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Der Israelit · 1864-09-28 · Heft 39 (28.9.1864) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 39 (28.9.1864)
Date
1864-09-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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öSl freisinnige Verfassung und die Verweigerung des ersten Menschenrechtes wäre ein Widerspruch. In einem Schlußwort bemerkt Herr vr. Reinganum u. A., Frankfurt sei allerdings das Herz Deutschlands, aber auch sein Geldbeutel. Bei der Abstimmung wurde der erste Antrag des Herrn vr. Orthenberger abgelehnt, wodurch der zweite wegfiel. Die Commissionsanträge wurden von den 74 anwesenden Mitgliedern einstimmig angenommen. Der Antrag des Herrn Or. Hur. Friedleben wurde abgelehnt. Mergentheim. Auf die mich betreffende sul> Nr. 36 dieser Blätter enthaltene Erklärung habe ich zu erwidern, daß ich vorerst keine Lust habe, mich weiter hierauf einzulassen, soviel sich auch dagegen Vorbringen ließe. Es genügt mir, den Beweis dafür geliefert zu haben, daß die von jenem H. Berichterstatter über mich veröffentlichte, mich, namentlich in meiner Eigenschaft als Rechtsanwalt, verletzende Behauptung eine Unwahrheit ist. Was sein Verlangen betrifft, daß ich auch noch ein Zeugniß über das, was ich telegraphiren ließ, „präsentiren" solle, so würde mich zwar dessen Veröffentlichung nicht im Geringsten geniren; ich sehe aber nicht ein, warum ich dem Wunsche eines anonymer Weise mir also Entgegentretenden so unbedingt entsprechen solle. Nur unter der Bedingung verpflichte ich mich hiezu, und mache mich verbindlich, auch diesem Wunsche desselben nachzukommen, wenn er aus seinem Versteck hervortreten, mir in diesen Blättern seinen Namen angeben und sich als Verfasser jenes mich verletzenden Artikels bekennen wird. Doch , wollt' es mich bedünken, — daß er einer derjenigen sei, welche erst seit neuerer Zeit der Partei angehören, welcher sie nunmehr zu dienen scheinen. *) Nennt derselbe seinen Namen nicht, so ist dieß meine letzte Erklärung hierüber in diesen Blättern. Rechtsconsulent Ellinger. (Da unser geehrter Correspondent aus Württemberg bereits zugestanden hat, daß die von ihm den Herrn Rechtst. E. betreffende Bemerkung durch Jrrthum entstanden sein kann, so wünschen wir, daß diese unerquickliche Debatte mit Vorstehendem zu Ende sei. — Red.) Preußen. Berlin, den 21. Sept. Die Leipziger illustrirte Zeitung gibt eine höchst gelungene Abbildung unserer neuerbauten, noch nicht vollendeten Synagoge, und schreibt dazu Folgendes : *) Anm. d. Red.: Wir können Herrn Rechtst. E. die Versicherung ertheilen, daß dem nicht so ist. — „Ju der Oranienburger Straße erglänzen die Kuppeln des herrlichen Baues, der sowohl eine der ersten Zierden Berlins als auch ein rühmliches, für alle Zeit bleibendes Denkmal der Intelligenz und Culturhöhe bilden wird, auf welcher die Judenschast von Berlin sich befindet. Auf den ersten Blick bedauern wir es wohl, daß das ebenso prachtvolle als großartige Gebäude keinen bessern Platz gefunden, d. h., daß es dem Auge die Schönheiten seiner Ausführung nicht günstiger und vollkommener darstellt. Bei der Wahl des Ortes waren indessen besondere Rücksichten maßgebend, die unter anderm das völlig freie Dastehen der Synagoge unmöglich machten. Der Ritus des jüdischen Gottesdienstes bedingt vor allem abgeschlossene Räume. Wenn bei den meistens sehr lange dauernden Andachten der Hauptfesttage die Betenden von Zeit zu Zeit auf einige Augenblicke hinauseilen müssen, um frische Luft zu schöpfen, so bedürfen sie hierzu eigener Höfe, auf denen sie vor dem Lärme und der Unruhe des christlichen Werktages geschützt sind. Derartige Bedenken veranlaßten die Wahl eines Raumes, der sich für die Ausführung des Baues allerdings außerordentlich ungünstig zeigte, indem er durchaus unregelmäßig war und sogar zur Straßenfronte einen spitzen Winkel bildete. Dennoch hat der Architekt des Baues nicht nur alle derartigen Schwierigkeiten glänzend zu überwinden, sondern auch mit außerordentlicher Sorgfalt die Harmonie des großen Ganzen, sowie aller Einzelheiten zu bewahren gewußt, welche der edle maurisch-byzantinische Stil des Gebäudes erforderte. Fern von jeder Ueberladung zeigt derselbe doch eine unendliche Mannigfaltigkeit von Formen und Farben, die das Auge daher auch keineswegs verwirrt oder gar beleidigt, sondern anmuthig erregt und beschäftigt. Ueberschauen wir den Bau zunächst von außen, so erfreut sich der Blick ebenso an den reinen Formen der Faxade als an dem geschmackvollen Arrangement jeglicher Ornamentation derselben. Eine vergoldete Hauptkuppel von mehr als 160 Fuß Höhe thront über dem Ganzen; neben ihr erheben sich zwei ebenfalls vergoldete kleinere Kuppeln von je 115 Fuß Höhe. Unter denselben dehnt sich ein reich verziertes Gesims aus, welches nebst der zum erstenmal hier in Berlin vorkommenden originellen Anordnung der gelben Verblendsteine mit abwechselnden rothbraunen Streifen, ferner durch die schönsten Nebrasandsteine zu den Bogen, Kuppeln rc., dem schlesischen Granit an dem untern Theile der Fa^ade und den Thüreinfassungen, sowie den Säulen der Portale aus polirtem märkischen Granit einen ganz besonders prächtigen Effect Hervorbringen. Treten wir nun in die Synagoge hinein, so finden wir den Haupttempel oder die eigentliche Syna-

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