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Der Israelit · 1864-08-17 · Heft 33 (17.8.1864) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 33 (17.8.1864)
Date
1864-08-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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439 lelung des himmlischen Joches leider nur zu geneigte Menge. O verzage nicht, mein Bruder, halte fest an der Treue und dem Gehorsam, Er wird dich lieben, mit liebevoller Sorgfalt dich umgeben, wie der Vater sein geliebtes Kind schützet vor jeglichem bösen Einfluß. — Groß ist die Versuchung in unserer Zeit, die Lebensbedürfnisse drängen; sie sind zahlreicher denn sonst und erheischen angestrengtere und ausdauerndere Thätigkeit. Die Zeitrichtung ist der Feier der Sabbate und Feiertage entgegen; die um ihre Gesundheit besorgte Welt verschmäht, das Halten der Speisegesetze durch geringe Opfer zu erkaufen; die um die materielle Zukunft ihrer Kinder besorgten Eltern geben das ewige Glück derselben dah n. Das Beispiel wirkt ansteckend, verderbend. O verzage nicht, mein Bruder, 'p-oi Er wird dich segnen, wird deine Thätigkeit eine gesegnete werden lassen, daß du in der Zeit mehr erringest, in der das Gottesgesetz dir thätig zu sein gestattet, als Andere, die rastlos sich mühen und ringen; Er wird deine und deiner Angehörigen Bedürfnisse dich gewinnen lassen, ohne daß du ängstlich zu sorgen nöthig hättest; Er wird die Zukunft deiner Kinder sich glänzend gestalten lassen, damit sie in deinem Sinne fortwirken auf Erden. — Groß ist die Versuchung in unserer Zeit; es sind ja nur so Wenige, die die Treue und den Gehorsam bewahren wollen. Was sollen die Wenigen auscichten gegen die Vielen! Werden wir nicht verfolgt vom Spotte und vom Hohne der Gegner? Sind es doch nur größtentheils bejahrtere Männer, welche die Treue bewahren, während die Jugend, die intelligente Jugend, die da erzogen worden mit all den reichen Mitteln der modernen Zeit, sich treulos abwendet? O verzage nicht, mein Bruder, 12^1 Er wird dich vermehren. Dein Beispiel wird kräftig wirken; du wirst immer mehr Gesinnungsgenossen finden. Man wird erkennen, wie ernst und redlich du strebst und wird sich dir anschlie- Hen. Unser Volk hat ein tiefes Bedürfniß nach Religion. Es läßt sich nicht lange beirren durch die Phrasen und das Schaugepränge der falschen Propheten. Es wird die Zeit kommen, in welcher Alles erkennen wird, was wahr und was falsch ist, daß die wahre Religion einzig besteht in dem ungeschmälerten und unbegrenzten Gehorsam gegen Gott, daß keine Auswahl getroffen werden darf unter Seinen heiligen Geboten, sondern daß sie alle, alle gleich verpflichtend sind, daß, es nicht darauf ankömmt, was die Menschen erstreben, sondern auf das, was Gott von der Menschheit verlangt. Nur die Wahrheit hat eine Zukunft, und diese Zukunft gehört denen, die in Treue und Gehorsam gegen Gott beharren — diese Zukunft ist unser. Orlhod. - isr. LiöeLanftaU. Durch Markus Levi in Düsseldorf gesammelt: von N. Choinski 6 Sgr., von M. Herrsch 15 Sgr., von M. Kadisch Söhnen l5 Sgr., von Naumann Lachmann 1 Thlr., von G br. Rau 15 Sgr., von ihm selbst 9 Sgr., zusammen 3 Thlr. — 5 fl. 15 kr. Gesammtsumme 8537 fl. 52 kr. — Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Mainz, den 10. August. (Privatmittheilung.) Ein talentvoller junger Mann von hier, Herr Nathan Sichel, welcher sich bereits in noch sehr jungen Jahren durch das wohlgelungene lithographirte Portrait des Herausgebers d. Bl. einen Namen gemacht, hat von der k. Akademie der Künste in Berlin für seine trefflichen Leistungen in der G.schichtsmalerei einen Preis, bestehend in einem einjährigen Stipendium von 750 Thalern zu einer Studienreise nach Italien, erhalten. . esi t. Oesterreichischer Kaiserstaal. Wien. Die hiesige „Neuzeit", welche sich die talmudische Regel, daß wenn Jemand lügen will, er den Schauplatz seiner Lüge weit weg verlege, zu Nutze zu machen strebt, hat darin entschiedenes Unglück. Ueberall kommen die Erdichtungen dieser erfindungsreichen Zeitschrift an den Tag, mag sie nun den Schauplatz derselben nach London, Paris oder Buxtehude verlegen. Die geehrten Leser werden sich noch jenes schauerlichen Veschneidungsmordes erinnern, welchen einst die Phantasie der „Neuzeit" zu Tage förderte. Eine ähnliche, schreckliche Geschichte hat sie neuerdings sich zu Paris ereignen lassen. Damit der Leser einen Begriff von der kühnen Erfindungsgabe der „Neuzeit" bekomme, so lassen wir die ganze Geschichte hier folgen, indem wir jedoch vorausschicken, daß man uns auf eingezogene Erkundigung hm von Paris aus authentischer Quelle berichtet, daß an der ganzen Geschichte sowie an der von demLehrerdes k nserlichen Prinzen nicht ein einziges wahres Wort ist. Die edle „N uzeit" läßt sich Folgendes schreiben: Paris. Die Juden von Paris sind in nicht geringe Aufregung versetzt, durch ein wenigstens in Frankreich unerhörtes Ereigniß, und sie haben deßhalb eine Deputation nach Fontainebleau abgesandt, die der Kaffer auch freundlich empfangen hat. Das uner-

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