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Der Israelit · 1864-09-07 · Heft 36 (7.9.1864) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 36 (7.9.1864)
Date
1864-09-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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482 aber von unberechenbar heilsamen Folgen, welche es verdient, daß auch Sie, verehrter Herr Redacteur, derselben Ihre Aufmerksamkeit zuwenden, da Sie doch alle Interessen des orthodoxen Judenthums getreulich überwachen. In Obigem meine ich nachgewiesen zu haben, wie wichtig die Bildung des Weibes in moralischer, religiöser und intellektueller Beziehung für die ganze Judenheit sei. D« ich gerade von der jüdischen Literatur rede, kann ich nicht unerwähnt lassen, daß mein gelehrter Freund Herr A. M. Rothenberg in Varanno zu Ehren des weltberühmten Sir Moses Montefiore eine hebräische Dichtung veröffentlicht (bei Löwy's Söhne in Pesth), die, ein Meisterwerk in ihrer Art, die Bewunderung aller Sachkenner auf sich zieht. Der sprachgewandte Dichter, schon durch ein früheres meisterhaftes Poem vortheilhaft bekannt, liebt es, sich Schwierigkeiten in Form und Versbau zu häufen, da er sie mit kunstgeübter Leichtigkeit zu überwinden versteht. Möge der würdige Verfasser in dem auch von ihm gefeierten Sir Moses einen freundlichen Mäcen und in den zahlreichen Verehrern der hebräischen Poesie generöse Abnehmer seines Opus finden! Seit nicht langer Zeit erscheint hier ein Wochenblatt unter dem Titel „Szemplen Hirado", für das die Herren Musterhauptschullehrer Nntan Fischer und I. Schwarz, Ersterer als Hauptmitarbeiter und bewährter Journalist, lesenswerthe Artikel schreiben. Was/speciell die hies. Ortsverhältnisse betrifft, kann ich nach längerer Unterbrechung des Erfreulichen mittheilen, daß der auch in weiten Kreisen ruhmwürdig bekannte meck. Or. Wilhelm Schön seitens eines hohen königl. ung Statthaltereiraths-Jntimates zum Oberarzt der hierorts bestehenden Irrenanstalt und des allgemeinen Krankenhauses ernannt wurde. Auch an unserer Musterschule hat sich Manches zum Bessern gewendet, was uns früher nichts weniger als angenehm zu sein vermochte. So ward endlich nach einem zweijährigen Intervall dasDirectorat von Seiten einer hohen königl. Statthalterei dem Collegen Herrn M. Stern anvertraut, und es macht sich ein seltener Geist der Eintracht unter den Lehrern bemerkbar. Darin aber finde ich die einzige Ursache, daß diesmal hie am 19.—22. d. M. abgehaltenen Jahresprüfungen bei den zahlreich anwesenden Honorationen und den ausgezeichneten Fachmännern, bei Sr. Hochwürden dem Herrn Schulinspector v. Prämer und dem gelehrten Herrn ArnLy, Präparanden-Director in S. Patato, den ungeteiltesten Beifall fanden,*) wenn sonst seitens der Gemeinde auch ferner nichts zur Hebung des Schulbesuchs geschieht. Die hies. Muster- *) Hervorzuhebcn ist Herr Rosenmeyer, der, ein geborner Hesse, Anerkennenewerthes in der magyanscben Sprache geliefert bat, in der er prächtig mit seiner Jugend debütirte. Hauptschullehrer beweisen immer ihren vielfach bewährten Eifer, wo es gilt, den Keim der Bildung und der Religion in die jungen Herzen zu säen, und sie werden fortfahren, ihren heiligen Pflichten getreulich nachzukommen, wenn sie den Lohn auch nur in ihrem eigenen Bewußtsein suchen müßten. — Im „Wanderer" Nr. 223 v. 13. d. M. spricht sich einer der Musterhauptschullehrer in ergreifenden Worten über die getäuschten Erwartungen und Hoffnungen aus, welche wir allesammt vor einigen Monaten mit uns trugen und die den Weg alles Fleisches gingen. Der angeregte Artikel verdient viele Beachtung, wenn wir auch manche unnütze Ausfälle in demselben nicht gut heißen können. Unser gelehrter Herr Oberrabbiner ist keineswegs ein „ chassidäischer Zelote", und er war dennoch der Stimmführer derjenigen, die ihre Zetermordio-Rufe gegen die Errichtung einer zeitgemäßen Pflanzschule für Rabbiner erhoben. Dieses zur Zurückweisung eines Affronts, geschleudert gegen eine von mir hochverehrte talmudische und wissenschaftliche Celebritüt, ohne daß ich die eigentliche Frage Hiemil nur entfernt berührt haben wollte. Jacob Heinrich Löw. Frankreich. Straßburg, den 27. August. Ein ehrenwerwerther Bürger von Mühlhausen, Hr. Zickel Köchlin, welcher seit 40 Jahren unter den verschiedenen Regierungen Frankreichs dahin arbeitete, den Franzosen in der Schweiz, ohne Unterschied der Religion, die nämlichen Ansässigmachungs- und Gewerbsrechte zu erwirken, wie die den Schweizern in Frankreich gesicherten, und welcher namentlich elsässische Juden gegen die Plackereien deruntolerantenKantönler vertheidigte, macht nun bekannt, daß endlich seine beharrlichen Anstrengungen vom Erfolge gekrönt worden sind, und veröffentlicht folgende Zuschrift des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten: „Paris, den 7. August 1864. ... Wie ich Ihnen schon durch meinen Brief vom 3. Juli 1863 die Zusicherung gegeben, war die Gegenseitigkeitssrage, welche mit Recht unsere der Schweiz benachbarten Gemeinden angelegentlich beschäftigte, und deren Lösung Sie seit so lange anstrebten, von Seite der Bevollmächtigten des Kaisers der Gegenstand einer besonderen Sorgfalt, und ich freue mich, Ihnen anzeigen zu können, daß sie zu unserer vollständigen Befriedigung geregelt worden ist. Der Ansässigmachuugsvertrag, welcher am 30. v. M. unterzeichnet worden und gegenwärtig dem Bundesrath zur Bestätigung vorliegt, stipulirt, daß alle Franzosen, ohne Unterschied der Religion, in jedem Kanton ausgenommen und ebenso behandelt werden sollen, wie die christlichen Angehör gen der ande^ ren Kantone der Schweiz. Drouyn de Lhuys." Hierzu eine Beilage. Verantwortliche Redaktion: vr. Lehmann. — Verlag der Le Ronx'schen Hofbuchhandlung.— Dampf»Schnellpreffendruck von I. GottSleben in Mainz.

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