Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 22 (1.6.1864)
- Date
- 1864-06-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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2S7 A H. jedoch hat er gesagt: jeder Jude glaubt zwar au die Ankunft des Messias, aber u s. w. Dann wird fälschlich erzählt, daß die Wiener Dajanim ans Seite M/s und H/s stünden; auch das ist nicht wahr; wir wissen gewiß, daß dem nicht so ist, und daß es leider Verhältnisse gibt, die am offenen Auftreten hindern. S. 6 fängt nun der Verfasser an, weidlich auf den angeblich alleinigen Urheber des Protestes zu schimpfen; er nennt ihn übereilt, räuberisch, trügerischen und täuschenden Herzens; er bezeichnet sein Verfahren als sinnlos und rechtlos. Schimpfen Sie nur immerzu, Herr Weiß, alle diese Bezeichnungen sind für den Mann, den Sie zu schmähen vermeinen, nur ehrend und erhebend. Uebrigens liegt auch hier wieder eine Fälschung vor; der Protest halte nicht einen Urheber, sondern eine ganze Anzahl, und die schleunige und freudige Zustimmung so vieler gesetzestreuen Rabbinen, einhundert und sechs und sechzig, erhebt das Verfahren jener verdienten Männer hoch über Ihre Angriffe hinaus. . Der Vers, fragt S. 6, warum man nicht an die in Rede stehenden Rabbinen (Horowitz und — Mannheimer!!!) geschrieben habe; warum man an Mannheimer nicht geschrieben? Ist diese Frage Einfalt oder Hohn? An Horowitz hat man geschrieben, und die durchaus nicht befriedigende Antwort desselben (siehe Nr. 3, 4 und 5> des Jsr.) ist in unfern Händen. Uebrigens wäre auch das nicht nothwendig gewesen; eine vor Gericht beschworene Aussage bedarf der Bekräftigung nicht und kann nicht zurückgenommen werden; auch bürgen die offiziellen Berichte für die Echtheit des Referirten. — Der Verfasser führt nun eine ganze Menge von Conflicten aus dem Talmud an, um darzuthun, daß man gegen H. u. M. anders habe verfahren müssen; größtentheils sind die Citate gefälscht, allesammt sind sie nicht zutreffend. Der Verfasser fragt, warum man mit Akabjah ben Mahalalel unterhandelt habe (Idiot C. 5, M. 6). Wir antworten, weil es sich da nur um eine rituelle Differenz innerhalb der Räume der Schulen, nicht aber um einen Fundarnentalsatz der ganzen jüdischen Lebensanschauung, an maßgebendster Stelle zur größten Oeffentlichkeit gebracht, handelte. — Von Rabbi Doßa ben Horkinas erzählt der Verfasser fälschlich, er habe rinn niu erlaubt; nichtsdestoweniger hätten die Weisen ihn freundlich behandelt und eine Deputation an ihn geschickt; in Wahrheit verhält sich die Cache ganz anders; man hatte erzählt, R. D. ben H. habe das erlaubt; darauf hat man zu ihm geschickt, um sich zu vergewissern (siehe Jebemoth 16 a), wo es sich dann herausstellte, daß das in der Thal nicht der Fall war. Auch was Verfasser von R. Eliefer Hagadal bei Gelegenheit des Achnai-Ofens (Baba Mezia 59 b.) citirt, paßt durchaus nicht hieher; dort handelte es sich um einen Streit von Ebenbürtigen, dessen Entscheidung erst die gesetzliche Bestimmung für die Zukunft begründen sollte. Und was will der Verf. von Chananja, dem Brudersohn R. Josua's (Berachot 63 a.)? Sand, nichts als Sand; der vorsichtige BÄ. verschweigt, daß dieser Chananja, der Brudersohn Rabbi Josua's, von seinem Standpunkte aus, well brri«/' pivo auch nach unserer recipirten Tradition Recht hatte. Nur war ihm entgangen, daß w'-u. Und wie glimpflich gingen sie, fährt der Verfasser fort, mit Theodos (Pes. 53 a, Tosephta Bezah II) um? — Wie fein diplomatisch! — Ehrlich gesprochen, steht an betreffender Stelle das Gegentheil von dem, was der Verfasser gebrauchen kann. Die Weisen haben sich nämlich dort nicht erst in sachliche Controverse eingelassen; ja in der Tosephta (welche Vers, vielleicht nur nach der Glosse des z. St. nachgeschrieben) steht nicht einmal die in Pes. und Jerusch. Moed Katon befindliche esptatio devevolsnu'gs ^21 sondern direkt die Verurtheilung. Daß übrigens unsere hochsinnigen Weisen besonders mit einem Manne wie Theodos, wie es anständigen Männern geziemt, umgingen, ist wenig auffallend. Doch waren wir hierbei mindestens ebenso hochsinnig; wir haben nämlich gegen die Personen selbst gar nichts gesagt, sondern nur vor etwaigen, aus jenen Aeußerungen zu deducirenden Mißverständnissen gewarnt. Die „Neuzeit" jedoch und ihre Kammerknechte, die nur durch Persönlichkeiten und Klatschereien vegetiren, drehen und wenden natürlich eine Sache so lange, bis sie das wird, was sie sein soll. — Der Verf. meint gar siegreich zu kämpfen, wenn er citirt: (2'^ n'.2tt). v'Nv ii"r> .iv '^2 OQLP2 ^21 Mlls. Verf. interpretirt, wie wenn stände: .irin .11 '^2. Nun, dies einmal zugegeben, möge uns Jemand Nachweisen, daß in der Erklärung irgend eine Verachtung gegen die Betreffenden (einmal beide als,-i"5> genommen) enthalten. Was tendenziöse Verdreherei auftischt, ist deshalb noch nicht immer wahr; Beweis genug dafür ist, daß ja selbst Herr Horowitz in seinem hebräischen Briefe dm ganzen Inhalt der Erklärung gut zu heißen vorgibt (gegen welche Aeußerung sich diese mit größter Wuth gegen jedes Wort dieser Erklärung auftretende Schutzschrift seines Verteidigers sehr drollig macht). Uebrigens ist dieses alles nur nach des Verfassers Interpretation. In der That heißt aber OvLp2 v'N2, daß sie sich selbst verachten; und allerdings tritt dann der moralische Tod, und dadurch wohl auch der physische der n"r> ein, daß sie sich von dm Tageshelden der ephümeren Willkürlichkeit einschüchtern lassen und sich und ihre Kraft verachten. — Daher, nach des Verfassers Citat, die Verhängung des Todes über die Schüler deS Rabbi Akiba (Jeb 62 d.). Verleumdung! Niemand der Unterfertigten hat 11222 päiv sein