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Der Israelit · 1864-08-10 · Heft 32 (10.8.1864) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 32 (10.8.1864)
Date
1864-08-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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42S gemäßen und allerlei Gerüchen in Stein und Bronz, welche, obgleich auf ein sehr hohes Alter hinweisend, dennoch eine gewisse Abstufung der Culturbezeichnen. Man forschte weiter nach und kam so zur Entdeckung der sogenannten Pfahlbauten im Neuenburger See, Bauten, die vom Grund des See's aus beginnen, doch niemals bis an die Oberfläche des Wassers reichen. Später entdeckte man solche Bauten auch in den italienischen See'n, so wie in neuester Zeit in den bayerischen, besonders im Starnberger See. — Herr Professor Desor in Neuenburg hat schon im Jahre 1861 über diese geheimnißvollen Wohnungen in dem Neuenburger Almanach geschrieben, dann in einem besondern Abdruck ein Schriftchen veröffentlicht unter dem Titel: „HusigusZ eonmäsralioiw sur las tiaditalions!aeuslres äes 1ac8 äs 8ui8868 st ä'Italis." — Besonders auffallend bei diesen Pfahlbauten ist aber, daß man, während man in einigen See'n, vorzüglich in den italienischen, nur steinerne Geräthe gefunden, in andern auch bronzene, nirdend sonst eiserne fand, als einzig im Neuenburger See, und selbst hier nur sehr wenige, so daß dieses auf die Idee führte, die Zeitalter nach ihrer Aufeinanderfolge einzutheilen in das steinerne, bronzerne und eiserne. — Mit Bezug hierauf hat nun Herr Professor Desor die Anfrage an uns gerichtet, ob das biblische Wort bar8o1 entschieden Eisen bezeichne. „Nach der Genesis" — so lautet dessen Schreiben — „sollTubal Kain Kupfer und Eisen geschmiedet haben. Nun muß ich Ihnen gestehen, daß dieses so sehr frühe Auftreten des Eisens wenig mit der Entwickelung der Cultur, so weit sie sich aus den verschiedenen Zeitaltern der Pfahlbauten ergibt, übereinstimmt. — Manche, denen ich mein Bedenken mitgetheilt und dabei gefragt, ob das biblische Wort der Genesis wirklich diejenige mineralische 8p66i68 bezeichne, die wir Eisen nennen, meinen, es könnte vielleicht dieses Wort eine allgemeine Bedeutung gehabt haben, so daß man damit alles härtere Metall im Gegensätze zum weichen Metall (Kupfer) bezeichnet habe, in welchem Falle das Erz damit gemeint sein könnte. — Andere wieder — es sind das die Orthodoxen — suchen zu beweisen, daß allerdings die ersten Menschen die Kenntniß der beiden Metalle besaßen, gerade wie beide auch schon bei Homer Vorkommen und tatsächlich in den Etrurischen Gräbern beisammen zu finden sind; daß unsere Vorfahren dieselbe aber im Laufe der Zeit ihrer Wanderungen aus dem Orient bis an die Schweizerfee'n verloren hätten und nach Jahrhunderten erst wieder in Besitz derselben gelangt seien („Iro^ou. Lstuäss 8ur 1s8 babitatious lasustrss")' — So sehr wir uns nun der Schwierigkeit der Frage bewußt waren, so wünschten wir doch der ehrenden Anfrage nach Kräften zu entsprechen und haben dememäß folgende Antwort an Herrn Professor Desor gerichtet, die wir hier deßhalb mittheilen wollen, um vielleicht dadurch einen Andern zu einer noch eingehenderen und möglichst entscheidenderen Untersuchung der Sache anzuregen. — ...... „Was nun Ihre Anfrage hinsichtlich des hebräischen Wortes dar8s1 (aram. pargsls.) betrifft, so ist es allerdings sicher, daß dasselbe sowohl bei den ältesten Uebersetzern, als die ganze Tradition hindurch bis in den Volksglauben hinab als Eisen gilt.—Die 8vptuaAiuta geben darssl stets durch Eisen, indeß sie das dabei stehende »solroZsdstt durch Erz, gestilltes Kupfer, geben. — In den beiden Stellen der Fluchandrohungen (3. B. M. 26,19. und 5. B. M. 28, 23.) paraphrastrt das ll'arxui» .sonatbau, dabei dem von einander abweichenden Texte folgend: „wie ps.r-8sla, das keinen Schweiß von sich gibt (äslo mssia), und wie das Schweiß von sich gibt (äiuwia, vergl. den Commentar Jarchi und Jalkut zur Stelle), und zwar in der ersten Stelle mit Bezug auf Himmel und Erde, „daß die Himmel keine Regen geben, und die Erde — durch verderbliche Säfte — die Früchte in Fäulniß übergehen läßt." Nach einem Volksglauben fällt jedesmal um die Zeit der Sonnenwende (tskuxbaü) ein Blutstropfen vom Himmel (Blutregen I), dringt in alle mit nassen Speisen oder Getränken gefüllten Gefäße und theilt denselben eine schädliche Wirkung mit. Um dieses nun zu verhüten, legt man in oder auf jedes Geschirr, das nasse Speisen oder Getränke enthält, ein Stück Eisen, wodurch das Eindringen des Bluktropfens abgehalten werden soll, denn — fügt die Mystik hinzu — „das Wort barssl enthält in seinen Consonanten die Namen der vier Frauen Jakobs: B lhah, Rahel, Silpah, Lea." — Abgesehen nun davon, was ursprünglich Veranlassung zu dem Volksglauben und zu dem Heilmittel gab i^vergl. hierüber Aruch: Artikel tskmpdak bei Landau, sowie die Stelle Pesachim 112 a. „wenn auch mit eisernem Gefäße zugedeckt"), soll dieses uns hier eben nur beweisen, daß auch das Volk unter darZsl Eisen versteht. Sehen wir indeß auf die etymologische Bedeutung des Wortes, so drängt sich uns die Bemerkung auf, daß fast alle übrigen in der Schrift neben Karsel genannten Metalle (4. B. M 3l, 22. Ezech. 27, 12 ) ihren Namen mehr einer Aeußerlichkeit verdanken, indeß dar3s1 eine wesentliche Eigenschaft bezeichnet. Gold heißt sabab (2abal>, 8atrati, sabad — vom Sonnenlichte beschienen), von der glänzenden gelben Farbe (auch das deutsche Gold hat seinen Namen daher); Silber heißt ^686pd, (La8apd, Ls8s — vom Mondlichte beschienen), von der glänzenden weißen Farbe; opirerstb, Blei, von der weißgräulichen Erd- (apbar) Farbe (das 1ar§um ckou. hat 2 B. M. 15, 10., wie Onkelos- und häufig bei den Talmudisten: ubra, indessen es 4. B. M. 31, 22. u.

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