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Der Israelit · 1864-07-27 · Heft 30 (27.7.1864) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 30 (27.7.1864)
Date
1864-07-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zn Rr. 30 des Israelit. AeitungSnachrichte« urrd Correspondenzen. Amerika. Ean Franziseo. Die hiesige isr. Gemeinde „Ernanuel" hat auf eigene Rechnung ein Schiff nach China gesandt, um sich von dort Granitsteine zum Baus eines neuen Bcthauses holen zu lassen. Feuilleton. „ThciLe -ein Grsaus, -selbst bis über -as Wüster hm, mit -er Zeit stn-rst du es wieder! Von Als Reuel zu seinen Enkelinnen sprach: 2) „Warum habt Ihr den Mann verlassen? Nust ihn, daß er ein Stück Brod bei uns esse!" da dachte er wohl nicht, daß dieser fremde, umherirrende Aegypter, für welchen er Moses hielt, einst ihm Gewinn bringen werde, und doch ward derselbe Jethro's Schwiegersohn, ward Retter und Gesetzgeber und Führer Israels und brachte ihn selbst und seine Nachkommen in den Bund und in den Schutz des einigen Gottes! — Ein angesehener Mann mit Namen Bar-Kappara pflegte zu seiner Erholung täglich an der Meeresküste von Eäsarea zu lustwandeln und dem Treiben der ankommenden und abführenden Handelsschiffe zuzusehen. Eines Abends, als sich Bar-Kappara wieder am Ufer befand, sah er ein Schiff auf dem Meere, als es eben bei stürmischem Wetter in den Hafen einlaufen wollte, scheitern und untergehen. Alles eilte hinzu, bestieg die daliegenden Kähne, um der versunkenen Mannschaft, wo möglich, Rettung zu bringen. Auch Bar-Kappara war sogleich in ein Schifflein gesprungen, vom Ufer abgestoßen und nach der Unglücksstelle hin gefahren, und seiner Anstrengung gelang es, einen beinahe schon halblodten jungen Mann aufzufischen, in fein Schifftein zu ziehen und mit ihm zurück an's Kaird zu gelangen. Er schaffte den noch ohnmächtigen 1) Pred. 11,1. — Der gl. kohel. rab, Lr. 112. S. 82., ». 2. B. M. 2,2V. Schiffbrüchigen nach seinem Hause. Durch paffende, rechtzeitig angewandte Mittel kehrte der junge Mann nach einiger Zeit wieder in's Leben zurück, und bald kam er auch wieder zur vollen Besinnung. Ach, da jammerte er über den großen Verlust, den er er-, litten „Beruhige Dich," sagte Bar-Kappara, „Gott hat Dir wunderbar das Leben erhalten, denn Du bist der Einzige, der noch zu reiten war, er wird auch weiter für Dich sorgen." — Bar-Kappara hielt den jungen Mann noch einige Zeit bei sich und pflegte seiner wohl. Da seufzte derselbe eines Tages tief auf und sprach zu Bar-Kappara: „Wie soll ich Dir, meinem Lebensretter, wieder ersetzen, was Du bereits an mir gethan! Wohl war ich reich, das Schiff sammt Allem, was es enthielt, gehörte mir, aber Alles, Alles hat das Meer verschlungen, und nur das das nackte Leben ist mir geblieben. Wohl auch bin ich von sehr angesehener Familie, wie aber soll ich ohne alles Vermögen nach meiner Heimath und zu den Meinen zurückkehren!" — „Auch dafür ist gesorgt," sagte Bar-Kappara. „Gott hat mir das Glück gegeben, Dir das Leben zu erhallen, und mich so angewiesen, auch für das Weitere zu sorgen." — Er ging, und bald kehrte er zurück und brachte eine volle, ganz neue Kleidung, reichte sie dem jungen Manne und sprach: „Hier babe ich eine neue Kleidung für Dich angeschafft, und hier," fuhr er fort, indem er ihm eine Summe Geldes übergab, „hier sind auch die Kosten für Deine Heimreise." — Tiefgerührt fiel der junge Mann Bar- Kappara um den Hals, weinte und sprach: „Wie soll ich Dir danken, mein Lebensretter, mein Wohlthäter! Mögen die Götter — der junge Mann war ein heidnischer Römer — es mir vergönnen, Dir durch mehr als durch Worte zu zeigen, wie tief ich mich Dir verpflichtet fühle. Das Geld kann ich Dir wohl wieder von meiner Heimath aus zukommen lassen, aber was Du sonst Gutes an mir gethan, werde ich Dir nie vergelten können. Doch, Du bist ein Jude, so schwöre ich Dir, die Juden in meiner Heimath sollen es genießen, wenn die Götter mir je gestatten, meine Heimath wieder zu erreichen; denn mein Ansehen ist nicht gering am kaiserlichen Hofe." — Er nahm hierauf gerührt Abschied von seinem Wohlthäter und reiste seiner Heimath zu. — Es war seitdem schon einige Zeit verfloffen, da geschah es, daß durch eine falsche Anklage viele Juden sestgenommen und gefangen abgeführt wurden. „Wer soll hingehen," hieß es, „und um Gerechtigkeit für die Armen bitten?" — „Das kann Niemand besser, als Bar-Kappara, der gilt etwas bei Hof." — Man kam zu ihm nnd forderte ihn ans, an den Hof zu gehen und ein Wort für die Gefangenen etkyn-

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