Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 22 (1.6.1864)
- Date
- 1864-06-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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s. Jahrgang. 22. Der Israelit. Ein Central-Organ fLr das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von V». Lehmann in Mainz. Mainz, den 1. Juni 5624 (1864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens iz Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. p. c. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr p. c. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franko einzusenden. Inhalt: Leitender Artikel: Die Literatur des Kompert'srben Preßproceffes. Zeitungsnachrichten und Correspoudeuzev: Deutschland- Worms. Worms. Gera. Hamburg. — Schleswig-Holstein: Altona. — Frankreich: Parks. — Rußland und Polen: Worsckau. — Schweiz: Zürich. — Amerika: San Francisco. Newyork. San Francisco. Ncwyvrk. Feuilleton: Sieg der Demuth. Der würdige Volkßführer. Kinder machen Einen zum Narren. Anhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspoudeuzen: Deutschland: Laupheim. — Oe st er r. Kaiser st.: Neutra. Prag. Eisenstadt. Inhalt der Extra-Beilage: Oesterr. Kaisers!.: Pechy - Neudorf. Leitender Artikel. Die Literatur -es Kampert'sche» Preßprocesses. Von wie weitgreifender Wirkung die bei dem Kompert'schen Preßprocesse gethanen Aeußernngen sind, davon gibt eine ganze Literatur Zeugniß, die sich daraus und darüber entspannen hat. Nicht allein, daß alle jüdischen Zeitschriften davon Act genommen und dieselben ausführlich besprochen haben, nicht allein, daß Circulare entgegengesetzter Art in alle Wett gesandt wurden, es sind auch mehrere Broschüren erschienen, von denen uns zwei vorliegen; noch andere stehen in Aussicht. Die eine dieser beiden Broschüren jist eine hebräische, unter dem Nichtzutreffenden Titel iiru (Sieg Israels) von Eisik Hirsch Weiß publicirt, in der eine Rechtfertigung' der Herren Lazar Horowitz und I. N. Mannheimer versucht wird. Die andere heißt: „Offen und ehrlich!" und ist gegen Grätz, Mannheimer, Horowitz und die liebenswürdige „Neuzeit" gerichtet; der Verfasser ist der den Lesern dieser Bl. wohlbekannte verdienstvolle Bez.-Rabb. Kuttna in Kaposvar. Wir werden beide einer ausführlichen Besprechung unterziehen; die erste, weil sie pure Täuschung enthält und leider schon vielfach getäuscht hat; die zweite, weil ihr wirklich gediegener Inhalt es verdient, die weiteste Verbreitung zu finden. Gehen wir sofort zur Besprechung der ersten Broschüre über. Es ist in der That eine Herabwürdigung, ja eine Entweihung unserer heiligen Sprache, daß sie zu einem Gewebe von Lug nnd Trug, von Täuschung und Verdrehung mißbraucht wird. Diese herrliche, wundervolle Kaiserstadt Wien, die jedoch schon längst als ein Capua der Geister verschrieen ist, scheint für Talmudgelehrte ein besonders gefährlicher Boden zu sein. Voran der Rabbiner, dereinst allgemein verehrt und als gottessürchtig gekannt, Nachkomme heiliger Männer, Schüler eines der größten und vorzüglichsten Geistesheroen der jüngsten Vergangenheit — er wird nunmehr leider als ein verlorener beklagt, der seinen Bund mit den Mannheimer's und Jellinek's, mit den Szanto's und Löw's und Philippson's geschloffen Hai, die Toneles und Weiß brüderlich umarmt und zu seiner Vertheidigung aufbietet, dagegen die echten, frommen nnd gelehrten Rabbinen, die mit blutendem Herzen gegen ihn austreten mußten, dieses aber in schonend st er Weise thaten — an heiliger Stätte ver-