Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 23 (8.6.1864)
- Date
- 1864-06-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zu Nr. 23 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Leipzig. Or. Julius Fürst, bisher Lector an der hiesigen Universität, wurde zum Professor ernannt. Aus Württemberg. Eine hierländische Zeitung enthält eine bemerkenswerthe Annonce. Es soll nämlich für die Synagoge zu Buchau der Bau einer Orgel mit 20 klingenden Registern und zwei Manualen veraccordirt werden. Unterzeichnet ist „das isr Kirchcnvorsteheramt, Weimann, Rabbiner;" neben der Anzeige ist gleich das Bild der anzuschoffenden Orgel zu sehen, deren Spitze in ein regelrechtes Kreuz ausläuft!!! — So ist es übrigens recht: zur Orgel gehört auch das Kreuz. Diese Annonce mag wohl als Antwort auf die Frage Gabiah den Psisa's an die Würt. Israeliten „wohin kommen wir?" dienen sollen. — Preußen. Breslau, vr. M. A. Levi hat in Anerkennung seiner bedeutenden Leistungen auf dem Gebiete der orientalischen Paläographie und Archäologie den Titel eines königl. Professors erhalten. Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus Wien geht uns von authentischer Seite eine Berichtigung der in Nr. 19 d. Bl. enthaltenen Correspondenz „aus Oesterreich" zu. Vor einigen Jahren hat allerdings ein Verein existirt, der es sich zur Aufgabe gemacht habe, den armen isr. Kranken im allgemeinen Krankenhause Koscherkost zu verabreichen; derselbe habe dann auch die Kost durch einen jüdischen Restaurateur besorgen lasten, der eine anerkannt koschere Küche führe. Dieser Verein existirt aber seit längerer Zeit nicht mehr. Später besorgte ein jüdisches Ehepaar in der Alscrvorstadt die Speisen in'einer Weise, die den Anforderungen des jüdischen Neligionsgesetzes vollkommen entsprach. Von einer Verabreichung der Speisen in der von dem Correspondenten „aus Oesterreich" geschilderten Weise, ist unserem vollkommen genau unterrichteten Gewährsmanne nicht das Mindeste bekannt. Wir beeilen uns, im Interesse der Wahrheit diese Berichtigung zu veröffentlichen, indem wir zugleich unfern ernstesten Tadel gegen den erwähnten Ccrresponten aussprechen, der uns Dinge berichtet hat, von deren Wahrheit er sich nicht vorher überzeugte. Solches kann der guten Sache, die wir zu vertreten das Glück haben, nur schaden. Wir verzichten gern auf die Mittheilung noch so piquanter Neuigkeiten, wenn dieselben nicht auf strengster Wahrheit beruhen. Wie». Unter den in Folge des Seegefechtes bei Helgoland Dekorirten ist auch ein Wiener, und zwar ist dies der Seekadet Friedrich Pick, ein Bruder des Inhabers eines Erziebungsinftitutes vr. I. A. Pick. Er nahm am Gefechte Theil, blieb aber unverwundet; er erhielt die silberne Tapferkeits-Medaille erster Elaste. Aus Ungarn. Anbei erlaube ich mir, Ihnen unter Streifband Nr. 19 des „Hamagid" zu übersenden, in dessen Leitartikel die Wahrheit in schmählichster Weise entstellt und die gesetzestreuen Rabbinen wie Schulbuben gehofmeistert werden Man erwartet mit Beslimmtbeit, daß Sie, geehrter Herr Redakteur, auch nach dieser Seite hin, rücksichtslos unsere heilige Sache vertreten werden. S. (Wir haben bereits vor einigen Wochen den erwähnten Leitartikel zu unserer größten Betrübnrß gelesen; urtheilten aber insofern indem wir annahmen, daß der Verfasser durch das Pamphlet des Eisik Hersch Weiß, das uns gleichzeitig zu Gesichte kam und auf das sich „Hamagid" bezieht, irre geleitet werde. Wir zogen es daher vor, zuvörderst das genannte Pamphlet zu beleuchten, mit Bestimmtheit erwartend, daß danach Hamagid sein Ul theil rcctificiren und sein vorschnelles Aburtheilen über 166 gesctzestreue Rabbinen. unter denen sich die größten Männer der Gegenwart befinden, öffentlich wiedergutmachen wird. — Red.) Frankreich. Paris. isr. berichtet noch Einiges über den so früh dahingeschiedenen Freiherrn Salomon von Rothschild; derselbe war erst seit zwei Jahren mit einer Tochter seines Vetters, des Freiherrn Meyer Carl v. R. verheirathet und hinterläßt ein einziges Kind, welches das erste Lebensjahr noch nicht zurückgelegt hat. Der Verewigte war nur wenige Tage krank; er war wohlthätig wie alle Glieder seiner Familie: , ihm schlug für seine Glaubensgenosten ein liebevolles Herz. Schon als 20jähriger Jünglmg war er nach Tetuan (Marocko) gereist, um sich dort unserer bedrängten Glaubensg, nosten anzunehmen; auch war er Mitglied verschiedener Comitv's für wohlthätige Zwecke. Die guten Thaten, die er vollbracht, begleiten ihn in die