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Der Israelit · 1864-08-17 · Heft 33 (17.8.1864) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 33 (17.8.1864)
Date
1864-08-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zu Nr. 33 des Israelit. Leitender Artikel. Literarisches. Leipzig, im August. Hierdurch wollen wir es versuchen, eine sehr interessante Partie von Wörtern im Sohar zu erkläen, die den orientalischen Philologen viel Kopfbrechen gekostet hat, ohne daß es ihnen gelungen wäre, Sinn und Etymologie derselben richtig zu ergründen. Ich meine diejenige Klasse von Wörtern, worüber ein Gelehrter unserer Zeit sich ohne viel Besinnen und kritische Untersuchung in eigenthümlicher Weise ausspricht: „Der Sohar enthält tönende Wörter, die kein Panglossist irgend einem Idiome zuweisen könnte, und die rein gemachtsind,um durch die Fremdheit Effect zu machen." Dieses unkritische Verfahren auf dem Gebiete der Philologie erregt Bedenken, und wir wollen daher den Versuch anstellen, ob sich diese Behauptung bestätigt. Mit einem wegwerfenden, verächtlichen Tone fragt unser Autor: „Was bedeutet das Wort Nun aber ist -M'Oid, welches außer im Sohar nirgends weiter vorkommt, in der That ein sehr schwieriges Wort, der Erklärung bedürftig In Midrasch Rabba 4. B. M. C. 7 kommt allerdings der Ausdruck tt'vvd vor, welchen das Lexicon ro-'pQ.-i von kbilippus Xguirias, Paris 1629, durch überträgt. Auch Buxtorf in Lexicon Obalckai'eum laimucüoum et Rabbivicum Übersetzt es durch „A6NU8 V68tim6v1i". Es würde demnach die Wurzel in x'vOI mit dem im Griechischen 8kl. vsmram, I^at. V68ti8, Ootb. vastiri identisch sein Daß das weiche gebrauchte 2, welchem kein Laut im Gr. und Lat. entspricht, zuweilen im Talmud für v steht, hat Pr. Fürst in seinem Lehrgebäude der aram. Idiome S. 36 in mehreren Beispielen nachgewiesen. Doch trage ich zuvörderst Bedenken rrv'OiZ mit «'vcn zu identificiren und die Redensart wird auch nicht paffen und durch analoge Fälle gerechtfertigt sein. In dem zu Ende des Sohar Chadafch alphabetisch geordneten Glossar, Amsterdam, Ausgabe Bl. 70b. wird diese Redensart durch i-rri übertragen. Jellinek in Pranok'8 Xabbals. S. 124 übersetzt es nach Franck: „ein unverhülltes Gesicht". In einer Anmerkung fügt Franck hinzu: „Ich konnte keinen andern Sinn in den beiden Wörtern finden". Jellinek fühlte es wohl, daß diese Erklärung unsicher ist und vermuthet daher eine andere Leseart: 'iLixi in dem Sinne eines strahlenden, glänzenden Gesichts, sei vorzuziehen. Diese Leseart ist in der Lemberger Sohar-Ausgabe 3. Th. Bl. 128 b. ausdrücklich angegeben, wie auch Bl. 132 wird neben dem im Texte stehenden -rv'OwI noch eine andere Leseart w'üwv angeführt. Doch ist es gewiß, daß diese Conjectur bloß daraus hervorgegangen ist, weil das Lt^mon , und der Sinn dieses Wortes den Lckitorea unbekannt! war. Wir sind daher für die Erspähung der Bedeutung und Herkunft dieses Wortes ausschließlich auf die Analogie im Arabischen angewiesen. Im Arabischen heißt *)sxxsnäit-expLircio auseinander „ausbreiten", spannen; 86 6xx. sich ausbreiten, ausdehnen — der Ausdruck nv'On wird daher den Sinn geben: ein ausgedehntes, langes Gesicht, und der im Sohar öfters vorkommenden Redensart -pirr O'sx „langes Gesicht" ähneln, welche die göttliche Substanz oder die erste 8ellra bedeutet. (Vergl. Oe 8ae^, biv1ie68 et extraitg .... x. 18 VO278' übersetzt 4-6 8ae^ x. 23 la oovtrsivrs, I'expavmon, und x>. 47 Anmerkung 2: ll 8vkllt äe taire ob86rver gU6 l^seeeption leobnigus gue le 80Ü8 ckovnevt ä 668 mot8 68t foväöe 8ur ee text cke I'^lcoran, 8ur. 2, v. 246 vOI'i Dien «I0NV6 SV66 r686rv6 6t S.V66 aboväsv66.) Das oft vorkommende pivOp ist wahrscheinlich das lateinische aaMra-Heer oder Kriegslager, welches ganz eigentlich vom Orte des Heerlagers gebraucht wird. Mit Recht überträgt daher R. Jffachar in seinem .-U'2 '->vrr Bl. 14 .iH'i »r->'vOp durch DVQ Das 1'ar-^llm llerueebalmi überträgt das hebräische Wort Oeu. 25, 16. Durch Der Ausdruck wird dann für das Lager Gottes, die Geister oder die Engel schlechthin gebraucht, wie rizriv Oem. 32, 3. Nager. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Frankreich. Aus Lyon enthält der I7v!v6r-8. isr. eine Korrespondenz, der wir Folgendes entnehmen: Die jüdische Gemeinde Lyon datirt in gewisser Beziehung erst von gestern. Kaum 40 Jahre sind es, seit einige Israeliten aus allen Himmelsgegenden und Ländern nach Lyon kamen, angezogen von dem großen Verkehr und Handel dieser Stadt. Geboren in verschiedenen *) Da in unserer Officin arabische Lettern nicht vorrtithig sind, so haben wir die Worte durch die entsprechende hebräische Schrift gegeben. — Red.

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