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Der Israelit · 1864-06-15 · Heft 24 (15.6.1864) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 24 (15.6.1864)
Date
1864-06-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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AM Mischer Ärmenrm- Prjgerwohnmrge« iu Jerußrlrm. Ungenannter aus Poppenlauer Ist. — Jakob Fulda aus Coblcnz 1 fl. 45 kr. — (Kür R. M. B. Hn. durch W. I. in Lamp, von Ä. K. daselbst 4 fl. 16 kr. —) Durch Lehrer A. Oppenheimer in Theilheim: Joel Rosenfelder 30 kr. (f. T. CH. im h. L. derselbe 30 kr.; L. Baumblatt 5 fl 24 kr). — Joseph Heidingsfelder aus Marktbreit 18 kr. — Durch Religionslehrer Levi Neumann bei einer Bar-Mizwah-Feier gesammelt 11 fl. — AeituugsnachrLehten und Correfpondenzen. Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus Griechin (Böhmen) enthält eine Lokalkorrespondenz folgende Mittheilung: Am Pfingstsonntage wurde der in Gitschin allgemein beliebte Stadtarzt Or. I. Kantor (Jude) nach einem etwa 2 Stunden entfernten Dorfe zn einer Wöchnerin gerufen. Bei seiner Ankunft fand er die Patientin im lebensgefährlichen Zustande, welchem seiner Diagnose nach nur eine kühne oder rasche Operation abhelfen konnte. Eben wollte er sich zu derselben anschicken, als er zu seinem nicht geringen Erstaunen einen Widerstand fand, aber nicht von Seite der Patientin, sondern in der Person ihres Mannes, eines dortigen Bauers, dem sich dessen Verwandte und Nachbarn mit dem festen Vorsatze anschlossen, die Operation nicht zu dulden. Der brave Arzt, welcher Gefahr im Verzüge sah, versuchte Anfangs die Bauern, welche er vom wissenschaftlichen Standpunkte aus nicht überzeugen konnte, durch gute Worte zu überreden, und als diese nichts halfen, nahm er zu Drohungen seine Zuflucht, und schließlich kam es soweit, daß er die Operation so zu sagen unter richterlicher Assistenz vornehmen mußte. Die Operation gelang vollständig und das Weib ist heute gesund. Noch am selben Abende fuhr vr. Kantor nach Hause, allein die stattgehabteu Scenen und die vorgenommene Operation selbst hatten in dem noch in vollster Mannesblüthe stehenden Arzt eine solche Aufregung hervorgebracht, daß derselbe während der Fahrt von einem Unwohlsein ergriffen ward und etwa eine Stunde rwr feiner Ankunst in der Wohnung vom Schlage gerührt, leblos im Wagen zusammensank. Der Kutscher brachte der harrenden Gattin ihren GemM als welche heim, in welchem acht Kinder ihren Vater betrauern. Die Theilnahme, welche dieser Unglucksfall in der Stadt erregte, war eine derartige, daß die ganze Nacht hindurch die Straßen von Menschen belebt waren. Das Ansehen, welches dieser Mann in der dortigem Gegend als Arzt und Bürger genoß, bewies die Teilnahme an dessen Leichenbegängnisse. S. a. Ujhely, 24 Mai. Man sagt, daß die bereits bestehenden Musterschulen noch um zwei vermehrt werde» sollen. Und wenn sich das bestätigt, werden die bedeutendsten Gemeinden des.Vaterlandes gewiß nicht die Annahme einer Musterschule refüsiren, weil eine solche Anstalt denn doch musterhaft ist, trotz der tendenziösen Lügen, in denen man sich gefällt, wenn auf Products einer gewissen mißliebigen Zeit die Rede kömmt. Freilich darf ich am allerwenigsten mich über diesen Gegenstand auslassen, wobei ich Albst als erschiene. Nur eine unschuldige Bemerkung erlaube ich mir, bei der ich nicht risquire, über ein nöthiges Mafl Selbstgefühl hinaus zu gelangen. Ich meine, nachdem die meisten Musterhaupt ichullehrer früher eine Reihe von Jahren an Gemeindeschulen gewirkt, ehe sie von einer hohen Negierung als musterhaft constatirt und berufen wurden, so müssen diese Lehrer dennoch etwelche Geistes-Vorzüge, die nur der böse Neid nicht gerne eingesteht, vor vielen ihrer Collegen auf dem Lande voraus haben. Hätten Sie aber je gehört, daß ein großer Lehrkörper, dessen Mitglieder sich die längste Zeit durch pädagogischlndactische Kenntnisse und ausdauernden Fleiß vortheilhaft ausgezeichnet, mit einem Mal sich einer sündigen Nonchalance überlassen hätte und das deshalb, weil er in eine behaglichere Stellung versetzt, sich einen bedeutenderen Wirkungskreis errungen hat. Wenn also dennoch, nach „Neuzeit" Nr. 15. d. I. viele Gcmeindeschulen die Musterinstitute in ihren Leistungen „bei weitem" übertreffen, was ich durchaus in Abrede stelle, so kann die Ursache nicht in den Lehrern, sondern in den Verhältnissen der Gemeinden liegen, in denen sie zu wirken angewiesen sind. Denn schieben wir mal dem vorschriftsmäßigen Lehrsystem an unfern Schulen die Schuld der unbefriedigenden Leistung in die Schuhe, so kann dies eben nur der kleinere Theil sein, weil der gewandte Schulmann solche Schwierigkeiten größtentheils zu überwindm versteht, die chm ans einem verfehlten Normativ erwachsen, und verfehlt ist unser Unterrichtssystem sicherlich nicht. Anders ist es mit solchen Hindernissen, die sich dem Lehrer aus einer Mißgunst der Ortsverhältnisse ergeben, wenn er z. B. Engherzigkeit und Superstition niederringen soll, gegen die bekanntlich selbst die Mächtigsten vergeblich känrpfen, dann freilich müht er sich unnütz ab, nachdem er in der Schule die üblen EindEe «immer üerwffchM käü«, die der Schüler Immer von neuem m dem Elternhsuse sufnimmt. Armer

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