Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 30 (27.7.1864)
- Date
- 1864-07-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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403 len für Juden, welche von Mifstonsgesellschaftsn aegründet und erhalte« werden, und in welchen für Bekehrung der jüdischen Kinder gewirkt wird. Deßhalb ließ ein Eomite, gewählt von den vereinigten iSr. Gemeinden der Stadt New-Mrk, am Z. April d. I. folgendes Circular in deutscher und englischer Sprache an alle hier wohnende jüdische Familien vertheileu: „Die Aufmerksamkeit der vereinigten jüdischen Gemeinden der Stadt New Dark wurde auf die Thatsache gelenkt, daß Ihre Kinder eine Schule besuchen, woselbst Unterricht im Englischen, Deutschen und Hebräischen unentgeltlich ertheit wird. — Da Sie dieselben vielleicht dorthin gesandt haben, ohne den Charakter der Schule zu kennen oder zu erfragen, so halten wir es für unsere Pflicht, Sie darauf aufmerksam zu machen, daß bis jetzt keine Freischule zum ausschließlichen Unterricht jüdischer Kinder mit Bewilligung und mrter Beaufsichtigung der Gemeinden errichtet wurden. Sie mögen vielleicht noch nicht mit der Thatsache bekannt sein, daß außer freiem Unterricht im Englischen, Deutschen und Hebräischen Ihre Kinder zum Lesen des neuen Testaments angehaltm werden. Diese Schulen, angeblich für freien Unterricht im Hebräischen, Deutschen und Englischen sind nichts Anders, als Bekehrungs-Schulen (Öonversionsebools). Die Gesellschaft, unter deren Verwaltung und Obhut diese Freischulen für nur jüdische Kinder bestehen, rühmt sich in ihrem Bericht in der „London Jewish Intelligence" wie folgt: „Nachdem ein geeignetes Haus für eine Schule in der jüdischen Localität gefunden, wurde dieselbe am 25. Mai mit 6 Kindern unter der Leitung eines tüchtigen Lehrers eröffnet. Die Schule wurde in religiöser Weise, durch den Hochw. I)r. Morgan, Vicepräsident des Vereins, eröffnet, und der Segen des Gottes Israels für das Heil und die Wohlfahrt dies s alten Volkes erfleht. Bis jetzt scheint der Plan zu gedeihen. Ungeachtet der Opposition, welche diese Schule von blindgläubigen Juden in der Nachbarschaft zu bestehen hatte, und der heftigen Artikel, welche dieselben gegen uns in jüdischen Zeitungen schrieben, hat sie sich vermehrt. Die Eltern und Kinder scheinen im Ganzen mit der jüdischen Schule wohl zufrieden zu sein, und es ist keinem Zweifel unterworfen, daß die gegenwärtige Zahl der Schüler sich in kurzer Frist verdoppeln wird. Der weltliche Unterricht, welcher in dieser Schule ertheilt wird, ist derselbe, wie gewöhnlich in den öffentlichen Schulen, mit dem Zusatze des Hebräischen und Deutschen, welcher die Nothwendigkeit der Anstellung eines zweiten Lehrers erheischte; es freut uns mitzu- Iheilen, daß dieser Lehrer selbst ein getaufter Jude ist und großes Interesse an dem geistigen Wohl seiner Schüler nimmt. Zwei jüdische Kinder im Alter von 10 Jahre«, wurden mit der Einwilligung ihrer Eltern getauft, mit dem Vorbehalte jedoch, daß dieselbe» christliche Bildung genießen, was ihnen auch verbrieft wi^" *). Ist es Ihre Absicht, Ihre Kinder vom Pfade der jüdischen Religion zu verlocken? Wir warnen Sie, dm süßen Worten derjenigen zu träum, welche Ihnen empfehlen, Ihre Kinder in eine Missionsschule zu schicken. Wenn es Ihre Umstände nicht erlauben, einen jüdischen Lehrer zu bezahlen, so können Sie, ehe einige Wochen vergehen, von einer jetzt organisirten hebräischen freien Schule unter der Obhut und Direktion der vereinigten jüdischen Gemeinden Gebrauch machen. — Nochmals warnen wir Sw, Sich ja nicht irre führen zu lassen durch die Worte Jener, die Ihnen sagen, daß Ihre Kinder keine religiöse Instruktion in dieser Missionsschule erhalten. Frag?« Sie Ihre Kinder, was sie Hebräisch, Deutsch und Englisch lernen? Und Sie werden finden, daß denselben gelehrt wird, das neue Testament zu lesen, urck daß Bibeltexte und deren Auslegungen denselben verabreicht werden, welche im Einklänge mit den Lehren der christlichen Religion stehen. Geben Sie Ihre Kinder nicht den Gefahren dieser Missionsschulen preis; in einer sehr kurzen Zeit werden Sie von dem Eröffnen einer hebräischen freien Schule benachrichtigt werden, woselbst Ihren K.ndern nicht nur gelehrt wird, gute Bürger, sondern auch gute Juden zu werden. ernannt von den vereinigten jüdischen Gemeinden der Stadt New-Aork." Wir wünschen der projektirten jüdischen Freischule glückliches Gedeihen, und können nur noch den Wunsch nicht unterdrücken, daß in derselben das ächte wahre Judenthum möge gelehrt werden. Afrika. Aus Tunis erhält der „ Hamagid" folgende Originalcorreipondenz über die Zustände unserer dortigen Glaubensgenossen: Da es für unsere europäischen Glaubensgenossen von Interesse sein dürfte zu erfahren, welches die Lage der Juden hier ist und wie sich die Rebellion zu der jüdischen Bevölkerung des Landes verhält, so mögen folgende Notizen hier an ihrem Orte sein: Früher mußten wir Juden schwarze Turbane tragen, und rothe Kopfbedeckung, sowie grüne Kleidung waren uns streng verboten, weil letztere zwei Farben den Muhamedanern heilig sind. Gegen dieses Verbot sollte sich vor ca. 15 Jahren ein Jude, der B»n der Wahrheit dieses Faktums kannte ich mich bisher «tcht überzeugen; obwvbl ich die gründlich'i-m Unter-suchungr» anst llte, um den wahren Sacdver 'alt zu ermitteln Dies wird wahrscheinlich wieder ein der Miffionsgesellschaft von denMffio-- nären aufgebundener Bär sein. D. Corr.