiner Jakob Singer wünscht, daß die Frauengallerie in derselben, nach der Vorschrift des Schulchän Aruch, mit einem Gitter versehen werde. Der Vorstand aber, der sogen, modernen Richtung, oder besser gesagt dem Materialismus huldigend, will diesen seinen Ansichten auch beim Gottesdienst Rechnung getragen wissen. Der Vorstand wandte sich daher an Herrn Ober-Rabbiner Löw zu Szegedin, dessen Gutachten natürlich, wie zu erwarten war, zu seinen Gunsten ausfiel. Wir wollen hier auf keine nähere Beurtheilung des Löw'schen Gutachtens eingehen, jedoch wollen wir davon Act nehmen, daß Hr. Löw es verschmäht hat, seine Antwort „An den Vorstand der Jsr. Gemeinde zu Losoncz" zu richten, sondern „An die Herren Albert Smiedel, Nathan Deutsch, Leopold Szachar, M. Senk und H. Stern, Vorsteher der Jsr. Gemeinde zu Losoncz;" denn ehrenwerthe Herren, die Herrn Löw mit ihrer Anfrage beehren, die ihm noch Stoff zur Ausfüllung der Spalten seiner Zeitung geben, müssen alle mit Namen genannt werden. Herr Löw mag auch hier ähnlich wie in Groswardein auf Lorbeeren gerechnet haben, doch hat er sich gewaltig getäuscht. Die Komitats-Behörde hat bereits die Angelegenheit in die Hände der Rabbinen und Vorstände der Jsr. Gemeinden in B. Gyarmath und Szecseny gelegt. Herr Oberrabbiner D. Deutsch in B> Gyarmath und Herr Bezirks-Rabbiner D. Schuck in Szecseny werden sich gewiß ihrer Aufgabe in einer Weise entledigen, in der die Religion und der Frieden er-