Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 22 (1.6.1864)
- Date
- 1864-06-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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288 woüen oder derlei gethan. Zur Sache überhaupt, nicht zur vorliegenden, bemerken wir übrigens, daß die Schüler des ^2'pp auf gleichem Boden des religiösen Glaubens und Thuns standen; was einen großen Unterschied gegen einen solchen, wie den in Rede stehenden Fall, ausmacht. Die Citate ^r>rQ xm^x i)'2x O7M2x (Ned. 32a.) und das vom König Aßa (Sab. 10a.) gehören gar nicht hie her. Dort ist nämlich davon die Rede, daß diese Talmide Chachamim zu Kriegsdiensten aufboten; wer von uns hat denn einen Talmid Chacham zum Kriegsdienst berufen? Was will der Verf. damit beweisen, wenn er citirt O->psx2 .-1:22 rix iiLM-> (Sanh. 99 d.), „und sie stellten denjenigen, welcher den Talmid Chacham verächtlich behandelt, dem Apikaureß gleich," und Jerusalem ging hieran zu Grunde (sab. 101 d.)? Beides ist sehr richtig; eben deßhalb aber hat der Vers., welcher durch böswillige, rein aus der Luft gegriffene Verleumdungen 166 Talmide Chachamim hochmüthig und verächtlich behandelt, sich selbst das Urtheil gesprochen: und wir wissen nun, daß wir es mit einem — cmpLx zu thun haben (vergl. auch Maimonides Teschub. III. 14., Joredeahl58, Siphse Kohen 6; 246. 4 Siphse Kohen 14). S- 7 übersetzt der Verfasser den betreffenden Passus der Erklärung O'pirm ONX2 ix;x2'Owx'2, dieses ist nicht richtig übersetzt; es heißt im Texte: wer rc. die Pflichtmäßigkeit eines dieser Gesetze rc., wäre also etwa zu übertragen gewesen: 21m ^21 '2 ''pirm rinx onp. Obgleich für Unbefangene keinen wesentlichen Unterschied involvirend, wurde, wie wir später sehen werden, diese Lücke von unserem höchst'unparteiischen Verf. zur groben Täuschung benutzt. Da es vom größten Interesse ist, daß unsereErklärung klar nnd verständlich übersetzt wird, so bemerken wir, daß der Ausdruck 621 2LMN 7>-NO2 1O2 entweder, 121?M'D2 122 2LM2 oder 2LMO ^21 N2'S2122 hätte lauten müssen: Was wir jedoch als charakteristisches Zeichen von der Lauterkeit, mit welcher der Verf. zu Werke ging, auf's nachdrücklichste hervorheben, ist das absichtliche Weglassen des Schluffes der Tendenz der ganzen Erklärung, nämlich, um vor gefährlichen Mißverständnissen bei jenen Aeußerungen zu warnen. Dies paßte natürlich nicht in seinen Kram; es würde seinem rnOipL-x, nämlich ein hundert sechs und sechzig n"ri fort und fort .-1122 zu sein, noch mehr die Spitze abgebrochen haben. Dies eine Characteristicum wäre schon vollständig ausreichend; wir werden aber noch vieles dergleichen bekommen. — Warum sich die 166 Unterfertiger in der deutschen Sprache an die Oeffentlichkeit gewandt haben? — Weil sie ihren Zweck erreichen wollten, weil sie sich an alle Glaubensgenoffen, insbesondere in Deutschland und Oesterreich, wenden wollten, weil sie durchaus keine Geheimnisse hatten, weil sie nicht Dinge zu sagen hatten, die man lieber hebräisch sagt, weil — latiu« MINUS «rudvsvünus. Ferner: sind etwa die ursprünglichen Aeußerungen vor dem h. Landeszerichte in hebräischer Sprache geschehen; hat die „Presse" und die „Wr. Zeitung" in hebr. Sprache Bericht erstattet, kleidet die „Neuzeit", der „Ben Chananja" rc. die vermeintlichen tagtäglichen Schmähungen in hebräische Sprache ein? — Verf. verspricht nun, „ohne Krümmung und Verkehrtheit, ohne Freundschaft nach der einen und Feindschaft nach der ander» Seite an der Hand," die Frage zu behandeln. Nun wir werden sehen, ob dies Wahrheit oder Redefigur ist; einstweilen constatiren wir nur rücksichtsichtlich der Unparteilichkeit nach der einen angegriffenen Seite die unzähligen höchst schmeichelhaften epitdota orvantia, mit denen er seiner natürlich schon vor der Untersuchung fertigen Verurtheilung einen Ausdruck gibt. Uebrigens rühmt sich Verf. unter andern mit ziemlich bescheidenem Selbstlob, stets den Kampf gegen die Feinde der Tradition geführt zu haben. Nun ist uns zwar davon wenig bekannt; wir konnten auch bei sorgfältiger Nachfrage nichts darüber erfahren; wollen es aber dem Verf. auf's Wort glauben; üur möchten wir gern wissen, ob derselbe im p'iuv rmx (denn in den „Werken" 2"m ^122 und so.-, rimm kann doch wohl dergleichen nicht stehen) auch unter Andern gegen einen gewissen Prediger in einer gewissen Gemeinde aufgetreten ist, der unter vielem andern Aehnlichen in der Predigt behauptet und durch den Druck vervielfältigt, daß, wer die Tradition unter dem Gesichtspunkte der historischen Wandlung auffaffe, der eigentlich orthodoxe, der wahre mm' sei rc. (Fortsetzung, folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Worms. Wenn ein Correspondent aus Rhein- Hessen in Nr. 21 der allg. Z. des Judenthums Veranlassung nimmt, den schon vor 2 Monaten dahingeschiedenen Rabbiner Bamberger 2": nochmals vor das Forum der Journalistik zu führen, so hätte man mit Recht erwarten dürfen, daß Referent denselben als ein Musterbild der Gottesfurcht und der rabbinischen Gelehrsamkeit zur Nachahmung bezeichnen würde. Da wir aber aus diesem Referate gerade das Gegentheil von dem ersehen, und dort nur vo»