Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 28 (13.7.1864)
- Date
- 1864-07-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2447141-2447169--02743-2458098- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
S?3 außen hin zeigen, wo sie mit der Geschichte anderer Völler znsammenhüngt, wie auch nachbiblische Perioden in allen ihren dunklen Partien, so zerstreut sie auch rücksichtlich des Raumes und derzeit auf dem Erdenrunde und Ms dem Ocean der Weltgeschichte herumliegen, aufhellen und systematisch zusammenstellen, ist das nicht gleichfalls em unverkennbares Verdienst? Welche hehren und großen Geistergestalten ziehen da vor unserem Blick vorüber, wmn wir an das Mittelalter denken! Dunkel, wie es ist, steht es dennoch gewaltig und ruhmreich da in seinen halachischen Schulen, die es gegründet, wie in seinen erhabenen Poesien, mit denen es unser synagogales Leben ausgeschmückt und verschönert; ja, je tiefer von der unfreundlichen Welt nach innen gedrängt, um so kostbarer und glanzender die Schätze, welche es aus sich selbst heraus- und hervorgeholt. Und merkwürdig genug, es hat das Mittelalter gerade in der Zeit der Juda zugefügten Schmach , selbst auf dem Boden Deutschlands, wo oft jüdisches Märtyrerblut geflossen, jüdische Seufzer aufgestiegen, Männer aufzuweisen, die der Welt gezeigt, was jüdischer Geist auch auf profanem Kunst- und Dichtergebiet zu leisten vermag. So zeichnet sich im Jahre 1450 ein Jude, Israel von Meckenen, in der Kupferstecherkunst aus (vid. Kugler's Kunstgesch. 2. Ausgb. p. 884), und was noch mehr sagen will, selbst unter den Minnesängern, wo wir es vielleicht am wenigsten vermuthen, findet sich ein Vertreter von jüdischer Seite in dem freilich ziemlich unbekannten Süßkind von Trimberg, der um 1225 lebte und unter Anderem von einer zartgepflegten Sangeskunst, (s. F. H. von der Hagen, Minnesinger Bd. 2, S. 259) mit folgendem rührenden Liede Abschied nahm Ich var uf der Loren vart mit miner künste z'ivare, daz mir die Herren nicht weint geben, daz ich ir Hof wil vliehen, Unt wil mir einen langen bart lan wachsen griser hare, ich wil in alter Juden leben mich hinnan vür wert ziehen, Min mantel der sol wesen lank, tief under einem huote, demueteklich sol sin min gank, unt selten me gesingen hovelichen sank, sit mich die Herren scheident von ir gnote. — Endlich den Faden der Geschichte bis zu unserer Zeit herabspinnen, dieser so vielfach bewegten, von verschiedenen und so vielen Richtungen durchschnittenen und doch durch alle Gegensätze von höherer geheimer Hand nach einem Ziele hin gelenkten — dem mit der Thora zusammentreffenden —, dieses klar und bündig Nachweisen, ist das nicht gleichfalls Verdienst? Nur wenn für die Befriedigung dieses Bedürfnisses auf solche Werse gesorgt, wenn er» Bett gegraben ist für diesen tiefen Gedankenvnd Gesühlsstrorn der Nation, so daß die vereinzett hinlausinden Wellen zu einem großen Ganzen vereint, gesammelt sind und nunmehr die jüdische Geschichte wi^ ein von hoher Beraspitze der Offenbarung hervorbrausender mächtiger Gietzbach majestätisch donnernd dahsrstürzt, mit feine» ewigen Wallen das Ohr des Menschen erfülleick, nur dann läßt sich von der Geschichte der Vortheil hoffen, den für unser wahrhaft jüdisches Interesse darzubieten, sie ihrem Wesen nach wirklich fähig ist. (Schluß folgt.) Der von Ser AabbinercommMsn M Pesch veröffentlichte Entwurf M Gröndnng eines Nabbinerseminars. Beurtheilt von vr. LLIckeKk einer. (Fortsetzung.) Zu diesen das ganze Prinzip des Elaborates im Allgemeinen betreffenden Bedenken gesellen sich aber noch nicht wenige, die wesentlichsten einzelnen Punkte desselben berührende Specialitäten, denen wir uns um so weniger entziehen dürfen, als fast alle diese Betrachtungen das dem auf Grund des Elaborates in's Leben zu ruhenden Institute zu schenkende Vertrauen und die innere Perfectibilität desselben nicht nur für den Moment, sondern für immer bedingen werden und daher unserer unmaßgeblichen Ansicht nach ernste Erwägungen sind, mit denen die quast- Anstalt überhaupt steht und fällt. Wenden wir uns nun zunächst zu den Bedenken, welche das Vertrauen, mit dem wir dem beabsichtigten Institute entgegensehen können, und die Garantien, welche uns über dasselbe geboten werden, betreffen; d. h. dem Theile unserer, wie «ir hoffenstreng objektiv gehaltenen Kritik zu, die wir nichtsdestoweniger die subjekive nennen- Hier ist es nun vor Allem die Garcmtie der echten religiösen Gesinnung sowohl der Lehrer der Anstalt als dieser selbst , die wir ins Auge zu fassen haben. Wir haben uns über diesen Punkt, der wie aus dem Entwürfe unzweifelhaft hervorgeht, nicht nur uns, sondern auch den ehrwürdigen Verfassern desselben als der wesentlichste unter allen erscheint, die Ausdrücke zusammengestellt, irr welchen das Elaborat die Palliative genügend erschöpft, glaubt. Es wird (S. 5. Ende) verlangt, daß „überhaupt in keinem Theile des Untwrrchts der Boden des positiven