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Der Israelit · 1864-10-05 · Heft 40 (5.10.1864) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 40 (5.10.1864)
Date
1864-10-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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534 Menschen sind Moral und Religion nothwendig verbunden, und es ist eben einer der göttlichen Charakterzüge des Dekalogs, wie eine der Ursachen seines dauernden Ansehens bei so vielen Jahrhunderten, daß er zur Basis ihrer innigen Vereinigung verkündet und genommen worden ist."" „Weiterhin spricht Guizot noch davon, daß „Moses nie in seinem eigenen, noch im Namen einer menschschlichen Macht oder eines Theils des hebräischen Volkes spricht, sondern Gott allein ift's, welcher spricht und befiehlt." Moses berichtet dem Volke nur dessen Worte und Befehle. Moses ist nur der Dolmetscher des göttlichen Willens; der Pentateuch ist die Geschichte und das Gemälde der persönlichen Regierung Gottes über das Volk Israel. Zuletzt kommt Guizot auch noch auf das Wort und den Begriff der „Theokratie" zu sprechen, und er zeigt noch, wie dieser zuerst von Josephus geschaffene Ausdruck für oie mosaische Negierungsform von den Gelehrten der Neuzeit, Ewald in Deutschland, Milman und Arthur Stanley in England, Nicolas in Frankreich, immer nur in dem Sinne genommen sei, daß er nicht etwa eine Priesterherrschast im Gegensatz zur königlichen Gewalt bedeute; denn in der mosaischen Gesetzgebung seien die Priester nicht die Diener und Werkzeuge des göttlichen Willens, sondern Gott herrscht und regiert durch Sich allein, Er gibt den Hebräern Gesetze. Moses ist zwar der Vermittler zwischen Gott und dem Volke, aber das Volk selbst ist Augenzeuge der Gesetzes Offenbarung; es hat dasselbe freiwillig angenommen, und in dem Bündnisse, welches zwischen dem Ewigen und der Familie Jacobs geschloffen worden ist, ist Moses, wenn man den Ausdruck gestatten will, nur der öffentliche Beamte, welcher den Vertrag aufgestellt hat; dazu kommt, daß Moses selbst außerhalb der Priesterkaste blieb, und endlich, daß die Sorge, die Gesetzgebung zu erhalten und ausführen zu lassen, keineswegs den Priestern anvertraut worden war. „Es ist," so schließt Guizot diese Betrachtung, „eine einzig dastehende Thatsache in der Weltgeschichte. Die Idee Gottes ist bei allen Völkern die Quelle der Religionen; aber überall, außer bei den Hebräern, ist die Quelle kaum hervorgetreten, als sie schon auf Abwege kommt und sich trübt. Die Menschen nehmen die Stelle Gottes ein; sein Name dient dazu, alle Arten von Anmaßungen und Lügen zu verdecken; bald bemächtigen sich priesterliche Körperschaften der ganzen bürgerlichen und religiösen Herrschaft über die Völker, bald herrschen weltliche Gewalten und unterjochen den Glauben und das religiöse Leben. Nichts dergleichen in der mosaischen Negierungform; ihr Ursprung und ihre Grund - Principien verurtheilen und bekämpfen von vornherein solche Abirrungen: nirgends eine herrschende Priesterschaft, nirgends eine weltliche unterdrückende Gewalt; Gott ist der beständig gegenwärtige und alleinige Gebieter; Alles wird zwischen Gott und dem Volke verhandelt durch Vermittelung eines einzigen Menschen, welchen Gott inspirirt, an welchen das Volk glaubt, und der keine andere Autorität beansprucht, als die der Offenbarungen, die er empfängt. Hier ist nicht eine menschliche That; ebenso wie der Gott der Bibel der wahre Gott ist, ebenso ist die Religion, die vom Sinai durch Moses zum Gotterwählten Volke herabsteigt, die wahre Religion, bestimmt, die Religion des Menschengeschlechts zu werden."" Orthod. - isr. Gibelanstalt. Ungenannter in Frankfurt a. M. 5 ft. — Gesammtsumme 8554 fl. 36 kr. Gau jüdischer Irmen- und Pilgerroohrrrmgen in Jerusalem. Bei einer.iv'Q r>'-o bei E. Ehrmann in Mainz ges. 7 fl. 44 kr. — Durch H. Sender aus Biebrich- Mosbach von M. Beringer in Limburg a. d. L. 1 fl. 10 kr. — Durch I. Löwenthal in Löttringhausen bei der Bar Mizwah seines Bruders ges. 3 Thlr. 5 Sgr. — Durch Levin Gottschalks Söhne in M. Friedland: von ihnen selbst 10 Thlr., von ihrem Bruder M. Gottschalk 2 Thlr. — (F. d. A. d. H.L.: Koppel Strauß in Amöneburg 12 Thlr., abz. Porto 20 fl. 52 kr.) — Durch Lehrer Oppenheimer in Theilheim von H Freudenthal! fl., bei der Hochzeit des S. Schlenker aus Würzburg ges. 7 fl., zus. 8 fl., abz. Porto 7 fl. 45 kr. - (F. a. T. CH. i. h. L.: Durch denselben bei derselben Gelegenheit ges. 2 fl. 48 kr., abz. 2 fl. 43 kr.) — Durch Lehrer Löwen st ein zu Heilbronn bei einer Verlobung gesammelt 4 fl.; abz. Porto 3 fl. 50 kr. — David Ettlinger in Karlsruhe 1 fl. 45 kr. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M«, 26. Sept. In Bezug ans das organische Gesetz, die Aufhebung der Beschränkungen der staatsbürgerlichen Rechte der Landbewohner und Israeliten betreffend, hat der Senat an die

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