Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 27 (6.7.1864)
- Date
- 1864-07-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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SöS ders gnädigen Leutseligkeit empsimgey hat; daß endlich die Äeröffe«tlich«ng des Elavöraker eitzentkich deshalb verlangt ivurds, vfprdie Hftzfregung im Lande durch Kenntniß der Vorschläge zu beschwichtigen. Objectiv aber, d. h. historisch, läßt sich die große Bedeutung und Tragweite dieser Opposition noch weit mehr Nachweisen, ja die Nothwendigkeit derselben unzweifelhaft darthun. Wir gerade, weil nicht Mitglied jener Berathung, fühlen uns um so mehr verpflichtet, hier von der objectiv innern Berechtigung dieser Opposition, die überhaupt bis jetzt viel zu wenig von unserer Partei mit einer ihrer würdigen Ausführlichkeit besprochen worden ist, zu sprechen, zumal dieselbe in Blättern der Reform und Neologie als willkürlich und unberechtigt soll verschrieen worden sein. Um uns nun mit der Situation vertraut zu machen, muffen wir uns vor Allem fragen: von wem ging bis jetzt die Bildung von Nabbineu Ln Ungarn aus, wer erkannte dies als seine Sorge, seinen Lebensberuf? — Nun, die Antwort hierauf ist sehr einfach, und Niemand wird wohl wagen, eine irgend abweichende zu geben. Die Bildung von Rabbinen ging wie in frühern Zeilen überall, so bei uns bis in die Gegenwart hinein im allerengsten Sinne dieses Wortes, und zwar G. s. D. izn ip von den orthodoxen Rabbinen aus, den 'vsin, welche jeder Lebensfreude, jederDisposition über Zeit undKraft zu selbstischen Zwecken, zu ihrem eignen Nutzen und Behagen entsagten, welche so oft ihre Gesundheit und den letzten Tropfen Herzblutes auf diesem heiligsten Mare der Religion opferten, um würdige riin.-i '1217 heranzubilden, sei es nun als .-in-n.i 'iM oder, was oft ja meist noch mehr Verdienst ist, als gründlich talmudischdurchgebildete Kaufleute, die die Religwnspraxrs auf Grund der Quellenstudien zu üben und dem Zudenthume zur Ehre zu gereichen im Stande seien. Auf diesem Boden hat Niemand weiter ein gründliches Urtheil, als die Leiter der großen Jeschibot. Man frage sich nur, ob denn in Ungarn oder irgendwo anders je irgend einer der Neuerer einen i'vdri herangebildet habe. Hat etwa L. Schwab, der doch gewöhnlich zu den Gemäßigteren gezählt wird, während seiner 20jährigen Berufsthä'tjgkeit in Pesch einen eigentlichen i'vbri.herangebildet? Wo find die Schulen, ja auch nur die Schüler der Löws, Meysel, Fastei, Zipser rc? Woher diese Erscheinung? — Hierauf gibt es nur die einzige, wahre Antwort, daß nur das echte, alte Judenthum sortzeugungsfahig ist, daß uur es im Staude ist, etwas zu lehren, Jünger zu erziehen rc. rc. Dbige Dsni nur oder ihre Vorgänger im Amte ^inejst deren Väter) haben bis auf eine verschwindend Aeine Mmoriät fast ave Rabbinen Ungarns erzogen; Visse Schiller athmen fast überall den Gest ihrer Lehrer, bHennen sich in Gedanke», Wort und That als ihre Schüler, haben dieselben Bestrebungen, diesäbeu Zwecke ««d wählen dieselben Mittel zur Erreichung dersckbe». Mehr aber noch als diese thellen fast alle groben Gemeinden des Kronlandes. wenigstens der factischen oder Moralischen Majorität »ach, mit ihre» Religionshäpptern diese Anschauung von jüdischer Lehre und jüdischem Leben. Daher muß die Opposition gegen «ne Intention, welche an und für sich eine ganz gut gemeinte, ja unter Umständen wohl eine rettende LHat genannt werden bann, unter vorliegenden Verhältnissen in Ungar» eine tiefe, eine ganz allgemeine fein, wie sehr auch die tendenziösen Lügen, welche die sich um Geschichte und Volksnatur eines Stammes keinen Pfifferling kümmernden Tevdenzblätter verbreiten, sich Mühe gegeben haben und noch geben, zu behaupten, daß diese Opposition sich nur auf „einige zelotische Rabbinen" beschränke. Die ganz gut gemeinte CommissionSarbeil steht in Widerspruch mit den thatsächlichen Verhältnissen, wist ein Institut anbahnen, welches nur der Zukunft, nicht der Gegenwart angehöre» kann, ohne diese Gegenwart mit der Zukunft zu vermitteln, ohne sie zu derselben hivüberzubrücken. Einen ferneren thatsächlichen, vollgültigen und runviderfprechlichen Beweis dafür werden wir weiter unten, wo wir von der praktischen Reakisirdarkeit der Anstellung des Direktors und der Lehrer sowie des Contingentes der de» Anforderungen genügende» Schüler sprechen werden, bribringen; für jetzt appelliren wir an die Unbestechlichkeit eines jeden Redlichdenkende«, mit der Situation und den religiöse» Anschauungen der Partei, für welche offenbar das Statut ausgearbeitet, Vettrauten; ja, an die Aufrichtigkeit eines mir persönlich bekannten, in derselben Anschauung erzogenen und in Ehren alt gewordenen Mitgliedes der Rabbiner-Commission selbst; ob nicht sowohl die Führer, als auch die Uebrigen der i» Ungarn bei weitem überwiegenden Partei unserer Glaubensgenoffen gegen diese jetzt zu realisirenden Bestrebungen Front machen müssen. Ich will mich, wie immer, ganz offen ausspreche». Ich gehöre persönlich im Allgemeinen M dev Freunde« des Elaborats; und wie sollte ich nicht, sind ja dar« viele Elemente enthalten, deren Aufnahme in dm Studienplan für Rabbmstscandidaten ich für so unumgänglich nothweudig hatte, daß ich, so viel irgend V meinen Kräften sielst, dieselben den empfänglichen Schülern zuzuführen suche, uvd trotz lächerlicher Anfeindungen der Reologen, ja gerade noch mehr bestärkt durch dieselben, dieses unabweiskiche i-n mit ,-niri verbinde. Allein dies ist eben meine Privatverantmortung, und dies geschieht in meiner Privatanstalt, welche -von relativ sehr geringer Bedeutung für Gesammt Ungarn ist; es geht dies über meinen engsten Kreis nicht hinaus, hat Seme» irgendwie Warnten officiellen Character, übt nicht den geringste» «0-