Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 33 (17.8.1864)
- Date
- 1864-08-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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436 rii22^>i rii2iii, den Herzenspflichte«, ebenso vollberechtigt die O'ir'x.-, rii2iri, diejenigen Pflichten, welche die moderne Zeit so gern als äußere Formen, als bedeutungslose Ceremonien darsteüt. Ja, die Religion Israels macht das Heil und das Jenseits, den Segen und den Frieden auch von der Uebung solcher äußerer Formen abhängig und verheißt sie auch für diese; und wer diese Religion eine falsche nennt, ist selbst ein falscher Prophet, ein Ocher Israel, ein Kofer be'ikar, ein Schüler Bileams und Nachfolger Jerobeams. Die Religion Israels bietet ihren Bekenner» eine Richtschnur in den Anfangsworten des laufenden Wochenabschnittes 1211221 lbx.1 W22V21 PPQVN 2PP .l'.ll 1O1.1 NM 1'12.1 18 1°? 1'l^x ^1 112L1 ON« OI'VPI 12121 121M 1'N2-r> P2ll71 IL'-r .... „Und es wird sein, da ihr gehorchen werdet diesen Rechten und sie beobachten und sie thun werdet, so wird der Ewige, dein Gott, dir bewahren den Bund und die Liebe, die Er zugeschworen deinen Vätern; und Er wird dich lieben und wird dich segnen und wird dich vermehren. . . . (5. B. M. Kap. 7, V. 12 u. 13.) Wenn ihr gehorchen werdet! Der Gehorsam gegen Gott, das ist unser Leben und unser Streben, das ist's, was Gott von uns verlangt, das ist's, wonach die Menschheit, wenn auch leider nicht strebt, so doch streben soll. Wir werden nun in Folgendem die Noth wendigkeit des Gehorsams erörtern, die Art und Weise desselben bezeichnen und den Erfolg des Gehorsams darstellen. I. Wenn das Kind geboren wird, so befindet es sich in dem allerhitflosesten Zustand, die allmähliche Entwickelung seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten kann nur unter fremder Leitung und durch fremde Fürsorge zum glücklichen Ziele geführt werden Wird der Mensch jemals selbstständig? und wenn er noch so kräftig, noch so stark, noch so weise geworden, kann er sich selbst vor den Tausenden von Gefahren schützen, die ihn täglich bedrohen? Kann er jemals entbehren jener unsichtbaren, schützenden, leitenden Hand, die ihn hier — und wie oft ohne sein Wissen — von dem gähnenden Abgrunde zurückzieht, die ihn dort — und wie oft ohne sein Wollen — zur rechten Höhe emporführt? — Und fassen wir das Leben von einer andern Seite auf: an wen ist wohl noch nicht die ernste Frage nach unseres Lebens Zweck und Bestimmung herangetreten? Kann wohl unseres Lebens höchster Zweck und Bestimmung einzig in dem E-werb und Genuß irdischer Güter bestehen? Und wenn wir uns im kichern Besitze und Genüsse dieser höchsten irdischen Güter befinden — was dann? Und wenn uns die gütige Mutter Natur mit Schönheit begabt hat, und wenn wir unser nennen, was die Menschen als das Schönste preisen, und wenn wir unser nennen Neichthümer ohne Zahl, und wer« unser Körper gesund und kräftig, und unser Geist ausgerüstet mit allen möglichen Kenntnissen, und wenn wir besitzen Ruhm, Ehre, Macht, die Achtung und Liebe unserer Mitmenschen und zudem ein fröhliches Herz, um das Alles ungestört genießen zu können — was dann? Bleibt unser Leben nicht immer noch ein leeres, zweckloses, vergebliches? — Nur wenn wir uns in's Verhältniß setzen zu dem Unendlichen, dem Ewigen, „zu vollziehen Sein Gebot, Ihn zu lieben, zu wandeln in allen Seinen Wegen," dann wird unser Leben einen wahrhaften Inhalt, unser Streben ein würdiges Ziel haben, dann wird unser Thun aufhören, ein vergebliches zu sein, und wir werden das Höchste erreichen 12 .ip2ivi, „uns Eins zu fühlen mit unserm Gotte." *) Der Gehorsam, der ganze, unbedingte Gehorsam, den wir unserm Gotte schulden, ergibt sich schon daraus, daß Er der Schöpfer und wir Seine Geschöpfe sind. Er hat uns zu Seinem Dienste, zu Seiner Verherrlichung erschaffen, und wir haben, ebenso wie alle übrigen Geschöpfe, kein Recht, ja keinen Vorwand, Ihm ungehorsam zu sein. Der Unterschied zwischen dem Menschen und den übrigen Geschöpfen besteht nur darin, daß alle Werke Gottes, von den Engeln, „den Helden der Kraft, dre da sein Wort vollziehen," bis zu dem Stäubchen, das da im Sonnenstrahle sich wiegt, Ihm gehorsam sein müssen. Daß der Mensch auch ungehorsam sein kann, das ist eine große Gnade Gottes, ein hoher Vorzug, den Er ihm verliehen; das ist das kostbare Geschenk der Freiheit, das einzig dem Menschen verliehen worden, während das ganze Weltall im Gebiete der Nothwendigkeit zu verharren gezwungen ist. Diese kostbare Freiheit hat der allgütige Gott dem Menschen deßhalb verliehen, damit er ihm den köstlichen Lohn spende, wenn er die Freiheit in rechter Weise gebraucht und aus freien Stücken den Gehorsam gegen Gott zu seinem Lebensinhalt macht, welchen die übrigen Geschöpfe nothgedrungen üben müssen. Damit aber der Mensch aus freier Wahl ein willfähriger Diener Gottes werde, muß er nicht allein die rechtliche Verpflichtung erkennen, die ihn als Geschöpf zum Dienste des Schöpfers verpflichtet, er muß auch das Nützliche des Verhältnisses einfehen. Er muß Gott erkennen als den Allmächtigen und Alliveisen; als den Allmächtigen, der ihn beschützen, behüten, vertheidigen, der ihn belohnen kann, und das Alles in so ausgedehntem Maße, daß derjenige, der sich in des Allmächtigen Schutz begeben, nicht zu fürchten, nicht zu zagm, nicht zu bangen, nicht zu sorgen braucht. Er muß ferner erkennen, daß Gott nicht allein der allmächtige und allweise Herr, sondern auch, *) 5. B. M. 11, 22. Siehe Aben-Esra zur Stelle.