Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 22 (1.6.1864)
- Date
- 1864-06-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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286 flucht. Dann der öbengenaWite Toneles, der in seinem „Schaare Binah" (Pforten der Vernunft) die Unvernunft und die Gottlosigteit auf den Thron setzen will und sich nicht entblödet, seine Verdrehungen dem im segenvollsten Andenken stehenden Rabbi Mardechai Benet anheften zu wollen. (Siehe Jsr. Nr. 50 v. I.) Und nun dieser Eisik Hirsch Weiß, der eine schlechte Sache mit den schlechtesten MitlÄn verteidigt! Schon der Titel '«iw' ir.2, Sieg Israels, bezeichnet einen Hohn gegen das Heiligste; denn es heißt (I.B. S. C. 15, V. 29) ipw' «v '«iw' rnu 2D, „auch wird der Sieg Israels (Gott) nicht lügen," und nun nennt dieser Mann rein zum Hohne sein Buch voller Lügen nach dem Namen des Gottes der Wahrheit! So ist ihm auch bereits auf dem Titelblatts das Resultat gleich fertig; statt zu untersuchen, beschuldigt er sofort seine Gegner des 12 (der Krümme des Mundes — Verleumdung), nennt sie piz? 1211 (die reden Trotz), wiewohl er sich noch Seite 12 unten, den Anschein der Unparteilichkeit und der Objectivität geben will! In ähnlicher Weise verhält es sich mit dem vom Verfasser gewählten Motto, das, gegen die „Hyperorthodoxcn" gerichtet, Herrn Weiß und seine Gesinnungsgenoffen, die sogen. Männer der Mitte, als die alleinigen Inhaber des rechten Weges darstellen soll; es lautet (Jeruschalmi Chagiga Perek 2, 4d.) '«1 11« /« P>2W 71211 I«li .11151.1 ,1WP' 12 12 N2 .12.1 11«2 12 N2 121 .ivw Vw P82«2 ^i' „Die Thora gleicht zweien Pfaden, wovon der eine von Feuer, der andere von Schnee; neigt er sich zu jenem, so stirbt er im Feuer, zu diesem, so stirbt er im Schnee; was soll er thun? er wandle in der Mitte." Wirklich, ein trefflich gewähltes Motto, ganz dazu geeignet, vor der „übertriebenen Hyperorthodoxie" zu warnen; nur Schade, daß auch dieses nicht zutrifft und nur diejenigen täuschen kann, welche nicht nachschlagen, denn im Zusammenhänge ergibt sich ein ganz anderer Sinn. Der Talmud Jeruschalmi spricht nämlich, wie ja auch der Babli an derselben Stelle (Chagigä, Perek En Dorschin), von der supernaturalistischen Forschung und warnt vor derselben, weil sie leichtauf Irrwege führen, Wahnsinn oder frühzeitigen Tod zur Folge haben kann; nachdem nun der Talmud von dem Unglücke eines vorzüglichen Schülers Rabbis in Folge der supernaturalistischen Forschung erzählt hat, thut er den erwähnten Ausspruch, und der Erklärer zum Jeruschalmi erläutert die „richtige Mitte", indem er sagt: i'pi2p 2'i2i2 bin 112' b«i .p22«2 ibi' „er wandle in der Mitte, d. h er suche nicht in vorschneller, übereilter Weise in tiefe Dinge emzudringen." — Da nun in dem vorliegenden Falle nicht im Entferntesten von supernaturalistischer Forschung die Rede ist, und es sich bei dem Kompert'schen Preßproceß weder um Maaßeh Bereschith noch um Maaßeh Merkabah gehandelt hat, so liegt die beabsichtigte Täuschung klar zu Tage. Der Verfasser führt gegen die gesetzeslreuen Rabbinen, gegen die ehrwürdigste« und hemgsten Männer in Israel, eine Sprache, die jedes Maaß übersteigt; er vergleicht sie gleich beim Beginne seines Pamphlets mit Korach und seinem Anhänge, mit Jerobeam und seiner Partei; er sagt, selbst/ nachdem Gott jene Bösewichter gestürzt, sei die böse Frücht ihrer Thaten geblieben, haben die Verehrer Korachs die'sinaitische Offenbarung bis auf den Dekalog (die 10 Gebote) geleugnet. Und das sagt dieser Mann in Bezug auf die Erlaffer und Unterzeichner des Protestes, wie wenn nicht gerade diese es sind, die für die Einheit und Integrität der Thora einstehen! Hat man je eineverabscheuungsrvürdigere Verdrehung und Verkehrung einfacher Thatsachen erlebt? Die zum Mißverstehen einer sinaitischen Verheißung Anlaß Gebenden werden mit Moscheh verglichen, und diejenigen, welche für Gott und seine heilige Lehre einstehen, mit Korach! Jeder unbefangene Leser wird sofort erkennen, daß Alles, was der Verfasser vorbringt, gegen ihn und seine Clienten zeugt. So auch das Citat aus Sanhedrin 101, wo erzählt wird, wie Jerobeam es angefangen, Israel zum Götzendienste zu verführen; es geschah dieses in Folge leichtsinnigen Vertrauens auf das unbescholtene Vorleben Jerobeams; ja, lieber Freund, gerade damit leichtsinniges Vertrauen auf unbescholtenes Vorleben keine gefährliche Folgen habe, gerade deßhalb hat jener Protest erlassen werden müssen. Du wunderst Dich, lieber Leser, wie Jemand so thSricht sein kann, Etwas zu citiren, was so augenfällig gegen seine eigene Sache spricht? Doch dazu haben den Verfasser die Ausdrücke: unterzeichnet, und er Unterzeichnete, veranlaßt, die er auch gesperrt hat drucken lassen; weil also Jerobeam hat unterzeichnen lassen, deßhalb müssen auch die Unterzeichner Jerobeamiten sein; eine sonderbare Logik — nein, ein schaler, das Heiligste mißbrauchender Witz. Das sind die Waffen, mit denen man uns bekämpfen will, das die ekelhaften Mittel, zu denen man die heilige Sprache und die Aussprüche der Weise» mißbraucht, erniedrigt, entweiht! — Fälschung und Entstellung finden wir denn auch in dieser Broschüre überall; so wird S. 5 die Frage des Gerichtshofes gefälscht. Nach dem Vers, habe der Gerichtshof gefragt, ob es im Judenthume zwei Seelen gebe; das ist nicht wahr, es wurde vielmehr die Frage vorgelegt, ob es ein orthodoxes Judenthum gebe. Ebendaselbst wird die von Horowitz ertheilte Antwort gefälscht; nach dem Vers, soll H. geantwortet haben, i'iv2 i«'22 p2«.ib i«i i^w' '1^' 202 irs« „jeder Israelit sollte an die Ankunft des Messias glauben"; nach der eigenen Bekanntmachung des H.