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Der Israelit · 1864-06-01 · Heft 22 (1.6.1864) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 22 (1.6.1864)
Date
1864-06-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage z« Rr. 22 des Israelit. 3ertit«gS»achri<hten und Covrespondenzen. Deutschland. Laupheim (Württemberg), im Mai. Voriges Jahr am wo n"2p, als am Stiftungstage des Vereins Talmud-Thora, n"r>ii, hatte dieser den Beschluß gefaßt, daß die früher bestandene Talmud - Thora- Schule wieder aufgerichtet werden solle, zumal da Herr Hirsch Mayer bei dem vor einigen Jahren abgehaltenen Zweckeffen des Vereins demselben die bedeutende Summe von 1000 fl. gestiftet. Der Zinsertrag aus diesem Kapital soll zur Erlernung unserer h. Thora verwendet werden, damit dieselbe wieder ein Baum des Lebens für unsere Kinder werde. Zu diesem Ende wurde mit dem damals gerade Neuangestellten Herrn Lehrer Elsässer ein Vertrag abgeschloffen, daß er, außer der Schulzeit, den Knaben in wöchentlich 5 — 6 Stunden Unterricht in VQ12 mit nv"2 und hebr. Grammatik, sowie m ertheile. In dieser Schule haben dann sogleich 30—40 Knaben ihre Aufnahme erhalten. Am jüngsten Sabbat, -nQ8 fand eine Prüfung statt, abgehalten von dem hiezu eingeladenen Herrn Rabbiner Waelder in Anwesenheit vieler Zuhörer. In N1222 22O zeigten die Kinder gute Kenntnisse. Diese ganze haben sie gründlich durchgelernt und alle an sie gerichteten Fragen recht hübsch zu erklären verstanden Auch in Vvm und 'p->s, sowie in der hebr. Grammatik sind sie ziemlich zu Hause. '"V2 konnte vorerst, obschon es im Vertrage bedungen war, nicht gelehrt werden, weil durch die 7UVQ vorher ein Grund dazu gelegt werden sollte, und weil die geringe Stundenzahl nicht ausreichte. Im Ganzen hat man aber gesehen, daß Herr Elsässer, ein tüchtiger Talmudlehrer, sich alle mögliche Mühe gegeben haben muß. Und wenn seine Belohnung verhältnismäßig zu seinen Leistungen nur gering ist, so möge er überzeugt sein, daß die Hauptbelohnung gewiß in dem bessern Jenseits ihm werde, denn 82'd «Qbp '8712 7IMQ 22V. Und so ist ein zwar kleiner, aber doch schöner Anfang gemacht, der sich nach und nach zum Bessern gestatten möge. Es wäre nur zu wünschen, daß der heiligen Sache mehr Aufmerksamkeit geschenkt und an der jungen Anstatt mehr Interesse genommen würde. Das ist aber leider nicht der Fall. Herr Rabbiner Waelder, von dem man gehofft, daß er selbst wöchentlich wenigstens 1 Stunde hier Unterricht ertheilen werde, .22m was gewiß auch einen sehr guten Einfluß auf den Fleiß der Kinder geübt hätte, hat dem Unterricht, obwohl er in seinem eigenen Hause — nämlich im Lokale der Elementarschule — abgehalten wird, dieses ganze Jahr hindurch nur geringe Aufmerksamkeit geschenkt; wahrscheinlich weil die Kinder erst die Elemente zu lernen hatten. Hoffentlich wird der Herr Rabbiner den bereits Vorgeschrittenen jetzt desto mehr Sorgfalt widmen. Das Kirchenvorsteheramt ist der Anstalt leider nicht zugethan. Der Vorstand der n"nn hatte sich an dasselbe gewendet und um einen Beitrag aus der Gemeindekaffe zum Lehrergehalt nachgesucht, aber es fand sich nicht in der Lage, dem Gesuche zu entsprechen. Lieber gibt man für etliche neue Sunagogenleuchter, die wenig nothwendig waren, tausend Gulden und darüber aus, als für n"ri einen Kreuzer. Von dem Spruche -nn .2-nrv .2^'Q 21 will die sogen. Reform nichts wissen; sie sucht die Begierde nach Thora zu löschen, statt sie zu unterhalten und zu nähren. Auch viele Eltern verhalten sich gleichgiltig und sind für diese Schule nicht eingenommen, da sie einen materiellen Nutzen dabei nicht finden. Mit einem Worte, es herrscht hier leider nicht der Geist des wahren Judenthums, wie es zu wünschen wäre. Doch geben wir die Hoffnung nicht auf und erwarten fest, daß es bester werden wird. Möge Laupheim in religiöser Beziehung zu den gutgesinnten Gemeinden gezählt werden können, möge dahier ein religiöser Geist einheimisch werden, auf daß die 22m anstatt abimmer mehr und mehr zunehme. Österreichischer Kaiserstaat. Neutra, Mitte Mai. Vor einigen Tagen ereignete sich im hiesigen Comitate eine Art Mortarageschichte, die aber von den hohen k. k. Behörden noch zur rechten Zeit verhindert wurde. Es hatte nämlich in Kis Man bei Neuhäusl ein jüd. Mädchen von ungefähr 16—17 Jahren ein Verhältniß, natürlich ohne Wissen der Eltern, mit einem jungen nichtjüdischen Bauernburschen dieses Dorfes angeknüpft, und weil die Eltern des Mädchens ihre Einwilligung nicht geben wollten, reifte bei diesem jungen Bauern der Entschluß, das Mädchen heimlich zu entführen und

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