Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 37 (14.9.1864)
- Date
- 1864-09-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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4SI ausgewogen, welche das Erscheinen einer solchen Entgegnung bereitet, wie Herr Waldberg sie geboten hat. An Wissen und an Tiefe ist der junge gelehrte Kaufmann dem ergrauten Verlästerer des Talmuds bei Weitem überlegen. Wir haben dass Vergnügen gehabt, Herrn W. bei Gelegenheit einer Badereise desselben persönlich kennen zu lernen. Derselbe zählt erst 30 Jahre, ist ein in jeder Beziehung gründlich gebildeter Mann und erfreut sich zugleich als Associä des reichen Handlungshauses Kahane zu Jassy einer bevorzugten gesellschaftlichen Stellung. Es war uns diese Bekanntschaft eine wahrhaft herzerfreuende; denn es ist äußerst wohlthuend, inmitten der oft so betrübenden Kämpfe der Gegenwart einen rüstigen Mitkämpfer kennen zu lernen, der in jeder Beziehung befähigt ist, die Waffen des Geistes zu schwingen. Wir hoffen, bald mehr von ihm zu erfahren und ihn stets in den vordersten Reihen kämpfen zu sehen gegen die gefährlichsten Judenfeinde. Erwiderung aus den Artikel in Mr. 34 M. aus dem Londoner Jewifh Chronicle, den Colonisationsverein in Palästina betreff. Op.-i rix (4. B. M. 13, 30.) Es würde den Menschen nicht als Verdienst angerechnet werden können, irgendwelche gute Handlung zu begehen, wenn uns Alles zu sehr erleichtert werden würde, wenn wir, ohne vorher Hindernisse beseitigt zu haben, an das' vorgesteckte Ziel gelangen könnten. Aber gerade durch die Schwierigkeiten, die sich uns bei der Ausführung eines guten Vorsatzes entgegenstellen, werden wir in ihm bestärkt und strengendestomehr unsere Kräfte dabei an. Daher werden wir auch nicht unwillig werden, wenn wir wahrnehmen, daß sich unserer heiligen Sache, der Colonisation Paläftina's, so Mancher hindernd in den Weg stellt, 7N NQip'? ,-n rix, — im Gegentheil, wir werden dadurch nur desto eifriger uns bemühen, und zuletzt, mit Hilfe des Himmels, beweisen, daß dem guten Willen auch die lohnende That folgt. Es ist uns hinlänglich aus Beispielen in der Geschichte bekannt, daß unsere Widersacher nicht zurückschrecken, selbst das Allerheiligste anzugreifen, — ebenso wissen wir, daß dies nicht nur von Seiten der Ungläubigen geschieht, sondern daß selbst Frommgesinnte sich in einem unbewachten Augenblicke von dem stets mit Macht kämpfenden bösen Triebe überwältigen lassen. So erzählen unsere Weisen von den Kundschaftern, daß sie vordem wiLN redlich waren, aber, indem sie selbst einen Augenblick das Vertrauen auf Gott fallen ließen, verleiteten sie das Volk, bis sie endlich sein ganzes Vertrauen untergraben hatten und ein Kaleb mußte, um es zu beschwichtigen, mit den Worten auftreten: ^2 mx yx urnx X'2.->1, und so rufen auch wir aus: „Wenn Gottes Wille uns beistehen wird, so wird Er uns in das Land bringen, damit wir unsere guten Absichten auszuführen im Stande sein werden." — Der Correspondent des „Jew. Chron." aber ist, wie bekanntlich viele Engländer, für das Materielle so eingenommen, daß er alle geistigen Vortheile für unpraktisch hält. Und doch sollte gerade der erfindungsreiche Engländer anders hierüber denken! Allein es darf uns dies nicht Wunder nehmen, wenn wir erwägen, daß es einer jeden neuen Idee in ähnlicher Weise und noch verhängnißvoller zu ergehen pflegt, wie es unserer Colonisationsidee zu ergehen droht. Denken wir zurück an den Entdecker Amerikas — mit dem wir einigermaßen die Absicht gemeinschaftlich haben, denn wollen wir auch nicht, gleich ihm, ein Land suchen, so wollen wir doch aus einem verwahrlosten ein fruchtbares und bevölkertes schaffen — denken wir an ihn zurück, und wir werden die feste Zuversicht gewinnen, daß unser Vorhaben gelingen und unsere Mühe durch die That belohnt werden wird. Das Erstaunen des Herrn Correspondenten des „Jew. Chron.", daß eine ansehnliche Summe Geldes zusammengebracht werden soll, bevor weitere Schritte für die Colonisation gethan werden, ist uns unerklärlich. Denn fragen wir uns, woher es kam, daß die Ausführung jedes neuen Planes in früheren Jahren langsamer von Statten ging, als es jetzt der Fall ist, so werden wir uns daraus nur die Antwort geben können, daß man ehemals zur Ausführung des neuen Projekts schritt, ehe man die hiefür nöthigen Mittel herbeigeschafft hatte. Heute aber ist es anders. Die den Unternehmer Umgebenden sind nicht mehr schlaffe Zuschauer, nicht mehr achselzuckende Verächter, auch nicht etwa unthätige Bewunderer; nein, tausend und abertausend Anhänger findet sogleich eine tüchtige neue Idee, tausend und abertausend kräftige Hände bieten sich ihr dar zur emsigen Unterstützung. Und auch unserer hochheiligen Sache fehlt es nicht und wird es nicht fehlen an kräftiger Unterstützung, mit einem Worte, an den nöthigen Mitteln, und wir dürfen daher getrost den Anfang machen, nicht aber, wie der „praktische" Engländer meint, warten, bis alle Hindernisse, die sich der Ausführung entgegenstellen, aus dem Wege geräumt sein werden. Denn wenn der Muth zum Anfang fehlt, dann ist es auch unmöglich, ein Ziel zu erreichen. Erwecke dich selbst, 'Oip> dann wirft du aufstehen. Gehen wir nun auf die Gründe ein, die der Correspondent des „Jew. Chron." gegen die Colonisation