Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1864-06-22 · Heft 25 (22.6.1864) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 25 (22.6.1864)
Date
1864-06-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2447141-2447166--02700-2458052
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

333 abgeschwächt werden können,*) so gebe ich dies doch ganz gern zu. Aber, gehört etwa eine Prophetengabe dazu, überzeugt zu sein, daß eine in der Eigenschaft als Sachverständiger vor dem Gerichtshöfe abgegebene eidliche Aussage nicht zurückgenommen werden würde, wie dies natürlich auch nicht geschehen? Nachdem nun jetzt wieder, als bei einem Ruhepunkte, eine Anzahl von höchst schmeichelhaften Kraftausdrücken immer ostensibel gegen Hrn. vr. H., in der That aber gegen alle 166 Rabbinen, ausgestoßen, zeichnet der Verf. zuletzt mehr als seinen vollen Namen, zeichnet er sich wie er leibt und lebt. Er läßt uns sagen (wörtlich übersetzt): „Höret, Haus Israel, und versteht nicht, sehet und erkennet nicht; aber höret auf mich (uns), ihr Gläubigen, die ihr, wie ich (wir), heute glaubet an ein Gesetz und zwei Auflagen, ein Volk und zwei Lagern. Gehet von euren Brüdern weg, trennet euch von jeder Gemeinde, wo irgend ein schlechter Mann oder eine schlechte Frau ist, dessen -Herz bethört ist, geheim oder öffentlich zu sündigen, und findet Ruhe in dem andern Lager, deren Glieder alle fromm." Wirerklären dies Alles für eine infame Lüge und den Verf. „so lange für einen boshaften Verleumder, bis er uns nachweist, daß wir auch nur ein Sterbenswörtchen hievon gesagt". Wir haben gesagt, daß ein orthodoxer Jude nur in einer solchen Gemeinde leben, seine Beruhigung finden kann, in welcher die Möglichkeit zur Ausübung des jüdischen Religionsgesetzes verbürgt ist. Und ist dies nicht etwa so? Kann ein Jehudi ruhig werden, wenn er nicht weiß, daß eine mps da ist, wie sie sein soll, die.-iv'nir?, wie sie sein soll, daß das Schulkind nicht nur Religionsstunde haben, sondern durch erzogen werden kann '3->2 ^>p. Hie Rboäus, bio salta, hier mögen sie Rede stehen, die Ankläger von 166 Rabbinen, dem Stolze des Judenthumes. Wo haben wir auch nur die geringste Andeutung davon gegeben, was der Einzelne andern Falls thun soll, wo? O, über diese Blasphemie; solch' einen Vertheidiger zu haben, würden wir uns schämen. Oder meint etwa der Verf., daß man in hebräischer Sprache jede Ehrenrührigst, jede Nichtswürdigkeit vom Stapel lassen darf? Eine schöne Achtung vor unserer heiligen Sprache ist das. — Verf. sucht höchst pathetisch zu beweisen, daß in Wien allen jenen rituellen Institutionen in gewissenhaftester Weise Rechnung getragen wird. Nun wenn dies wirklich der Fall ist, so gehören die dortigen Q'-ri.-i' zu den wenigen in größern Städten lebenden, welche durch keine Gewissensfolter geplagt werden; nun, in diesem Falle paßt eben dieser Passus G. s. D. nicht für Wien, *) Es ist hier überall von nicht von ausdrücklichen LNP1O2 in und die Rede, wo möglicher Weise das weniger anwendbar. wie er überhaupt an gar keine spezielle Gemeinde gedacht hat. Dieser neue Kunstgriff, uns anzudichten, als hätten wir gegen die Institutionen der Residenz- Gemeinde unsere Worte gerichtet und unsere Feder gespitzt, kennzeichnet so recht jene gemeinen Naturen, die es nicht begreifen können, daß man einen Gedanken um seiner selbst willen denkt, die nur dann volles Hochwasser haben, wenn sie die Orthodoxen verleumden, verketzern und ihre noch unparteiischen Glaubensbrüder gegen dieselben Hetzen können. — Gegen den Schluß gibt der Verf. wieder Schimpf und Schmutz; wir wollen, da wir glücklich zu Ende sind, noch eine Stelle von vielen Hunderten übersetzen. Verf. sagt: „Dieser Absagebrief (diese Erklärung), von Anfang bis zu Ende, sein Wort ist das Feuer des Haders, der Hochmuth ist sein Urheber, der Zank sein Erzeuger, der StreN seine Amme; sie hat ihn groß gezogen auf den Knieen des Truges" — Der Mann brüstet sich, geschrieben zu haben -irirr 12V ^3^1« npp '^>3 -12? - Den Schluß endlich bilden wieder anderthalb Seiten lange Lobeserhebungen aus allen Tonarten auf Herrn Rabb. H., Herrn Prediger M. und die Wiener Gemeinde. Nun, der Mann muß seine guten Gründe dazu gehabt haben; sie kommen aber durchaus nicht zu unserem Thema. Wir sind G. s. D. zu Ende; die Schlußbetrachtung möge sich Jeder selbst machen, sie liegt sehr nahe 'Xp rr*? 8-ipV '8p dMLnp. Zeitungsnachrichten vn- Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt, 15. Juni. Der Jahres-Bericht der israel. Frauen-Krankenkasse constatirt die unerfreuliche Thatsache, daß die Einnahmen im letzten Jahre sehr spärlich stoffen. Sowohl die Anmeldung von Kindern, als auch die Beitrittserklärungen des wohlhabenden Theils der in hiesigen Bürgerverband eintretenden Frauen hat immer mehr abgenommen. Dagegen haben sich die Ausgaben vermehrt. In einem Zeitraum von 4 Jahren wurden 6559 Personen, darunter 3543 im Jahre 1863, verpflegt. Eingenommen wurden 13,107 fl, darunter 6989 fl. Mitgliederbeiträge, und ausgegeben 13,699 fl. Die Ausgaben der Jahre 1860 —1862 belaufen sich auf 33,000 fl. (Fr. I.) Kassel, 7. Juni. In der heutigen Sitzung der Ständeversammlung begründet derAbg.Falkenhemer seinen Antrag wegen Beseitigung der Verord-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.