Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1864-07-06 · Heft 27 (6.7.1864) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 27 (6.7.1864)
Date
1864-07-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447141-2447168--02732-2458086
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zu msiuer tiefsten Betrübniß habsich sernoNMen, daß sichiu Marocco einige Beamte befinden, die das Gebot des Kaisers nicht bsachten und gegen meine dortigen GlauLenßgenosien übel verfahren; sie laßen dieselben ungerecht mißhandeln, ohne zu gedenken, daß Ihr edler Kaiser die Gleichstellung aller seiner Unterthanen, gleichviel welcher Confeffion, befohlen hat. Ach, dieje trüben Nachrichten werfen mich ganz darnieder! Möge Eure Excelleuz es nicht zugeben, daß die Gouverneure gegen den Willen ihres Monarchen und gegen die Gesetze des Rechts uno der Billigkeit sich versündigen; mein fleh mtliches Bitten ist dahin gerichtet, daß Ihr erhabener Kaiser sowohl als Ew. Excellenz nicht dulden mögen, daß böse Menschen sich gegen Höchstihre Autorität auflehnen. Der kaiserliche Firman ging meinen Brüdern wie die Sonne auf; möge sie nicht verfinstert werden. Der kaiserliche Firwan verbreitete Freude und Hoffnung; möge die Freude sich nicht in Trauer umwandeln, die Hoffnung Leine getäuschte sein. Wie groß und erhaben ist der Königsthron! Von ihm geht allen Bewohnern des Reiches Herl und Glück zu, wenn der König Gewaltthat verhindert; von ihm geht Unglück und Leid aus, wenn der König das Verbrechen nicht zur Verantwortung und Bestrafung zieht. — Wohl habe ich mich genugsam von der Gnade und Güte Ihres erhabenen Monarchen überzeugt; darauf vertrauend, hoffe ich, daß alle jene glänzenden Versprechungen erfüllt, daß meine Glaubensgenossen geschützt uud daß das gegebene kaiserliche Wort zur That werde. Wie glücklich find doch die Nationen, welche in Rühe und Sicherheit leben! Groß und erhaben sind die gerechten Herrscher, deren höchste Freude in der Wohlfahrt ihrer Nationen besteht, zu denen Millionen Menschen emporschauen wie zu den Vertretern Köttlicher Macht auf Erden Mögen Eure Excellenz diese meine, dem Herzen entstammenden Worte gnädig entgegennchmen. Zugleich möchte ich Sie ergebenst gebeten haben, meine Segenswünsche und die Versicherungen meiner Dankbaäeit Lm Fuße des Thrones niederzulegen. So lange ich lebe, werde ich für das Heil des Kaisers sowie für das Wohl Euer Excellenz zum Allgütigen flehen. Euer Excellenz gehorsamster Diener MoseS Monlefiore." P a l ä st i n a. Mainz, 26. Juni. Wir haben in diesen Blättern häufig Auszüge aus der in Jerusalem erscheinenden Zeitschrift „Lebanon" gebracht. Diese sowohl wie sine andere, welche den Namen „Chabazetet" führte, erscheinen seit dem Beginn dieses Jahres nicht mehr. Nach dar isr-." ist M Zeitschrift „Lebanon" in Folge Mer Denunciation unterdrückt worden. Ein Missionär (getaufter Jude) übersetzte einen Arfikel in die Landessprache und überreichte ihn dem Pascha. Dieser Artikel, welcher die Suspendirung des Blattes zur Folge hatte, lautet: «Man kennt die Worte, welche sich in der Hagada befinden ,ir«a.-i nnrH Künftiges Jahr in Jerusalem! Auch dje in Jerusalem wohnenden Israeliten sprechen diesen Wunsch aus. Welchen Sinn können diese Worte in ihrem Munde haben, da sie doch bereits sich in Jerusalem befinden? Dieselben bedeuten jedoch nichts Anderes, als die Bitte um Wiederherstellung der alten Ordnung der Dinge; es ist ein Erstehen der alten Gunst Gottes und enthält demnach für hie Israel. Bewohner Jerusalems keinen Wunsch nach localer Veränderung." — Wenn es wahr ist, daß diese unschuldigen Worte, der Wunsch der Ankunft des Messias und die Bitte um Wiederherstellung der alten Ordnung in Jerusalem, die sich bekanntlich durch keine Revolution, durch kein gewaltsames Auflehnen von unserer Seite, sondern nur durch Erfüllung der messianischen Prophezeiungen der Propheten realisiren kann, die Suspendirung der genannten Zeitschrift nach sich gezogen hat, so müsse» wir gestehen, daß das türkische Preßgesetz das penibelste der ganzen Welt sein muß, es sei denn, daß die Verleumdung des Missionärs die ganze Angelegenheit in einem Lichte dargestellt hat, welches das Uriheil der türkischen Behörden zu trüben im Stande war. Die Zeitschrift „Lebanon" hat eine vorwiegend wissenschaftliche Tendenz, indem sie außer einigen dürftigen Neuigkeiten den größten Theil ihres Raumes talmudischen und Lalmudisch-literarischen Abhandlungen widmete; sie war mit Geschick redigirt und befleißigte sich eines correkten hebräischen Slibes. Feuilleton. beschauliches Leben. Von Venckla«. (Schluß.) Unterdessen wür der Tag angebrochen, und sie erhoben sich und gingen weiter. Als sie so ihres Weges gingen, krm ein mächtiger Adler daher und schwebte kreisend über ihren Häuptern. — „Freunde!" sprach Pinehas da, „der Adler ist ein Sinnbild der Barmherzigkeit, heißt es doch: *) „„Wie der Adler sein Nest bewacht, über seinen Jungen schwebt, — also führte t) s. B. M. 32, 11.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.