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Der Israelit · 1864-06-08 · Heft 23 (8.6.1864) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 23 (8.6.1864)
Date
1864-06-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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807 Durch denselben 17 fl. 33 kr.; abz. Porto 17 fl. 18kr. — Durch Feist Stern in Neustadt an der Saale bei einer Hochzeit gesammelt 7 fl.; abz. Porto 6 fl. 44 kr. — Zeitungsnachrichten und Correfporn denzen. Afrika. Abessynien. Nachfolgender Bericht eines in Abessynien thätigen Missionärs mag zeigen, in welcher Weise die Bekehrungsversnche dort betrieben werden, und wie Armuth, Furcht und Unwissenheit Zusammenwirken, einen Erfolg, namentlich bei den bereits oft erwähnten Falascha's, herbeizusühren; wir entnehmen dem „Jew. Chr." hierüber Folgendes: „Das dem Bekehrungsgeschäft dienende Blatt hat einen langen Bericht von dem Missionär Stern in Abessynien veröffentlicht, aus welchem wir einige Auszüge geben. Es geht daraus hervor, daß dessen Bemühungen den von Armuth heimgesuchten Falascha's Schaden zufügen. Nachdem er Shavelah, den Sitz der Mission verlassen, ging er, von seinem Schristleser begleitet, weiter, um seine Doktrinen bei einer sich sträubenden Bevölkerung einzuführen, welche aber aus Furcht vor dem König und dem Volke im Allgemeinen dazu getrieben wird, ihn anzuhörm, wie dies aus dem Berichte selbst hervorgeht, obwohl dieser glaubensabtrünnige Missionär sich bemüht, uns die Wahrheit des Gegenstandes nicht sehen zu lassen. Es ist kaum nöthig, zu sagen, daß dieser Bericht ein Gewebe von Wahrheit und Entstellung ist, lediglich dazu verfaßt, um dem Gaumen der englischen Conversioniften, welche bei ihrer Zusammenkunft im Monat Mai etwas Piquantes wünschen, zu schmeicheln. Der Missionär schreibt: Gegen Mittag kommen wir nachTschangar, einer abeffynischen Stadt, wo der gegenwärtige Regent seinen ersten Unterricht erhallen hatte. Da das Viertel der Falascha's in der südlichen Vorstadt ist, so drehten wir unsere Maulesel nach dieser Richtung hin. Cornelius ging sogleich hin, den Debterah oder Schriftgelehrten zu suchen, während ich mich auf ein Thierfell niederließ, welches einige Frauen freundlich unter einem Baum zu meiner Bequemlichkeit ausbreiteten. Der Debterah kam bald, und zusammen mit diesem Meister in Israel und einem Theil seiner Heerde begaben wir uns in eine Hütte, um unseren hier wohlverstandenen Gegenstand zu besprechen. Wir halten nur die Bibel zu öffnen, als jedes Auge nach diesen heiligen Blättern gerichtet war. Der Debterah, welcher in Folge der Würde seines Amtes verpflichtet war, auf die ihm vorgelegte Frage zu antworten, lenkte, gleich einem geschickten Sachwalter, die Aufmerksamkeit von dem Gegenstand auf eine Debatte und stellte in vertraulichem Tone die Behauptung auf: „Da das alte Testament dieselben Wahrheiten, wie das neue, lehre, so würden die Falascha's, bei Zulassung des früheren, sich unbewußt zu den Doktrinen, die in dem letzteren enthalten sind, bekennen". Wir erkannten die Absicht seiner Erwiderung; da es jedoch unsere Aufgabe war, anzuwerben und nicht Forschungen zu unterdrücken, so baten wir ihn, uns über den Gott, den sie verehrten, Etwas zu sagen. Nun begann er die „Shama" um seine Weste in Fallen zu legen, wie es zü geschehen pflegt, wenn sie in einen Streit verwickelt sind, drückte seine buschige Perücke in alle mögliche Formen und zeigte jedwede äußere Kundgebung eines Mannes, der in anscheinender Gefahr ist. Wir legten die Bibel vor ihn hin und baten ihn freundlich, uns über den Gott Abrahams, auf den er sich häufig bezog, Etwas Zusagen. Er zauderte ein wenig und bekannte dann aufrichtig, daß er die Geschichte Abrahams so wüßte, wie sie in dem „Giddel Abraham", einem Fabelbuche der Falascha's, offenbart sei, aber er hätte dessen Leben und religiösen Glauben, wie er in dem Buch der Genesis enthalten sei, nicht studirt. Diese Bemerkung zog ihm von Seiten einiger Glieder der Gemeinde scharfen Tadel zu, und ein heftiger Wortwechsel würde entstanden sein, hätten wir nicht den Faden der unterbrochenen Diskussion wieder ausgenommen und durch einen höchst treffenden Zwischenfall die bunte Laufbahn der Patriarchen, ihren ungeheuchelten Glauben an die Ankunft des Erlösers, beleuchtet. Der Debterah lispelte alsdann leise: Ich werde Euch in Genda besuchen, wo wir uns in einem von Falascha's und Ambarics gehaltenen Wirthshause, die von diesen Gegenständen Nichts wissen, ungestört unterhalten können. Die Freiheit, mit welcher der arme Debterah die uns von dem Missionär erzählten Doktrinen behandelte, geht aus seiner Schlußbemerkung hervor, daß er nach Genda kommen wolle, um bei einem Wirth, von Falascha's und Ambarics ungehindert, über diesen Gegenstand sprechen zu können. Diese letzteren sind nun unwissende eingeborne Christen, welche, wie man weiter sehen wird, bereitwilliger sind, sich die Lehren des Christenthums mit der Faust einprägen zu lassen, als mit Beweisen. Als der Missionär hierauf zu einer andern jüdischen Niederlassung vorrückte und auf seinem Wege neuen Muth für seine Thätigkeit durch einen Brief von dem Haupte der verderbten und halbgötzendimerischen abeffynischen Kirche erhielt, schrieb er: Aufgemuntert durch die freundliche Depesche des Primas, setzten wir unsere eifrigen Bemühungen fort und kommen gegen Mittag nach Dahana. Da die Leute in dieser Niederlassung nicht sehr geneigt waren, dm Besuch der Missionäre zu ermuthigen, so war unsere Aufnahme nichts weniger, als höflich. Auf ihre verbietenden Blicke keine Rücksicht nehmend, ließen wir uns Angesichts ihrer Webstühle auf dem grünen Nasennieder und begannen von dem gekreuzigten Messias zu red^n. Während wir sprachen, wurde kein Wort gej äußert, aber eine schnelle Bewegung auf dem ins Ohr

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