Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 37 (14.9.1864)
- Date
- 1864-09-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Beilage za Nr. 37 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Rußland. Riga. Bisher dursten hier die Juden nur in den besonderen Judenvierteln wohnen. Nun haben sie durch Entscheidung des Senats die Erlaubnis bekommen, welchen Theil der Stadt sie nur wollen, zu bewohnen. (Univ. isr.) Australien. Viktoria. Nach der jüngsten Zählung beträgt die Bevölkerung in der hiesigen Colonie ca. 540,000 Seelen, unter denen sich fast 3000 Juden befinden. Unter den religiösen Rubriken sind sonderbarer Weise „christliche Israeliten" von „Juden" unterschieden. Die Zahl der Letzteren, wahrscheinlich der religiösen, beträgt 395. (Jew. Chr.) Feuilleton. Ein Beitrag zur Geschichte -er Behandlung -er Juden im 17. Jahrhundert.*) Von k II AkiillSo. Der Jude Levin Salomon, von besten Erlebnisten wir erzählen wollen, hatte seinen Wohnsitz i in Dannenberg, wo er Handel trieb und sonstigem! Erwerbe nachging. Indessen scheint er auch mit dem § benachbartem Hamburg in näherer Beziehung gestanj den zu haben, sei es, daß er ursprünglich dort zu > Hause war, oder daß er nur einen Rückhalt an der - dortigen Judenschast zu haben suchte. Auch seine Braut i war eine Hamburgerin. Im Jahr 1678 wandte er! sich an den Herzog Georg Wilhelm zu Celle und suchte bei demselben um die Gerechtsame des Tabakshandels für Dannenberg und das Amt Schnackenburg nach, „daß die Bauern dieses Ortes den Tabak von mir um den Preis, wie sie denselben in Hamburg haben, nehmen möchten, so will ich dem Fürst!. Amte Dannenberg jährlich mit 50 Reichsthalern in gewisser Zeit begegnen und bezahlen." Bei dieser Gelegenheit erzählt er nun auch in einem anliegenden Schrift¬ *) Aus Akten des König!. Welfen - Museums in Hannover. (Nach den „Hausblättern".) stücke, was ihm zu Dömitz in demselben Jahre passirt ist. Levin Salomon erhielt zu Grabow im Mecklenburgischen von einem Rathsherrn und Kaufmann daselbst einen Diamantring für 100 Thaler, den er nach Zahlung eines Aufgeldes mit sich nahm und wofür er den Preis in festgesetzten Raten zu zahlen versprach. Von Dannenberg aus schickte er den Ring nach Hamburg, um ihn taxiren zu lasten. Als es sich herausstellte, daß der Ring nicht mehr als 55 Thaler werth war, beschloß er, denselben dem Verkäufer wieder zuzustellen. Unterdessen (wir wollen Levin Salomon jetzt selbst berichten lasten) ist der Rittmeister Weißell allhier aufgebrochen und nach Mecklenburg marfchirt, welcher mich beorderte, ihm nachzureisen und mir einen Paß gab des Inhalts, daß ich für seine Compagnie zu Lübeck einige Montirung sollte einkaufen. Ich reiste mit dem Herrn Rittmeister bis nach Dömitz, wo derselbe mich mit zwei seiner Reiter zurückließ. Wie ich nun auf den Nachmittag (das nähere Datum ist nicht angegeben) zu den beiden Reitern gehen wollte, habe ich auf der Dömitzer Brücke den Diener des Lieutenants Bock angetroffen, welcher letztere zu den mecklenburgischen Reitern gehörte, selbigen gegrüßt und gebeten, er möchte wegen guter Bekanntschaft mit mir nach dem Wirthshause zum Neuen Hause gehen und daselbst mit mir einen Trunk Wein thun. Wie wir nun beide zum Wirthshause kamen, ließ ich sofort einen Oehsel Wein langen, bezahlte selbigen auch und wollte darauf wieder nach Dömitz gehen. Inzwischen aber kamen zwei von des Herrn General-Majors v. H. reitenden Knechten, welche obgedachter Diener hereinzukommen nöthigte, die aber nicht wollten, sondern draußen vor dem Fenster blieben. Da ließ der Diener eine Kanne Wein nach der andern einzapfen (wozu denn die Beiden, des Herrn Rittmeisters Weißell Ordonnanzreiter, auf dero fleißiges Bitten gleich mittrinken mußten) bis es zu einem Thaler gekommen, welchen Thaler ich noch bezahlen müssen. Wie ich nun in etwas berauscht war, bin ich wieder nach Dömitz zu meinem Wirthshause gegangen, wo ich mich auf die Bank in der Stube legte, um etwas auszuruhen. Da hat sich's befunden, daß des Lieutenants Bock Diener etlichemale zu mir in die Stube gekommen ist, in meine Ficken (Tasche) gelangt hat, daß ich darüber erwachte und seine Hand allemal in meiner Ficken ergriff oder ertappte, daß ich endlich nach rechter Ermunterung zu ihm gesagt: du thust nicht ehrlich bei mir, daß du mir, der ich jetzunter etwas Trunkens halber ruhen will, so oft kommst und in meine Ficken langest. Er aber ent-