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Der Israelit · 1864-05-25 · Heft 21 (25.5.1864) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 21 (25.5.1864)
Date
1864-05-25
Page
– (sequence 8)
Language
German
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480 wird, und daß diese beiden Herren — von denen der eine schweigt, und der andere, wie man hört, in seiner am gehaltenen Deraschah diejenigen verfluchte, denen er in seinem Rundschreiben wegen des seiner Ansicht nach gegen ihn begangenen Attentates verziehen — eben dort ihre Vertheidigung und Anerkennung finden, wo man dem Rabbiner „alttestamentarische Zähigkeit" zum Verbrechen anrechnet. S. R. Preßburg, den 17. Mai Es ist eine Trauerbotschaft, die ich Ihnen heute bringe: Das Judenthum ist um zwei bedeutende Männer und hervorragende Rabbinen ärmer geworden. Der den Lesern Ihrer Zeitschrift als rüstiger Gotteskämpfer wohlbekannte Rabbi David Schlesinger, Rabbiner zu Bösing, Verfasser des ridmv, des und verschiedener anderer Schriften, der geistvolle Verfechter des Minhag, ist nicht mehr. Noch am ersten Tage des Peßachfestes hielt er in altgewohnter Frische einen religiösen Vortrag und schon am zweiten Festtage erkrank? e er an der Krankheit, der er erlag. — Die Leichenrede hielt der ehrwürdige Herr Oberrabbiner von Preßburg in ergreifendster Weise; auch noch andere würdige Rabbinen sprachen an der Bahre. Einen nicht minder herben Verlust beklagen wir in dem Dahinscheiden des ehrw. Rabbiners zu Schattmannsdorf, Rabbi Peßach Frankel der am Ausgange des Sabbat, Paraschat Kodoschim, seine irdische Laufbahn vollendet und unter Wehklagen am 3. Jjar zur Erde bestattet wurde. Möge das Andenken der Gerechten stets zum Segen gereichen! Krakau, 2. Mai. Am 7. Tage des Peßachfestes erregte es hier großes Aufsehen, daß Se. Excellenz der Höchstkommandirende Feldmarschall Lieutenant v. Bamberg mit zweien seiner Adjutanten in der Judcnftadt ansuhr; Se. Excellenz fragte freundlich nach der Wohnung res hiesigen Herrn Oberrabbiners und verfügte sich sogleich mit beiden Adjutanten zu demselben; der Herr Feldmarschall brachte eine halbe Stunde beim Herrn Oberrabbiner zu. Schleswig-Holstein. Mtona. Der Friedhof der portugiesisch - jüdischen Gemeinde in Altona ist mehrere Jahre hindurch der Gegenstand fruchtloser Verhandlungen zwischen der Gemeinde und der Stadt gewesen, indem die letztere einen Streifen des Friedhofs zur Verbreiterung der Königstraße, wo derselbe belegen ist, abgetreten haben will. Im vorigen Jahre entschied die Regierung, daß, wenn ein gütliches Uebereinkommen nicht zu ermöglichen, das fragliche Grundstück zu expropriiren sei. Abermalige Verhandlungen haben nunmehr zu dem Resultat geführt, daß die Gemeinde sich bereit erklärt: das Land zwar nicht zu verkaufen, aber der Stadt zur Benutzung zu überlasten, unter der Bedingung, daß, aus religiösen Gründen, die jetzige Friedhofsgränze unterhalb des Pflasters durch die Fundamente einer Einfriedigungsmauer mit Eingangspforte bezeichnet werde; sowie, daß die Gräber dieses Landstreifens, um sie von dem daneben liegenden Pflaster zu trennen, eine Bedeckung von Mauersteinen erhalten In dieser Weise wird nun die Verbreiterung der Königftraße demnächst in Angriff genommen werden, und die von der Gemeinde aufzuführende neue Friedhofsmauer am westlichen Ende, nach der Blücherstraße hin um 6 Fuß, am anderen Ende um Fuß gegen die jetzige Planke zurückspringen. Rußland und Polen. Warschau, 24. April. In den Räumlichkeiten des hiesigen Magistratsgebäudes, unter Vorsitz des Stadtpräsidenten, fanden vergangene Woche die Wahlen eines neuen isr. Gemeinde-Vorstandes statt. Mit Ausnahme des Herrn Nathansohn sind sämmtliche Mitglieder des bisherigen Vorstandes nicht wiedergewählt; dagegen sind neu erwählt worden: die Herren 1) Meyer Jungherz, 2) Jsaac Ettinger, 3) Nathansohn, 4) Endelmann, 5) Josef Krell, 6) Ulrich und 7) Schaja Prywes. Die größte Stimmzahl hatte Herr Jungherz, daher selber zum Vorsitzenden bestimmt ist. Die Neugewählten bis auf Herrn Nathansohn gehören der streng orthodoxen Richtung an, und soll, wie verlautet, Letzterer das ihm gewordene Ehrenmandat nicht annchmen. — Bis der neue Vorstand von der Cultus - Commission bestätigt und amtlich ernannt wird, werden die Gemeindeangelegenheiten von dem alten Vorstande verwaltet. Die Wahrheit gestanden, hat die Pluralität der bisherigen Mitglieder wenig Lebensfähigkeit entwickelt, und ist stets in Gemeindefachen die Initiative nicht vom Vorstande, sondern von der hohen Regierung ausgegangen. Hauptsächlich war es der Vorsitzende Herr Moses Feinkind, der seinem Mandate gar wenig gewachsen war. Herr F. hegt indeß die Hoffnung, an die Stelle des auszutretenden Herrn Nathanfohn nachträglich gewählt zu werden, wozu er die ihm zu Gebote stehenden Mittel in's Werk setzt: wer aber die Unpopularität des F. kennt, wird leicht voroussehen, daß ihn all diese Bemühungen zum ersehnten Ziele nicht bringen, worunter natürlich die Angelegenheiten der Gemeinde durchaus nicht leiden werden. — Irr wie weit der neue Vorstand seiner Aufgabe genügen wird, wird die Zeit lehren. Tl. (Hierbei eine Beilage.) D«a»t»orUtchr Ardaktio«: Vr» Lehman«. — Verla, der Le Reux'schen -.zkbuHhaadlung. — Dampfschnellpressendruck von I. Äott-leben in Main».

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