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Der Israelit · 1864-09-14 · Heft 37 (14.9.1864) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 37 (14.9.1864)
Date
1864-09-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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492 anführt, so können wir nicht umhin, unsere Verwunderung darüber auszudrücken, daß genannter Herr alle seine Beweise mit Zuständen, wie sie vor einigen Jahren geherrscht hatten, führen will. Sollte nicht gerade jetzt in unserer vielbewegten Zeit, in der das Rad der Zeit mit jeder Umwälzung Veränderungen über Veränderungen bewirkt, sich ein Jeder hüten, aus Zuständen, wie sie vor einigen Jahren waren, Gründe für oder gegen ein Unternehmen der Gegenwart herzunehmen? Aber was wird der Herr Correspondent des „Jew. Chron." uns antworten, wenn wir ihm erzählen, daß wir Briefe von glaubwürdigen Männern aufzuweisen haben, durch die alle seine Einwürse gegen die Colonisation zu nichts gemacht werden? Was wird er entgegnen, wenn er aus den Briefen, von welchen wir gleichzeitig einen Auszug zu geben uns erlauben, ersehen wird, daß jetzt durch den Pascha von Jerusalem die Araber vollständig bewacht werden, daß sie aufs strengste bestraft werden, wenn sie Gewaltthäügkeiten sich zu Schulden kommen lasten? Daß es ferner kundige Leute in Menge in Palästina gibt, die mit Sehnsucht die Zeit erwarten, da ihnen die Möglichkeit wird geboten sein, den Ackerbau fleißig zu betreiben? *) Der als wahrheitsliebend bekannte Herr Selig Hausdorff aus Jerusalem schreibt unter Anderm: „Ich kann Ew. Wohlgeboren versichern, daß Schutz und Sicherheit nach den von mir gemachten Erfahrungen sehr leicht zu erreichen sind, und in Europa läßt man sich Manches über die hiesigen Verhältnisse weiß machen. Ich möchte gern den Anfang mit einer Colonie von zehn Familien gemacht sehen, dann wird em Jeder sich von der Sicherheit überzeugen und überhaupt sehen können, wie sich die Sache regeln wird, — dann werden wir schrittweise vorwärts gehen, wie ich es mit den Armen- und Pilgerwohnungen gemacht habe." — Auch einige Worte aus einem Briefe des bekannten piu David Claaßen anzuführen halten wir für Nicht unwichtig: „Jaffa, den 1. Januar 1864. In Betreff Ihrer Anfrage in Bezug auf die hiesigen Verhältnisse kann ich Ihnen die Versicherung geben, daß Ordnung und Freiheit hier an v e.en Orten und namentlich hier in Jaffa fast dieselben sind, wie in Preußen." — Endlich berufen wir uns auch auf eine mündliche Mittheilung des bekannten Kaufmannes Herrn Michael Lewy aus Jnowraclaw, der selbst mit dem Consul Rosen, der in Berlin war, Rücksprache genommen und von ihm die Versicherung erhalten hat, daß die Sicherheit für die jüdischen Colomsten sehr leicht zu erringen sei. Dennoch wird sich selbst mit In Nr. 35 d. Bl. wurde bereits das Nrtheil des Herrn vr. Albert Cohn mitgctkeilt, dahin gehend, daß er dazu rathe, vorläufig eine kleine Colonie zu gründen. In einem Briefe an „Hamagid" hat derselbe sich in ähnlicher Weife ausgesprochen. diesen sicheren Nachrichten das Berliner Comitä nicht begnügen. Wir erlauben uns, dem Herrn Correspondenten des „Jew. Chron." die Mittheilung zu machen, daß im Comitä der Beschluß gefaßt worden ist, nachdem die nöthige Summe Geldes herbeigeschafft sein wird, zwei erfahrene, zuverlässige Männer nach Palästina zu senden, welche genau erforschen sollen, wo und wie die Colonien am Besten werden angelegt werden können. Es werden sich dann genug einflußreiche Männer in Israel finden, die Verstärkung des Schutzes vom Sultan zu erwirken mit göttlicher Hilfe im Stande sein werden. Schließlich bleckt uns nur noch übrig, auf die Berichte der „Times", welche der Correspondent des „Jew. Chron." ausgenommen hat, Einiges zu erwidern, und zwar haben wir drei Gegengründe zu bemerken. Erstens p'ii O.i'OQ ihr Bericht mag vielleicht von einem Missionär oder sonst einem Feinde des heiligen Landes ausgegangen sein; zweitens, — wir sind weit entfernt, sie der Lüge zu zeihen, in früheren Jahren mögen wohl Gewaltthätigkeiten von Seiten räuberischer Nachbarn vorgekommen sein, damit aber ist noch nicht erwiesen, daß es jetzt ebenso ist. Ist ja der Artikel der „Times" selbst bereits vor zwei Jahren geschrieben, und wir dürfen, was wir schon oben bemerkt haben, von der Vergangenheit in dieser Beziehung nicht auf die Gegenwart schließen. Wir wissen vielmehr, daß in Palästina Alles unter Aufsicht des Pascha's und seiner Soldaten steht, es ist jetzt daselbst bereits die Eisenbahn bis Jaffa gebaut, und nun wird sie auch in ganz Palästina bis nach Aegypten angelegt, wodurch die Civilisation vielfach gefördert wird. Was drittens die „Times" wegen Erpressungen selbst von vor zwei Jahren vorbrachten, ist sicherlich unwahr; wer gutwillig seine Abgaben, die gar nicht so drückend sind, zahlt, unterliegt keiner Gewaltthätigkeit Wir fragen nur, ob in irgend einem andern Staate die verweigerten Abgaben nicht durch die executive Gewalt eingezogen werden? Thorn. Hirsch Kalischer. Gau jüdischer Ärmen- und Pilgerrvohnungen in Jerusalem. Ungenannter in Mainz 36 kr. — Beimiiiri in Mainz gesammelt 16 fl. 24 kr. — Auf der Hochzeit von David Feist und Juliane Marx in Mainz ges. 7 fl. 41/2 kr. — Durch Lehrer Danziger in Laudenbach ges. bei der Hochzeit des Lazarus Sternreich von Steinbach mit Esther Poppert von Höchberg 3 fl. 30 kr. — Durch Nabb. Gutmacher in Grätz von der alljährlichen Sammlung in Fraustadt für das

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