Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 33 (17.8.1864)
- Date
- 1864-08-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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33. S. Jahrgang. f Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Iudenthum. Herauögegeben von Vi>. Lehmann in Mai n z. Mainz, den 17. August 5624 (1864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 1j Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlrp. c. oder sl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterrcichische Banknoten laut CourS. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. p. c. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franko einzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Der Inbegriff unseres Lebens und Strebens Ist der Gehorsam gegen Gott. — Ortbod.-isr. Bibelanstalt. ZritrragSvochrichterr und Lorres-ovdrvzen: Deutschland: Mainz. — Oesterr. Kais er st.: Wien. Gr.-Meseritsch. Aus Jzsaak. — Italien: Turin. — Frankreich: Marseille. — Afrika: Llemcen. Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Literarisches. AeituugSvachrichten und Korrespondenzen: Frankreich: Lyon. — England: London. — Amerika: New-Uork. Feailleton: Blumenlese. Leitende Artikel. Der Inbegriff unseres Lebens und Strebens ist der Gehorsam gegen Gott. (Zu Paraschat Ekeb.) Wir lasen neulich in einer sogen, jüdischen Zeitschrift die Definition der falschen Religion. Dort hieß es: „Die Menschheit weiß jetzt, was eine falsche Religion ist, jede Religion, die verdammt und verketzert, ist eine falsche. Jede Religion, welche die Menschheit zu gewaltthätigen Parteiungen spaltet, zum blutigen Kriege treibt, Kerker und Scheiterhaufen für Andersgläubige rüstet, ist eine falsche. Eine jede Religion, die ihr Wesen allein in der Uebung äußerer Formen findet, die das Heil und das Jenseits, den Segen und den Frieden von der Uebung äußerer Formen abhängig macht und für diese verheißt, ist eine falsche." Dagegen wird die wahre Religion in folgender Weise definirt: „Sie ist die reine Gotteserkenntniß, wie sie aus dem Mosaismus hervorgegangen, durch die drei Jahrtausende sich hindurch gerungen uno mitten durch die verschiedenartigste Austastung, mitten durch die mannigfaltigsten Gestaltungen sich immer mehr als das allein bleibende Erwerbmß der Menschheit hervorhebt; die reine Gotleserkenntniß, deren unmittelbare Konsequenz das Recht und die Liebe sind, wie diese sich als unveräußerliches Gut und Heil des Jndividiums und als das wahre Lebensprincip der ganzen menschlichen Gesellschaft immer mehr von den Verunstaltungen der Zeit, von den Fesseln der Jahrhunderte frei machen. Danach verlangt die Menschheit, danach strebt sie auf allen ihren Wegen hin." Es mag nnn wohl wahr sein, daß ein Theil der Menschen, namentlich derjenige, welcher seit einigen Jahrzehnten in der Welt das große Wort führt, eine solche wesen- und formlose Religion erstrebt, deren Hauptinhalt in dem Negiren alles Positiven oder, wie es unsere Alten nannten, in im Abwerfen des himmlischen Joches besteht; aber es kömmt gar nicht darauf an, was die Menschheit verlangt, oder vielmehr, was diejenigen, welche sich als die Wortführer derselben geltend machen wollen, als das Verlangen der Menschheit vorgeben, sondern darauf kömmt es lediglich an, was Gott von der Menschheit verlangt; und das ist eben der Gehorsam gegen Gott, die Aufnahme des himmlischen Joches in seiner vollen Ausdehnung, und das sind eben neben den