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Der Israelit · 1864-07-20 · Heft 29 (20.7.1864) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 29 (20.7.1864)
Date
1864-07-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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384 um den riefen Zusammenhang, welchen die nach einem bestimmten Ziele von AGanL bisEude ringende indische Geschichte hat, zu MpäAn. MWöDAjWHlU baares, jüdisches Wissen, Dm On'Dm WlrM chnd GeLsprudelnden jüdischen OkgUalqüellSÜ sMst^U schöpfen. Und auch Grätz ist leider nicht der Erkome und Erwählte, der unser Verlangen zu befriedigen im Stande ist; das zeigen auf den ersten Blick alle seine literarischen Erzeugnisse auf diesem Gebiete Wenn man die Geschichte — abgesehen von der Behandlungsweise, welche diese von den altklasfischen Meistern erfuhr — und zwar profane Geschichte in Rücksicht auf Form und historischen Stil mit einem würdigen Ernste hat behandelt sehen, wie dies in neuerer und neuester Zeit von einem Heeren, Niebuhr, Wrsmnth, Mommsen, Grote, Cnrtius., Dunker, v. Sybel, Ranke, Häusser, Wattenbach und andern unzähligen vortrefflichen Männern geschehen ist, sich theils um alte, theils um neuere, profaneGeschichte große Verdienste erworben, dann allerdings begreift man es nicht, wie Herr Grätz es mit der jüdischen Geschichte so leicht nehmen könnte. Hier genügt kein sehr zweideutiges Halbwissen, kein mäßiger, phantastischer Phrasenschatz, dem es an jener gedrungenen und kräftigen Haltung gebricht, die wir in den alten und neueren Historikern von Fach zu finden gewohnt sind; kein als ärmliche Brosamen unter den Tischen unserer — die sich durch literarhistorische Werke berühmt gemacht, wie O'dmn 2V — aufgelesenes Wissen. Die Geschichte, und besonders die jüdische ist ein Feld großer Thatsachen und tiefer Wahrheiten, keines leerer Redensarten und hohlen Geschwätzes. Was Thucydides von seinem Geschichtswerk sagt (Thucyd. 1, 22 extr. Cap.), daß die Geschichte ein festes Monument für die lebende und Nachlebende Welt sein soll, das paßt insbesondere von einem Geschichtswerke auf jüd. historischem Gebiete über Judenthum und für Juden. Hier ziemt nicht jene süßliche, rhetorisch-romanhafte Schreibart, wie sie Grätz anwsndet; das schickt sich für den alten Curtius, der seinen Alexander nicht besser als so zu verherrlichen wußte. Obwohl die jüdische Geschichte in ihren späteren Epochen keinen eigentlichen Nationalboden hat, auf dem sie spielt, so bewegt sie sich doch — was wichtig genug ist und ihrem universalen Wesen ganz entspricht — in allen Theilen der Welt, und keineswegs ist sie so arm an großen geschichtlichen Facten und Daten, um sie erst mit bunten Lappen ausputzen zu müssen. Ueberdieß hinkt die Grätz'sche Geschichte auf zwei Krücken; für eine wirkliche Geschichte ist die seinige zu sehr Literaturgeschichte, und für diese zuviel Geschichte, zwei Gebiete, die bei Grätz eins, die aber die historische Wissenschaft scharf trennt. Daß aber Grätz am wenigsten berufen ist, eine jüdische Geschichte zu schreiben. das hat er noch auf andere Weise dargethan. Die Messiasidee, d. h. der Glaube «M einen persönlichen Messias, ist Krone ^hes jüdHWM^GlaubenS- und Ge- BMÜ gruppire« sich, mie i, UM einxn großen HntrMunE Oergangenheit, GegeuwUkkMd Zukunfic uMrer MMchte; das mar der Tröff, den Israel mit Ln die Fremde nahm, das ist der Muth, der uns in der Gegenwart beseelt, das endlich ist die Zierde, welche das göttliche Erziehuugswetk an uns vollendeir wird. Mit dies« große» Nationalidee aber erhält Alles Grund, Ziel und lichtvollen Sinn, mit dieser Idee steht und fällt Alles*). Diese Grundwahrheit nun erschüttern, diesen Lebensnerv dem innern jüdischen Nationalleben austrennen, das heißt das schönste Geschichts- und Lebensgemalve des Judenthums tyrannisch und stümperhaft verderben, zerrerßen. Die jüdische Geschichte soll über Jude« und für Juden geschrieben sein, sie muß darum mit den Hellen Farben gemalt sein, die lebendiger und echter Glaube an die Hoheit unserer heiligen Bestimmung einflößt, und der Schreiber einer solchen Geschichte darf im Interesse der Wahrheit nicht den Vorwurf der Parteilichkeit scheuen; denn eine Wahrheit kann, wenn auch einer ganzen Welt von Leugnern gegenüber, sich kühn vert eten als das, was sie selbst ist. Was nun endlich Monographien betrifft, so können diese, und wenn sie auch noch so Tüchtiges liefern, nicht darauf Anspruch machen, unser Bedürfniß befriedigt zu haben, sie ähneln, um uns hierbei eines trefflichen Gleichnisses des Polybius zu bedienen, den zerstückelten Gliedern eines lebendigen und schönen Körpers, die, wenn man sie wieder zusammensetz?» wollte, bei weitem nicht mehr die Wahrheit und Schönheit darstellen, welche der Körper früher gehabt. (Psiyb. 1, 4. 7.) Es braucht nach allem Obigen kaum gesägt zu werden, daß nur Inden für Juden eine jüdische Geschichte schreiben können. Und wie sollten auch Ewald, Delitzsch, Bertheau und Andere, mögen sie schlecht oder gut von uns sprechen, eine Geschichte des Volkes uns für das Volk schreiben können, dessen Geisteshoheit ihnen fremd ist, dessen Gemüthstiefe sie nie gekostet, an dessen Leidensbecher sie nie genippt haben? Die jüdische Geschichte ist sin heiliges Erdreich, kein Ungerveihter betrete diesen Boden, und ist es ein Geweihter aus dem Bunde, dann ziehe er die Schuhe von seinen Füßen und trete mit Ehrfurcht an das Erhabene heran. Kurz, die jüdische Geschichte soll ein Nationalwerk für die jüoischs Nikon, und der Weg sein, auf dem sie dem heiligen Gottesgesetze, der Herligen Thora immer näher ent ge- *) Ueber diese hochwichtige Angelegenheit habe ich wich eitrtchender noch austztspvochen in meinem demnächst «scheinest» wrtke rio oomiLE gMLÄkio drrgiws.

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